1.150 Stadtwerke-Kunden im ersten Geschäftsjahr

Volkan Karagece.

Auf das erste Geschäftsjahr blicken die Ende 2013 gestarteten Stadtwerke Castrop-Rauxel zurück: 1.150 Endkunden privater Haushalte für Strom oder Gas konnten seitdem gewonnen werden. „Es sind circa zwei Drittel Stromkunden und ein Drittel Gaskunden.“ Genauer will sich Geschäftsführer Volkan Karagece mit Verweis auf Wettbewerber nicht äußern.

Mit diesem Ergebnis sei man zufrieden, so Karagece, auch wenn beim Start die Losung ausgegeben worden war, dass man nach drei Jahren 3.000 Stromkunden und 1.800 Gaskunden gewonnen haben müsse, um die schwarze Null zu erreichen.
Karagece ist jedoch zuversichtlich, dass man schwarze Zahlen schreiben werde. „Denn damals haben wir nur Endkunden betrachtet.“ Mit der starken Nachfrage von Gewerbetreibenden, Geschäftsinhabern und Hausverwaltern habe man dagegen nicht gerechnet. Waren es vor fünf Monaten noch je zehn dieser Strom- und Gas-Großkunden, seien es nun „mehr“, so Karagece. Umgerechnet entspreche der Verbrauch dieser Gewerbekunden dem Verbrauch von etwa 2.000 Tarifkunden.
Nicht eingerechnet ist hier die Stadt Castrop, die seit Jahresbeginn Stromkunde der Stadtwerke ist. Die Kooperation läuft über drei Jahre, und die Stadtwerke kalkulieren mit einem städtischen Stromverbrauch von etwa 4,7 Gigawattstunden pro Jahr.
Um das Ziel zu verfolgen, selbst Energie per Windkraft, Blockheizkraftwerk und Photovoltaik zu erzeugen, sind die Stadtwerke weiterhin mit Anbietern im Gespräch. „Bei der Windkraft sind wir einen Schritt weiter“, so Karagece. Geplant sei, zusammen mit dem Landwirt Wilhelm Kremerskothen ein größeres Windrad im Süden der Stadt zu errichten. „Den Antrag werden wir im Februar oder März abgeben.“ Im Anschluss solle zunächst die Öffentlichkeit informiert werden, danach werde ein Modell vorgestellt, wie Bürger sich finanziell an dem Projekt beteiligen könnten. Die Inbetriebnahme des Windrades ist für Mitte 2016 vorgesehen. Wieviel die Errichtung koste und wieviel Strom das Rad erzeugen könne, stehe zum jetzigen Zeitpunkt der Planungen noch nicht fest, erklärt Karagece.
Neben der Energieerzeugung beschäftigt man sich bei den Stadtwerken zurzeit damit, auszuloten, wie wirtschaftlich es wäre, Heizstrom aus Ökostrom als neues Nachtstromprodukt einzuführen. „Es gibt etwa 1.000 potentielle Heizstromkunden. Das ist nicht die Welt, aber im Moment sieht es gut aus“, sagt Karagece über die Pläne.

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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