Stärkung der ehrenamtlichen Leseförderung
Das BMBF fördert das Projekt „MENTOR – Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen“

Offizielle Übergabe in Berlin | Foto: Thilo Schoch
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Ziel des Projekts ist es, die digitale Medienkompetenz von ehrenamtliche Lesementoren „Ü60“ zu stärken. Sie sollen digitale Angebote in der Leseförderung von Schülern vollumfänglich und flexibel nutzen können. So kann es gelingen, Kindern und Jugendlichen, die sich mit dem Lesen gedruckter Texte schwertun, einen attraktiveren Anreiz für das Lesen lernen zu schaffen. Idealerweise kann durch den Einsatz digitaler Medien in der MENTOR-Lesestunde eine
Reverse Mentoring-Situation entstehen. In der erlebt das Kind, dass es über Kompetenzen verfügt, die es an seinen älteren Lesementor weitergeben kann.

Bei der offiziellen Bekanntgabe der Förderung betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Thomas Rachel, MdB: „Die Leselernhelfer des MENTOR-Bundesverbandes tragen dazu bei, Kindern und Jugendlichen die Freude am lesenden Entdecken der Welt zu vermitteln und Lesekompetenz zu stärken. Das ist ein wichtiger Baustein für gelingende Bildungsbiografien - denn Sprache ist Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig können wir mit dem Projekt den Umgang älterer Menschen mit den digitalen Medien stärken.“

Die Bedeutung der Leseförderung unterstreicht auch Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung: „Leider gibt es viele Schüler mit erheblichen Defiziten in der Sprache und beim Lesen. Nur wenn diese Kinder Unterstützung beim Lesen lernen erhalten, können sie dem Unterricht folgen und ihre Sprache entwickeln. Nur so können sie die Schule abschließen und einen Beruf ergreifen.“

Neben der Leseförderung in Kindergärten und Schulen, Bibliotheken und durch die Stiftung Lesen gibt es bundesweit viele ehrenamtliche Initiativen zur Leseförderung. Unter dem Dach des MENTOR-Bundesverbandes fördern in Deutschland 11.500 Lesementoren 15.000 Schüler nach dem 1:1-Prinzip. Die Vorteile dieses individuellen Förderansatzes erläuterte Margret Schaaf, 1. Vorsitzende des MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverbandes e.V.: „Die Lesementoren gehen gezielt auf die Fähigkeiten der Kinder ein und können ein Vertrauensverhältnis aufbauen, das das gemeinsame Lesen und Lernen trägt. Dass sich ein Erwachsener exklusiv für sie Zeit nimmt, stärkt das Selbstwertgefühl der jungen Menschen und ist zentral für die Wirksamkeit des Mentorings. Das neue, digitale Projekt unterstützt den Aufbau des Selbstwertgefühls noch dadurch, dass die Kinder und Jugendlichen ihren älteren Mentoren den selbstverständlichen Umgang mit Tablets und Software vermitteln.“

Seit über 15 Jahren setzt die erfolgreiche individuelle Leseförderung von MENTOR vor allem auf klassische Medien wie Bücher, Kinderzeitschriften, Comics und Sprachspiele. Mit dem digitalen Lesen haben bereits einige Mitgliedsvereine des Bundesverbandes Erfahrungen gesammelt. Das neue Projekt erschließt es für alle 80 Verbandsmitglieder. Andrea Pohlmann-Jochheim, Vorstandsmitglied des MENTOR - Die Leselernhelfer Bundesverbandes e.V., sagte über die Ziele der digitalen Leseförderung: „Kinder und Jugendliche, die sich gegen das Lesen gedruckter Texte sperren, erhalten durch digitale Angebote einen attraktiveren Anreiz zum Lesen lernen. Perspektivisch möchten wir mit der erfolgreichen Implementierung der digitalen Leseförderung neue Chancen für Formen generationsübergreifenden Lernens ausloten.“

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird vom BMBF mit 418.030,00 Euro gefördert. Im Mittelpunkt stehen die Konzeption und Umsetzung von digitalen Grundlagenseminaren, App-Empfehlungen und eine kontinuierliche fachliche und technische Begleitung der MENTOR-Vereine und der Lesementoren durch Experten.

Foto von links:
Maria Meergans, Mentorin, MENTOR Spreewald,
Andrea Pohlmann-Jochheim, Vorstand Weiterbildung, MENTOR-Bundesverband,
Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, MdB,
Margret Schaaf, 1. Vorsitzende, MENTOR-Bundesverband,
Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Forschung u. Technikfolgenabschätzung des Bundestages,
Renate Seifert & Juliane Bombeck, Mentorinnen, MENTOR Rostock in der Hanseatischen Bürgerstiftung Rostock

Autor:

Agnes Gorny aus Oberhausen

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