Eisenbahnmuseum: Abschied von der Kohle - letzte Fahrt zur Zeche Auguste Victoria

Lokführer Helmut Künsebeck hat hier die Dahlhauser Dampflokomotive vor dem Förderturm über Schacht 7 der Zeche Auguste Victoria in Marl geparkt. Nur noch ein Mal ist dies vor der Stilllegung des Bergwerks Ende 2015 möglich. Fotos: Jörg Lehmann, Marc Keiterling
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  • Lokführer Helmut Künsebeck hat hier die Dahlhauser Dampflokomotive vor dem Förderturm über Schacht 7 der Zeche Auguste Victoria in Marl geparkt. Nur noch ein Mal ist dies vor der Stilllegung des Bergwerks Ende 2015 möglich. Fotos: Jörg Lehmann, Marc Keiterling
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Der „Abschied von der Kohle“ ist ein langer. Bereits in den 1960er Jahren fragte angesichts des begonnenen Zechensterbens ein Fernsehbericht: „Dankt König Kohle ab?“

2018 ist es soweit, dann stellt die Zeche Prosper/Haniel in Bottrop als letztes deutsches Steinkohlenbergwerk die Förderung ein. Ende dieses Jahres wird das Bergwerk Auguste Victoria in Marl dichtgemacht. Schon im Spätsommer war „AV“, wie der Pütt in Kurzform genannt wird, Ziel einer besonderen Fahrt des Eisenbahnmuseums Dahlhausen. „Abschied von der Kohle“ heißt die Tour, die am Samstag, 31. Oktober, noch einmal wiederholt wird. Der endgültige Abschied, die allerletzte Möglichkeit, das aktive Bergwerk noch einmal von der Gleisseite her zu betrachten. Danach kommt der Deckel „auffen Pütt“.

Die inzwischen raren „Zechen-Anschlussbahnen“

Die Dampflokomotive 38 2267 fährt mit dem historischen Museumszug durch das Ruhrgebiet und vermittelt den Fahrgästen wieder ungewöhnliche Einblicke auf die historischen Wurzeln einer einzigartigen Region. Unterstützt von der Dieselokomotive aus der Baureihe V100, mit Personenwagen aus dem 20er- bis 50er-Jahren geht es zu geschichtsträchtigen Orten. Zeitweise werden dabei die inzwischen rarer werdenden Strecken absolviert, die im Normalfall ausschließlich von Güterzügen befahren werden. Rarer als rar sind mittlerweile die sogenannten „Zechen-Anschlussbahnen“ die direkt zu den Förderstandorten führten – logisch, es gibt auch keine Zechen mehr. In Marl-Sinsen steht das Einfahrtsignal am 31. Oktober auf „Grün“. Zum letzten Mal, kurz nach der letzten Förderschicht Ende des Jahres wird dieser Weg gekappt.
Zunächst geht es an den Fördergerüsten der beiden bereits verfüllten Schächte 1 und 2 vorbei. Dann rücken die noch offenen Schächte 3 und 7 ins Blickfeld. Das Fördergerüst über Schacht 3 trägt vier Seilscheiben. Der Förderturm über Schacht 7 beherbergt die Fördermaschine in seinem Kopf.

Weiter zum Welterbe

Von Auguste Victoria wird nicht viel übrig bleiben, im Gegensatz zum Welterbe Zeche und Kokerei Zollverein in Essen. Der Hauptstandort des Bergwerks mit einst vier Schächten, der Kokerei und den Verkehrsanlagen besitzt eine industriehistorische Bedeutung von Weltrang. Der historische Zug wird hier am frühen Nachmittag einfahren.
Alle weiteren Informationen und Fahrscheinkauf im Netz unter www.eisenbahnmuseum-bochum.de.

Autor:

Marc Keiterling aus Mülheim an der Ruhr

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