Mörderisches Bochum
Mord im Bermuda3Eck

Gefährliches Bermuda.

Freitags - Krimi
von Gudrun Wirbitzky
Teil 1
Grauenhaft, diese Moorlandschaft,die schon am Nachmittag düster und grau wirkt.
Silvia fröstelt es immer wieder,wenn sie am Wochenende von Bochum in das kleine Dorf fuhr, in dem sie aufgewachsen war.
Stets fuhr sie früh, um nicht in die Dunkelheit zu geraten, doch heute hatte alles nicht so recht klappen wollen.
Der Dienst dauerte durch einen wichtigen Auftrag länger als geahnt und dann wollte der Geländewagen nicht.
So ein ,,Typ" hatte ihr Starthilfe gegeben, bevor sie das Bermuda verließ. ,,Guter Mann,Typ ich bin der Größte, genau die Sorte: ach egal, Hilfe ist Hilfe."
Ihre Hochzeitsplanung hatte sie gerade selbst in die Tonne gekloppt. Dabei fing es richtig gut an beim ersten Treffen mit Harry im Mandragoa. Ein paar verstohlene Blicke, erstes Händchen halten.
Silvia mochte es, wenn die Typen es ruhig angehen ließen.
Einer von der Sorte, die gleich losbaggerten, koste es,was es wollte,war nicht gefragt.
Was solls vorbei ist vorbei.
Wichtig war jetzt einzig und allein, dass sie von 300 km nur noch 20 vor sich hatte, bald ist ihr Ziel erreicht.
Jedoch plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Nebelwand, die ihr die ganze Sicht nahm.
,,Verdammtes Moor", dachte sie noch, bevor sie in die Bremsen ging, ,,verdammtes Moor".
Irgend etwas hatte Silvia erwischt, irgend was, dass sich nach genauem Hinsehen als recht kräftiger Baumstamm entpuppte.
Auch das noch,eine Platzwunde zierte ihre Stirn und Blut lief auf ihren neuen Kaschmirpullover.
,,Zweihundert Euro,hoffentlich ist der Schaden zu beheben,"seufzte sie, "ärgerlich".
An eine Weiterfahrt war nun nicht zu denken, selbst wenn sie gewusst hätte, wo sie sich momentan befand, so sagte ihr JEEP nun gar nichts mehr.
So sehr sie auch orgelte, er sprang nicht mehr an, die Batterie wahrscheinlich.
Da stand Silvia nun in der dunklen Nacht, mit hängenden Schultern und schlotternden Knien.
Was nun, was tun, ihre Gedanken rasten.
Plötzlich, Ein Aufleuchten,der Kegel einer Taschenlampe kreiste irgendwo.
Ein Hund kläffte, was das Zeug hielt.
,,Mist,auch das noch,schnell die Türen zu", mit einem Satz war sie in die Polster gesprungen.
Plötzlich Stille, ein energisches Hallo.
,,Hallo, Hallo", rief jemand.
Tief verkroch sich Silvia in ihren Autositz, verharrte ruhig, bis sie glaubte, allein zu sein.
,, Nur nicht einschlafen", befahl sie sich, ,,nur nicht einschlafen".
Doch ihr übermüdeter Körper gehorchte nicht, die Augen fielen ihr zu.
Ein unruhiger Schlaf überfiel sie, bis plötzliche Helligkeit sie unsanft aus dem Schlaf riss, es war Morgen.
Na, das schien ein Morgen zu werden, längst hätte sie am Zielort, dem Haus ihrer Eltern, sein müssen.

Plötzlich ein schriller Pfiff, wieder dieses Bellen, ein Klopfen an der Beifahrerscheibe.
,,Hallo Sie, hallo!" rief ein junger Mann, ,,die halbe Nacht habe ich herumgesucht".
,,Nach mir," stammelte Silvia verwirrt, während sie das Fenster herunterkurbelte.

Ja, nach ihnen, dieser Nebel kam auf, ein Krachen, ein Klirren, da habe ich gedacht, da ist etwas passiert.
Ich habe immer wieder gerufen, jedoch keine Antwort erhalten.
Warum haben Sie sich nicht gemeldet?"
,,Ich hatte Angst ", platze Silvia heraus, ,,schreckliche Angst,da habe ich mich verkrochen."
,,Nun aber heraus!" befahl der sympathische Fremde mit breitem Grinsen, ,,Sie sind ja total durchgefroren.
Ich wohne nur einige hundert Meter entfernt und Sie stehen in unmittelbarer Nähe,dass ich Sie heute Nacht nicht gefunden habe, ist mir ein Rätsel, und nun lassen Sie uns gehen und ab ins Haus mit Ihnen.
Schon bald saß sie vor einen Berg voller Stullen, die sie in Windeseile verzehrte, und dazu schlürfte sie gierig den frisch gebrühten Kaffee. 
Über den Tellerrand musterte sie ihr gegenüber.
Netter,Typ,ledig dazu.
Rudi hieß ihr Retter,wie er sie wissen ließ.
Welch ein Knaller,das wäre doch etwas für sie.
Keine kurzen, faden Abenteuer, sie hasste die Kerle, die gleich aufs Ganze gingen und glaubten, danach verschwinden zu können.
,,Aber mit mir nicht," dachte Silvia. Die Welt war doch voll solcher Loser, glaubte sie,hatte sie doch genug davon kennengelernt.
Ihr Blick fiel au ihr Smartphone, wow, es hatte sich in der Nacht heiß gelaufen.
Die Eltern,wie immer besorgt, sie würde gleich losfahren müssen, wenn Rudi mit dem Fremdstartkabel erfolgreich war.
Vor Einbruch der Dunkelheit wollte sie bei ihren Eltern eintreffen.
Na, und Rudi, er wollte Silvia näher kennen lernen, wie er schüchtern zugab.
,,Es könnte etwas Ernstes werden", murmelte er leise.
Eine Einladung fürs nächste Wochenende hatte sie freudig angenommen.
Ihn wiedersehen, ihn wiedersehen, jubilierte es in ihr, sie hatte sich verliebt, großartig, endlich.
Aber zunächst musste sie los, es gab noch einiges zu tun,damit dem großen Glück nichts mehr im Wege stand.
Ihr letzter Beinahe-Ehemann musste verschwinden, hätte sie ihn doch gleich an Ort und Stelle entsorgt nach dem Motto:
,,Verschollen im Bermuda3Eck.
Ja,das Bermuda ist ein Luder.
Beim letzten Date (gleich nach dem Geständnis,dass er noch etwas Zeit benötige, wegen Ehe und so ) ging ihm die Luft aus.
Der Absacker bei Silvia daheim, war ihm keineswegs bekommen.
Nun lag er im Kofferraum ….
Mausetot, wie schon ein paar andere vor ihm.
Er sollte ins Moor, wie schon seine Vorgänger.

Ach, das Leben kann so schön sein, leise summend machte Silvia sich auf den Weg in ihr neues Leben.

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