Serie zur Pflege
Wie kaufen Senioren ein? - Altenzentrum am Schwesternpark und Boni-Center kooperieren

Atlana Schmidt und Maximilian Wietzke lernen im "Simulationsanzug" die Einschränkungen des Älterwerdens kennen - unterstützt von Manuela Söhnchen.
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  • Atlana Schmidt und Maximilian Wietzke lernen im "Simulationsanzug" die Einschränkungen des Älterwerdens kennen - unterstützt von Manuela Söhnchen.
  • Foto: Barbara Zabka
  • hochgeladen von Thomas Meißner

Eine einmalige Kooperation hat das Altenzentrum am Schwesternpark mit dem benachbarten Lebensmittelmarkt Boni-Center gestartet. Auf dem Weg zum seniorengerechten Supermarkt schult das Altenzentrum Boni-Mitarbeiter im Umgang mit älteren Menschen.

Fünf Auszubildene und die stellvertretende Filialleiterin Eminie Agirkaya haben die eintägige Schulung bereits erfolgreich absolviert und erhielten ihre Zertifikate.

Ältere Menschen werden für den Handel eine immer wichtigere Zielgruppe. Viele haben aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen besondere Bedürfnisse. Im Quartier an der Pferdebachstraße gibt es großen Bedarf für einen seniorengerechten Supermarkt. So verfügt das Altenzentrum derzeit über 60 barrierefreie Wohnungen. Mit der Fertigstellung des Neubaus im kommenden Jahr werden es 115 sein.

„Es geht darum, Hemmschwellen im Umgang mit Senioren abzubauen“, betont Andreas Vincke, Einrichtungsleiter der Feierabendhäuser. Deshalb erleben die Teilnehmer mit Hilfe eines Alterssimulationsanzuges, wie sich Erkrankungen und Einschränkungen auf die Wahrnehmung und Beweglichkeit auswirken. Ohrenschützer dämpfen das Gehör. Brillen verschleiern die Sicht. Gewichte und Manschetten versteifen Rücken und Gelenke.

Mit all diesen Einschränkungen gilt es, Kleingedrucktes zu entziffern, Waren aus hohen oder niedrigen Regalen zu nehmen – eine Aufgabe, die oft schon jüngere Menschen überfordert. „Jetzt bewundere ich ältere Menschen, dass sie manchmal so gelassen bleiben, obwohl alles sehr anstrengend ist“, sagt die Auszubildende Lina Emilia Curstein.

Ziel der Schulung ist es, Einfühlungsvermögen zu entwickeln oder Langsamkeit zu akzeptieren, wo es eigentlich schnell gehen soll. „Kompetente Mitarbeiter geben dem Einkauf der Senioren eine neue Qualität“, betont Andreas Vincke. "Eine klassische Win-win-Si­tu­a­ti­on." Viele Bewohner der Feierabendhäuser kaufen schon heute im Boni-Center ihre Lebensmittel ein. Das alteingesessene Unternehmen hat sich auf die Bedürfnisse dieser Kundschaft bereits eingestellt - mit Sitzgelegenheiten im Markt und Lupen an den Einkaufswagen

Das Projekt wird von Bürgermeisterin Sonja Leidemann unterstützt. Gemeinsam mit Klaus Völkel, bei der Stadt verantwortlich für Gesundheitswirtschaft, überreichte sie den ersten Teilnehmern ihre Zertifikate. Die Feierabendhäuser und das Boni-Center wollen diese Zusammenarbeit in Zukunft intensivieren. So sollen die Schulungen für die Supermarkt-Mitarbeiter ab sofort regelmäßig stattfinden.

Autor:

Thomas Meißner aus Witten

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