Welle der Hilfsbereitschaft
Wer näht Masken fürs Palliativnetz Witten?

Egal, ob bunt, schrill oder schlicht, nur waschbar sollten die Schutzmasken sein.
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  • Foto: Matthias Thöns
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Das Palliativnetz Witten sucht Menschen, die nähen können und bereit sind, Mund- und Nasenschutzmasken anzufertigen. Der Bedarf ist riesig, und ohne Schutz wird die Versorgung zusammenbrechen.

Vorstandsmitglied des Vereins und Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns macht auf die Wichtigkeit von geeigneten Schutzmaßnahmen im Kampf gegen den Virus aufmerksam: "Corona ist für die allermeisten Menschen kein Problem, die meisten werden nicht einmal krank. Selbst die Mehrheit mit Beschwerden gehört nicht in die Klinik, denn bis auf die wirklich schwer Betroffenen ist dies zuhause zu managen (bleiben Sie zuhause, wenn Sie weniger als 22 Mal pro Minute atmen). Die einzige echte Gefahr ist die weitere Ausbreitung und die Infektion von Alten und Menschen mit Vorerkrankungen."
Durch die Situation in Italien weiß man, dass die Versorgung zusammenbrechen kann, wenn nicht für Schutz gesorgt ist. Thöns weiter: "Dort gab es auch das große Problem, dass Mediziner und Rettungsdienstpersonal aufgrund fehlender Schutzausrüstung reihenweise die Menschen angesteckt haben. Die Folgen sind ein Desaster, alte betroffene Menschen werden nicht mehr medizinisch versorgt, sterben isoliert von ihrer Familie in Klinikhallen."
Aber die Ärzte vor Ort erteilen auch gute Ratschläge: Ausbau der ambulanten Versorgung - die ärztliche Qualitätsgemeinschaft Witten (ÄQW) wird zu diesem Zweck Behandlungszentren in Witten und Herdecke einrichten. Wichtig auch: Fast alles geht zuhause, nur ernste Fälle gehören in die Klinik. Das schont Ressourcen und Schutzausrüstung, mindert die Infektionsgefahr des Klinikpersonals.
Außerdem muss der Schutz des medizinischen Personals Vorrang haben, deshalb müsse es eigene Zonen für Covid19-Patienten, getrennt von der übrigen Versorgung, geben. Nicht zuletzt ist "Social distancing", wie auch von der Bundesregierung gefordert, ein Muss.
Die Versorgung daheim ist somit das Gebot der Stunde. Italienische Kollegen empfehlen auch, dass Patienten und Angehörige bei einem Hausbesuch unbedingt einen Mund-Nasenschutz tragen müssen.
In Witten versorgt das Palliativnetz etwa hundert Menschen. Mindestens zwei Angehörige pro Patient wollen mit Schutzmasken versorgt werden - es fehlen damit rund 600 Stoffmasken. Diese sollten aus Baumwolle angefertigt sein beziehungsweise muss der Stoff heiß gewaschen werden dürfen.

Über hundert Freiwillige

Auf einen Aufruf bei Facebook haben sich bereits über hundert Freiwillige gemeldet, viele haben schon angefangen, Masken zu nähen.
Dr. Thöns: "Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Gemeinsam schaffen wir das." Fleißige Näher können ihre fertigen Masken beim Verein Palliativnetz Witten an der Wiesenstraße 14 abgeben. Materialkosten können erstattet werden.

Egal, ob bunt, schrill oder schlicht, nur waschbar sollten die Schutzmasken sein.
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Autor:

Nicole Martin aus Witten

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