Schulpflegschaft mahnt
Zukunft der Schulen in Dinslaken: Auswirkungen der sogenannten "flankierenden Maßnahmen"

In einem offenen Brief bemängelt Norbert Bruckermann im Auftrag der Schulpflegschaft der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum, dass in der öffentlichen (und politischen) Diskussion über die Schulstandortfrage in Dinslaken eine sachliche Information über die geplanten "flankiertenden Maßnahmen" (Beschränkung der Zügigkeit EBGS, OHG, THG, Realschule), die erforderlich sind, um der geplanten neuen Gesamtschule zu ausreichend Schülern zu verhelfen, bisher völlig fehlte.

"Nach geltendem Recht dürfen die weiterführenden Schulen Kriterien für die Aufnahme neuer Schüler festlegen. Dazu gehören beispielsweise die Bevorzugung von Geschwisterkinder oder das Verhältnis männlich/weiblich. Diese Kriterien dürfen aber NICHT die bisherige schulischen Leistung beziehungsweise die Empfehlung der Grundschul-Lehrer berücksichtigen. Eine Ausnahme gilt nur für Gesamtschulen, um Leistungsheterogenität zu erreichen. Dies wird in Dinslaken bei einer Deckelung der übrigen Schulen zu massiven Einschränkungen des Elternwillens führen.

Nachfolgend einige Beispiele

Ein Schüler mit guten Grundschul-Noten aus Eppinghoven soll die EBGS besuchen, weil die Eltern aus dem Bekanntenkreis viel gutes über die Schule gehört haben und die Nachbarkinder diese Schule auch besuchen (Fahrrad-Fahrgemeinschaft). Da die EBGS auf 5 Jahrgänge gedeckelt ist kann das Kind im Losverfahren Pech haben und muss statt dessen täglich zur Gesamtschule am anderen Ende von Dinslaken nach Hiesfeld.
Ein sprachbegabter Schüler aus Hiesfeld mit Gymnasialempfehlung möchte wegen des bilingualen Unterrichts nach der vierten Klasse zum Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). Da die Zügigkeit gedeckelt ist, findet er sich eventuell trotz Gymnasial-Empfehlung an der Gesamtschule in Hiesfeld wieder, weil auch die anderen Gymnasien voll sind. Ein anderes Kind ohne Empfehlung wird dagegen dank Losglück angenommen (und im schlechtesten Fall nach Klasse 6 abgeschult).
Eine Schülerin aus dem Bruch möchte das THG besuchen, weil sie das DALTON-Prinzip des selbstständigen Lernen begeistert. Da auch das THG auf drei Züge gedeckelt ist, kann sie bei Los-Pech nicht die Schule ihrer Wahl besuchen und landet z.B. an der Gesamtschule Hiesfeld.
Die neue Gesamtschule in Dinslaken soll gegründet werden, weil die EBGS jedes Jahr Schüler abweisen muss. Die Gründung dieser Gesamtschule wird die Abweisungsquote an Dinslakener Schulen in Summe aber mit höchster Wahrscheinlichkeit um ein vielfaches erhöhen.

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