Lokales aus Dortmund - Faszination Sonnenbunker- mit dem Lokalkompass unterwegs.

Das Koloss mitten im Wohngebiet ...
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Bürger Reporter gesucht:
wer erkundet mit Jens Steinmann den Sonnenbunker in Dortmund ?

Im Kriegsfall wird es eng ?

Dreizehn Kubikmeter Lebensraum pro Person - da werden wir neugierig.

Klingt bedrückend aber es ist auch sicher spannend.

So spannend das ich gleich anfange mit meiner Erzählung.

Der Hochbunker in der Zwickauerstrasse in Dortmund wurde Ende des zweiten Weltkrieges fertig gestellt. Der Hochbunker wurde nach dem Krieg zunächst als Lager und Archiv genutzt. 1959-1963 erfolgte während des kalten Krieges, die Aufrüstung zum atomsicheren Bunker. Seine Bauzeit 38 Monate bei Bauende1963 ca. Kosten 3,5 Millionen D-Mark. Belegungskapazität 1500 Personen, für mich nicht
vorstellbar bei dieser enge. Der teilweise unter Denkmalschutz stehende
Betonkoloss von 46m Länge, 25m Breite und 17m Höhe zwar mit allen nötigen
technischen Einbauten wirkt beängstigend klein für so viele Personen. Wir fanden
über vier Etagen Gänge und Räume vollgestopft mit endlosen Sitzreihen und
Schlafpritschen auf denen an Schlaf sicher nicht zu denken war. ,, Hier sollen also 1500 Personen überleben können über 30 Tage lang", kaum zu glauben. Die mehrfach umlenkten Flure, mit Doppelschleusen gesicherten Zugänge ins Innere können schmaler kaum sein. Ein einmaliges Experiment des Dortmunder Sonnenbunkers 1964 hat gezeigt wie schwierig der Ernstfall wäre. Mit nur 144 Personen wurde ein spektakulärer Versuch gestartet. Die 60er...die Welt vor dem Abgrund? Ein Atomkrieg drohte ständig auf jeden Fall bereitete man sich auf den Ernstfall vor.
Im Sonnenbunker in der Zwickauerstraße wurde der Atomkrieg von 144 Menschen simuliert. Nicht ganz real denn dafür hätten 1500 Menschen einziehen müssen. Der Belegungsversuch führte zu zahlreichen Protesten und Demos. Aber letztlich wurde er durchgeführt. Geschlafen wurde in drei Schichten: Sechs Stunden Schlaf 12 Stunden Freizeit in den Räumlichkeiten auf nur einer Etage. Essen dreischichtig, kein Tageslicht, keine Körperpflege, Wasserknappheit, keine Außenkontakte. Das Experiment uferte aus gilt aber als erfolgreich. Im Inneren des Betonklotzes kam es auf engstem Raum zu Spannungen und Streitereien. Bunkerkoller inclusive-jedoch kaum zu glauben...
bis auf zwei Probanden hielten alle durch. Das alles erfahren wir heute und ich bin beeindruckt. Wie mag das physische und psychische und soziale Verhalten der Personen im Bunker so gewesen sein? Achtzehn Stunden Tag mit gleitender Verschiebung der Schlafzeiten. Wir haben viel gesehen und viel erfahren. Im übrigen wurde 2005 das Denkmalgeschütze Gebäude vom Bund an Privat veräußert. Von 3000 Bunker die für 57 Millionen Menschen erstellt werden sollte nahm man Abstand. Wer kommt hinein wer nicht wäre ja da die Frage gewesen. Der Sonnenbunker soll unverändert möglichst authentisch bleiben so ist es auch. Man meint die Zeit sei stehen geblieben, wenn man auf die Relikte des kalten Krieges die Einrichtung der 60er und 70er schaut. Nachdenklich fahre ich heim und sage vielen Dank über einen solch erlebnisreichen Abend. Bin beeindruckt ...
mehr Infos

Infos zu Führungen

Info und Führung :
Tim Henrichs
Ort:
Zwickauer Straße 10
44139 Dortmund
Erforderlich:
Festes Schuhwerk
Warme Kleidung (ca 8-12 Grad )
Gehbehinderte Besucher:
Treppen beachten.
näheres unter www.Sonnenbunker.de
Empfehlenswert:
Das Buch, Die Nacht der 144 Stunden," siehe Homepage..

Autor:

Gudrun Wirbitzky aus Bochum

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