VfL schlägt Heidenheim 3:0 - Trainer Thomas Reis spricht im Interview über einen starken Auftritt vor leeren Tribünen
Lob für VfL Bochum nach Sieg im ersten Geisterspiel: "Tadellose Leistung und sehr viel Herz!"

VfL-Trainer Thomas Reis hatte für seine Mannschaft viel Lob nach dem ersten Geisterspiel in Corona-Zeiten: "Bei den Jungs hatte man schon vor dem Spiel das Gefühl, dass sie richtig brennen." Foto: Archiv Molatta
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Drei Tore und damit drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt: Besser hätte der Re-Start der 2. Liga für den VfL Bochum mit dem 3:0-Sieg über Heidenheim kaum ausfallen können. Trainer Thomas Reis bescheinigte seiner Mannschaft im ersten "Geisterspiel" der Corona-Krise vor leeren Tribünen viel Herz und sprach nach der Partie im Interview über zwei Spieler, die besonders hervor stachen.

Thomas Reis, wie fällt Ihr Fazit zum 3:0-Erfolg aus?
Es war für uns wie für alle Mannschaften, die ihr erstes Spiel bestritten haben, eine schwierige Situation. Wir haben eine Truppe gesehen, die sehr viel Herz gezeigt hat. Auf dem Trikot stand „Bochumer Gemeinschaft“, das hat die Mannschaft gut umgesetzt. Wir wollten von Beginn an Vollgas geben und den Gegner beschäftigen, wir wollten viel Ballbesitz. Das ist uns von Anfang an gelungen.

Der VfL stand defensiv kompakt und war offensiv effektiv.
Die Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt und waren toll herausgespielt. Der Gegner hatte in der ersten Hälfte gefühlt eine Torchance. Das haben wir alles sehr gut verteidigt. Der Gegner musste sich sehr viel nach uns richten, viel Defensivarbeit verrichten. Wir haben absolut verdient gewonnen und sind froh, dass wir gut aus den Startlöchern gekommen sind.

Fußballalltag in Corona-Zeiten: Vor leeren Tribünen trat der VfL Bochum gegen Heidenheim an.  "Die Fans haben vor dem Fernseher die Daumen gedrückt", ist Thomas Reis überzeugt. Foto: Nolte
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"Ohne Zuschauer fehlen Emotionen"

Wie haben Sie selbst die Atmosphäre in diesem ersten Geisterspiel empfunden?
Ohne Zuschauer fehlen natürlich Emotionen, die zum Fußball gehören. Wir wissen, was wir an unseren Zuschauern haben. Auch für den Gegner ist es immer wieder toll, nach Bochum zu kommen und vor einer solchen Kulisse zu spielen. Jetzt sind die Umstände anders, aber wir sind froh, überhaupt spielen und unserem Beruf nachgehen zu dürfen. Die Fans werden vor dem Fernseher mitgefiebert und uns die Daumen gedrückt haben. Von den Umständen her war es sicher ein besonderes Spiel. Aber wenn du erstmal im Spiel bist, dann bist du voll fokussiert und versuchst als Trainer, die Mannschaft mit anzuschieben. Meine Kommandos hat man dieses Mal auch auf der anderen Seite gehört, das hast du im vollen Stadion natürlich nicht.

Was sagen Sie zur Leistung von Robert Zulj, der nicht nur mit seiner Torvorlage positive Akzente setzen konnte?

Ich möchte erst einmal betonen, dass die ganze Mannschaft eine tadellose Leistung gezeigt hat. Alle standen als Gemeinschaft auf dem Platz, das war unheimlich wichtig. Es war klar, dass der Kopf für dieses erste Spiel ohne Zuschauer sehr entscheidend sein wird. Das haben wir sehr gut umgesetzt. Bei den Jungs hatte man schon vor dem Spiel das Gefühl, dass sie richtig brennen. Das hat man dann auch auf dem Platz gesehen.

"Offensive Qualität stand außer Frage"

Und Robert Zulj?
Robert hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Er hat die nötigen Räume gefunden. Dass er auch diese offensive Qualität hat, stand außer Frage. Jetzt hat man nochmal gesehen, warum wir Robert im Winter verpflichtet haben. Es ist nicht ganz einfach, wenn du aus Hoffenheim kommst und kaum Spielpraxis hast. Dann brauchst du eine gewisse Anpassungszeit. Die hat er jetzt gut überbrückt und ich bin froh, dass er diese Leistung jetzt abgerufen hat.

Froh sein dürften Sie auch über die Entwicklung von Jordi Osei-Tutu, der einen Treffer zum 3:0-Erfolg beigesteuert hat.

Jordi ist ein junger Spieler, der aus dem Ausland gekommen ist und vielleicht bei Arsenal auch etwas anderes gewohnt war. Dann kommst du in ein fremdes Land und hast Anpassungsprobleme - das musste der Junge erst einmal alles verarbeiten. Mit ein, zwei Geschichten hatte er sich nach dem Winter-Trainingslager dann auch etwas in den Hintergrund gespielt. Aber dass er Qualität und Dynamik ohne Ende hat, das steht außer Frage. Ich bin froh, dass seine Entwicklung jetzt in die richtige Richtung geht. Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, jetzt müssen die nächsten Schritte folgen.

"...dann wird er Probleme bekommen"

Verpflichtet wurde Jordi als Außenverteidiger, seinen Platz scheint er aber als Rechtsaußen in der Offensive zu finden.
Jordi hat mit Sicherheit die Qualität, die ganze Seite zu bespielen. Er hat eine unglaublich gute Dynamik. Ich traue ihm zu, dass er auch die ganze Bahn bespielen kann. Allein mit dieser Schnelligkeit kannst du auch Stellungsfehler ausmerzen. Mit dem Tempo kannst du vieles gut machen. Ich bin von seiner Entwicklung sehr angetan und hoffe, er lehnt sich jetzt nicht zurück. Dann wird er Probleme mit mir bekommen. Es wäre zu schade für ein Talent, das in einer solch guten Entwicklung steckt.

Bleibt als einziger Wermutstropfen die Verletzung von Danny Blum…

Er hat im Training gespürt, dass die Wade verhärtet. Es ist eine kleine Zerrung, ein kleiner Faserriss. Wir können noch nicht genau sagen, wie lange er ausfallen wird. Wir haben am Sonntag das nächste Spiel, dann folgt eine englische Woche – das wird sehr knapp für ihn. Wir müssen von Tag zu Tag schauen. Wir müssen schauen, dass wir ihn schnell hinbekommen. Mit Sicherheit fehlt uns seine Qualität. Aber ich glaube, die Jungs, die gegen Heidenheim auf dem Platz standen, haben gezeigt, dass Danny auch mal ersetzbar ist.

VfL-Trainer Thomas Reis hatte für seine Mannschaft viel Lob nach dem ersten Geisterspiel in Corona-Zeiten: "Bei den Jungs hatte man schon vor dem Spiel das Gefühl, dass sie richtig brennen." Foto: Archiv Molatta
Fußballalltag in Corona-Zeiten: Vor leeren Tribünen trat der VfL Bochum gegen Heidenheim an.  "Die Fans haben vor dem Fernseher die Daumen gedrückt", ist Thomas Reis überzeugt. Foto: Nolte
Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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