Wahlplakate: Witzig - Intellektuell - Vulgär - mit überregionaler Bedeutung - Alt

Kategorie Witzig (Hof Schulte Platz am Asselner Hellweg): Folgt man der Theorie des Berliner Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling, dass die einzig relevante Einteilung der Postmoderne witzig oder nicht witzig lautet, muss man zu dem Schluß kommen, dass das Plakat der Piratenpartei "Hier supertollen Wahlkampfslogan einfügen" mit deutlichem Abstand in dieser Kategorie gewonnen hat.
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  • Kategorie Witzig (Hof Schulte Platz am Asselner Hellweg): Folgt man der Theorie des Berliner Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling, dass die einzig relevante Einteilung der Postmoderne witzig oder nicht witzig lautet, muss man zu dem Schluß kommen, dass das Plakat der Piratenpartei "Hier supertollen Wahlkampfslogan einfügen" mit deutlichem Abstand in dieser Kategorie gewonnen hat.
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An ihnen scheiden sich die Geister: Wahlplakate. Für den eingefleischten Wahlkämpfer ein Muss. Für viele andere ein schlichtes, straßenverschandelndes, überflüssiges Ärgernis. Eins aufhängen bringt nichts, eins nicht aufhängen bringt auch nichts, so lautet eine alte Wahlkampfweisheit.

Auf der Zielgraden des aktuellen Wahlkampfes erlaubt sich der Autor dieses Beitrages, selber bekennender Wahlkämpfer, der allerdings mit seinem eigenen 08/15 Plakat (Gesicht, Name, Partei, Forderung) in den geprüften Kategorien "Witzig - Intellektuell - Vulgär - mit überregionaler Bedeutung - Alt" weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen landete, die Wahlplakate natürlich mit subjektiver Objektivität zu bewerten:

Kategorie I: Witzig

Folgt man der Theorie des Berliner Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling, dass die einzig relevante Einteilung der Postmoderne witzig oder nicht witzig lautet, muss man zu dem Schluß kommen, dass das Plakat der Piratenpartei "Hier supertollen Wahlkampfslogan einfügen" mit deutlichem Abstand in dieser Kategorie gewonnen hat.

Kategorie II: Intellektuell

Für Wahlplakate wahrlich eine gewagte Kategorie, vermochten es doch die LINKEN mit ihrem Wahlplakat "Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen!" den Sieg mit einer Kritik an der weiteren sozialen Spaltung der Gesellschaft zu erringen. Der Slogan geht auf ein Zitat des deutschen Philosophen Theodor W. Adorno zurück: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." Adorno wollte damit auf die Differenz von richtig und falsch und die Wichtigkeit, sich den Sinn für das Richtige nicht nehmen zu lassen, aufmerksam machen.

Kategorie III: Vulgär

Nicht selten auch für Kategorie I gut, staubt die Partei Die Partei dieses Mal nur den Titel in der vulgären Kategorie ab. Einfach stumpf. So sind sie nun mal, die von der Partei Die Partei.

Kategorie IV: Überregionale Bedeutung

Mit seinem Kommunalwahlplakat "Energie muss bezahlbar sein" brachte es der "Energieteufel" Utz Kowalewski von der Dortmunder Linkspartei zu bundesweiter Bedeutung. Er schaffte es in die bundesweite Liste der skurrilsten Wahlplakate des Blogs Hamburger Wahlbeobachter.

Kategorie V: Alt

Bei der Kategorie Alt denkt man natürlich unwillkürlich an die Plakate rechtsradikaler Parteien, deren Slogans gefühlte 80 Jahre alt sind. Aber weit gefehlt. Alle Parteien hängen nach der Wahl ihre Plakate ab. Und Du? In der fünften Kategorie für das älteste Wahlplakat gehören die Grünen zu den Gewinnern. In der Straße "Am Gottesacker" hängt immer noch ein grünes Wahlplakat aus dem Bundestagswahlkampf. Vermutlich gehen die Grünen davon, dass ihre Plakate biologisch abbaubar sind.

In die Kategorie "WITZIG" gehört sicherlich auch die Internetseite wahlplakatomat.de. Wie gut kennen Sie die Plakate zur Europawahl 2014?

"Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen." (Loriot)

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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