Weinzierl-Debüt gegen Tabellenführer BVB

Wer kann Borussia Dortmund stoppen? Vielleicht der Tabellenletzte VfB Stuttgart? Der hat seit zehn Tagen mit Markus Weinzierl einen neuen Trainer.
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  • Foto: Stephan Schütze
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Die Länderspiele sind vorüber, der 8. Bundesliga-Spieltag steht vor der Tür. Zuerst schlug aber eine extra anberaumte Pressekonferenz des FC Bayern München am Freitagmittag hohe Wellen, auf der Karl-Heinz Rummennigge, Uli Hoeneß und Hassan Salihadmizic gegen Medien und Experten schossen. Aus sportlicher Sicht muss der FCB in Wolfsburg dringend wieder die Kurve kriegen, während der S04 den guten Lauf gegen einen starken Gegner bestätigen muss.

Die sportliche Vorschau auf die nächsten Partien in der 1. und 2. Liga rückt am 19. Oktober 2018 in den Hintergrund. Der Tag wird in die Fußball-Geschichtsbücher eingehen. Grund dafür ist eine Pressekonferenz des Deutschen Rekordmeisters Bayern München. Eine extra anberaumte Pressekonferenz, die nach der üblichen zum anstehenden Spiel stattfand und auf der der Präsident, der Vorstandsvorsitzende und der Sportdirektor gegen Medien und Fußball-Experten schossen.

Unterlassungserklärung des FC Bayern gegen den Springer-Verlag

Höhepunkt der Pressekonferenz war wohl Rummennigges Aussage, dass gegen den Springer-Konzern (BILD und SportBILD) eine Unterlassungserklärung abgegeben wurde. Hintergrund der Pressekonferenz war die laut der Bayern-Bosse missfallende, laut des FCB (die Verletzung von Corentin Tolisso wurde als Beispiel genannt) nachweislich falsche und zu großen Teilen auch respektlose sowie unverschämte Berichterstattung (als Beispiele wurde hier Urteile gegen Jerome Boateng, Mats Hummels oder Manuel Neuer genannt), die unter anderem auch aufgrund von „Deals zwischen Medien und beispielsweise Beratern, um Interna zu erfahren, zu einer Unsitte in Medien-Deutschland geworden sind, so Rummennigge.

Das Bayern-Trio betonte, dass die in den vergangenen Wochen nicht guten sportlichen Leistungen damit nichts zu tun haben und diese kritisch hinterfragt würden. „Aber es gibt einen Unterschied, zwischen fairer und kritischer Berichterstattung“, so Rummennigge.

Hoeneß: Akzeptieren keine respektlose Berichterstattung

Hoeneß ging noch weiter. „Wir suchen die Schuld nicht bei den Medien. Wer nicht gut spielt, hat kein Lob verdient. Aber wir wollen eine Berichterstattung faktischer Natur haben. Wir haben eigene Kanäle. Wir werden Ross und Reiter auch in Zukunft beim Namen nennen. Das Herangehen der Presse ist eine Frechheit. Wir werden kritisch mit unseren Spielern umgehen, aber wir werden keine respektlose Berichterstattung akzeptieren.“

Salihadmizic gab ebenfalls ein Beispiel und fragte rhetorisch, warum er sich hinter Trainer Niko Kovac stellen müsse. „Warum? Wir schätzen seine Arbeit. Wir müssen uns doch nicht öffentlich ein Küsschen geben. Das ist respektlos und unverschämt, was hier passiert. Das hat unsere Mannschaft nicht verdient. Und ich werde das Team verteidigen, aber richtig.“

Labbadias verheerende Bilanz gegen den FC Bayern

Sportlich verteidigen sollten Neuer, Hummels, Boateng und Co. ab sofort besser als zuletzt. Denn unabhängig von der Medienschelte läuft es für den FC Bayern sportlich nicht gut. Keines der vergangenen vier Pflichtspiele konnte gewonnen werden. Die deutschen Nationalspieler verloren bekanntlich auch beide Länderspiele in den vergangenen Tagen und konnten kein neues Selbstvertrauen tanken.

