Kumpel veranstalten am 11. August ökumenischen Gottesdienst in alter Lohnhalle auf Zeche Lohberg
Geschichtsträchtiger Ort mit neuer Ausrichtung

 (V.l.) Diakon Michael van Meerbeck, Holger Gosch, Uwe Reichow und Pfarrer Jürgen Widera möchten an alter Wirkungsstätte eine montane Tradition wieder aufleben lassen: Sie laden ein zum ökumenischen Gottesdienst am 11. August in der ehemaligen Lohnhalle.
  • (V.l.) Diakon Michael van Meerbeck, Holger Gosch, Uwe Reichow und Pfarrer Jürgen Widera möchten an alter Wirkungsstätte eine montane Tradition wieder aufleben lassen: Sie laden ein zum ökumenischen Gottesdienst am 11. August in der ehemaligen Lohnhalle.
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Unter dem Motto "Tradition wahren, Neues gestalten" möchten ein paar ehemalige Kumpel eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Früher hat auf der Zeche Lohberg einmal im Jahr ein Barbaragottesdienst stattgefunden. Für Sonntag, 11. August, 10 Uhr, ist ein ökumenischer Gottesdienst an gleicher Stelle geplant.

"Die Lohnhalle", sagt Holger Gosch, Vorsitzender der IG BCE Ortsgruppe Dinslaken Lohberg/Feldmark, "ist ein ganz besonderer Ort in Dinslaken." Noch heute kann er sich bestens an die vielen Gespräche und Geräusche, an diese ganz eigene Atmosphäre, erinnern. "Die Lohnhalle war zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Bergleute." Dass sich dort tatsächlich Kumpel aufgehalten und auf ihre Auszahlung gewartet haben, ist allerdings schon eine Weile her. Ziemlich genau nach 100 Jahren wurde die Zeche Lohberg im Jahr 2005 geschlossen. "Umso mehr freut es mich jetzt, dass mit der Caritas neues Leben einzieht." Der Wohlfahrtsverband plant in den alten Mauern eine Pflegeschule. Voraussichtlich bis Herbst 2020 sollen dort 200 bis 300 Ausbildungsplätze geschaffen werden.

"Holger und ich kennen uns schon lange", sagt Uwe Reichow, Fachausschussvorsitzender des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) im Kirchenkreis Dinslaken. "Wir haben uns immer gefragt: 'Was können wir noch tun, um dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit auch über die Schließung und das Ende des Bergbaus hinaus aufrecht zu erhalten?'" Irgendwann kam ihnen der Bergmannsgottesdienst in den Sinn. Den hätte es früher regelmäßig gegeben, bis die Tradition einschlief. Und weil ein Kinderfest keine wirkliche Alternative darstellte, entschied man sich dafür, einen ökumenischen Gottesdienst zu veranstalten.

Gottesdienst besitzt die Stärke, ganz unterschiedliche Menschen zusammenzubringen

Weder die evangelische noch die katholische Liturgie sollen dabei in Reinkultur umgesetzt werden. Viel mehr ginge es darum, sagt Pfarrer Jürgen Widera, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt Duisburg-Niederrhein (KDA), dass Menschen zusammenkämen, um zu beten. Seine Erfahrung habe gezeigt: "Ein Gottesdienst besitzt die Stärke, ganz unterschiedliche Menschen zusammenzubringen." Darum, sagen die Initiatoren, sei auch jeder herzlich eingeladen - egal ob Kumpel oder nicht.
Im Anschluss an den Gottesdienst, der - wie sollte es auch anders sein!? - mit dem "Steigerlied" ausklingt, besteht die Möglichkeit, bei einem Imbiss zusammenzukommen. Geboten wird eine Erbsensuppe, bei Bedarf auch vegetarisch.

Sollte die Veranstaltung gut angenommen werden, soll sie ein immer wiederkehrendes Ereignis werden. Schwerpunkt im kommenden Jahr könnte dann ein feierlicher Gottesdienst inmitten der Baustelle sein.
An Diakon Michael van Meerbeck, Caritasverband für die Dekanate Dinslaken und Wesel, soll das Vorhaben jedenfalls nicht scheitern. "Wir als Caritas haben uns über diese Idee sehr gefreut." Die Unterstützung sei den ehemaligen Kumpels also gewiss.

Autor:

Lisa Peltzer aus Dinslaken

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