„Ein Raum voller Leben“: Der albanische Flüchtling Adrian Troci zeichnet und spielt Klavier im café balou

Adrian Troci spielt regelmäßig Klavier im café balou - und zeichnet zudem auf Wunsch die Besucher. | Foto: Günther Schmitz
  • Adrian Troci spielt regelmäßig Klavier im café balou - und zeichnet zudem auf Wunsch die Besucher.
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Seit einiger Zeit dringen zarte Klavierklänge durch das café balou in Brackel: Der albanische Flüchtling Adrian Troci spielt regelmäßig und kostenlos klassische Musik für die Besucher - und in den Pausen fertigt er auf Wunsch Portraits an.

Leise und etwas unsicher wirkt Troci, wenn er über sein neues Leben in Deutschland spricht. Aber im café balou mit seinen hellen Räumen und großen Glasfenstern gefällt es ihm: „Der Raum ist voller Leben. Es ist hier nie leise“, freut er sich. Seit drei Monaten ist er bereits in Dortmund. Der 32-Jährige hat bereits Asyl beantragt; sein Verfahren läuft noch. Momentan wohnt er im „Flüchtlingsdorf Morgenstraße“ in Wickede. Dort lebt er mit sechs weiteren Albanern in einem Zimmer.

Troci zeichnet und musiziert im café balou

Im Flüchtlingsdorf lernte er Barbara Heinz, Mitglied im balou, kennen, die ehrenamtlich im Flüchtlingsdorf arbeitet. Troci fiel ihr auf, da er einmal ein Portrait einer anwesenden Journalistin zeichnete. Sofort dachte sich die Ehrenamtliche, dass dies doch etwas für das balou wäre. Nach Rücksprache ist Troci jetzt seit Mitte September durch Barbara Heinz' Vermittlung immer dienstags und mittwochs jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr im café des balous zu finden.
Es ist das erste Mal, dass wir so etwas im café balou machen“ erklärt Tanja Moszyk, Leiterin der Jugendkunstschule im balou. Bei der Umsetzung gab es keinerlei Probleme: „Er hat angefragt und wir haben das sofort umgesetzt.“
Etwa 25 Minuten benötigt Troci für seine Portraits. Im Gegenzug bittet er um eine Spende für das Flüchtlingsdorf. Das Material bekommt er teilweise durch Spenden, teilweise durch das balou. „Die Besucher stehen Schlange für seine Portraits“, erklärt Fehmi Sopi, der auch als Übersetzer bei dem Gespräch fungiert. Auch er hat Troci im Flüchtlingsdorf kennen gelernt, wo er arbeitet.

Hoffnung auf besseres Leben in Deutschland

In Albanien lebte Troci in Durrës, eine Großstadt an der adriatischen Küste Albaniens. Geboren ist er in Dibra, ein Abschnitt des Drin-Tals im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Albanien. In Deutschland hofft er auf ein besseres Leben. „Ich mache das gern hier“, sagt er fröhlich. „Wenn möglich, möchte ich mehr über die deutsche Kunst lernen und Dortmunder Künstler treffen.“ Spontan bietet ihm Tanja Moszyk dabei ihre Hilfe an. „Er könnte zum Beispiel die Bibliothek nutzen, die sich direkt nebenan befindet.“ Die nötigen Grundlagen schafft Troci, indem er einen Deutschkurs im Flüchtlingsdorf besucht.

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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