Am 8. Bundesliga-Spieltag gastiert der Tabellenfünfte beim VfL Wolfsburg. Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia wird nicht gerne an Duelle gegen den FCB zurückdenken. In 13 Partien verlor Labbadia mit seinem jeweiligen Team zwölfmal.

Tabellenführer BVB beim Tabellenletzten zu Gast

Vier Punkte vor den Bayern steht der Tabellenführer aus Dortmund. Die Borussia tritt beim Tabellenletzten VfB Stuttgart an. Ein Spiel vermeintlicher Gegensätze. Doch der VfB hat auf die nicht erfolgreichen Auftritte in den ersten sieben Partien (fünf Punkte, 6:13 Tore) reagiert und Tayfun Korkut durch den Ex-Schalke-Trainer Markus Weinzierl ersetzt. Kann Weinzierl gleich bei seinem Debüt überraschen?

Der BVB hat verletzungsbedingt Personal-Probleme in der Abwehr. Trainer Lucien Favre brachte es auf der Pressekonferenz am Donnerstag auf den Punkt: Im Mittelfeld habe er zwar die Qual der Wahl. Doch das genaue Gegenteil herrsche in der Defensive. Unklar ist zudem, ob Kapitän Marco Reus mitwirken kann, der erst in dieser Woche wieder das Mannschaftstraining aufnahm.

S04 will starken Trend gegen starkes Werder fortsetzen

Ähnliches trifft auf mehrere Spieler des FC Schalke 04 zu, die verletzungsbedingt nicht zu Länderspielen reisten. Da wären zum Beispiel Salif Sane, Suat Serdar oder Amine Harit. Cedric Teuchert hingegen fuhr zur deutschen U21-Nationalmannschaft, verletzte sich aber dort und fällen wochenlang aus. Trainer Domenico Tedesco hatte wohl deswegen auch so eine Vorahnung, weswegen er vor den Länderspielen nicht beurteilen konnte, ob die Pause Fluch oder Segen sei. Schließlich gewann der S04 die vergangenen drei Pflichtspiele - und allesamt auch noch ohne Gegentor.

Wird der Trend gegen Werder Bremen fortgesetzt? Die Hanseaten sind Tabellenvierter und haben - ebenso wie der -zweite, dritte und -fünfte - 14 Zähler auf der Habenseite. Anfang des Jahres gewann der SVW spät und in Überzahl auf Schalke 2:1. Kann Werder den Erfolg wiederholen oder können die Königsblauen sind erstmals etwas von den Abstiegsplätzen entfernen?

MSV Duisburg will erste Punkte im fünfte Heimspiel einfahren

Davon will der MSV Duisburg in der 2. Liga auch am liebsten weg. Ein Anfang wurde vor den Länderspielen gemacht. Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Torsten Lieberknecht gewann der damalige Tabellenletzte noch beim Tabellenersten 1. FC Köln mit 2:1. Klappt es denn nun (Montagabend) als Drittletzter gegen den Tabellenfünften St. Pauli? Es wäre der erste Heimsieg im fünften Spiel. Die bisherigen vier Heimspiele gingen allesamt verloren.

Bereits einen Tag zuvor wartet auf den VfL Bochum ein echter Kracher. Der VfL muss beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV antreten. Für den HSV lief es in den vergangenen zehn Spielen zwar mit nur insgesamt zwei Niederlagen nicht schlecht. Allerdings gewannen die Hanseaten in den vergangenen vier auch nur ein einziges Spiel.

Bei den Bochumern ging es hingegen fleißig auf und ab. Immerhin: Vor den Länderspielen konnte nach drei sieglosen Partien (zwei Niederlagen, ein Remis) gegen Arminia Bielefeld mal wieder gewonnen werden. Mit einem Sieg in Hamburg könnte der VfL nach Punkten mit dem Tabellendritten gleichziehen.

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