Landwirte protestieren gegen Flächenfrass durch OWIIIa / L663n

Flächenverbrauchsuhr. pro sec. 2 m2 weniger.
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Der April macht was er will.
Entsprechend dieser Wetterregel verhielt sich am Sonntag auch das Wetter. Von Sonne bis Regen war alles dabei.
Aber natürlich hat das die Landwirte und andere OWIIIa Gegner nicht davon abgehalten, eine geplante Protestveranstaltung vor Ort auf der Ackerflur eines Landwirtes abzuhalten.

Direkt auf dem Grundstück, welches zukünftig durch die OWIIIa in 2 Teile zerschnitten werden soll, traf man sich.

Zentraler Punkt der Aktion war eine sog. Flächenverbrauchsuhr. Klug auf einem Trecker mit Frontlader montiert und von dort auch mit Strom versorgt, wurde auf dieser Uhr angezeigt, wie viel Landwirtschaftliche Nutzfläche pro sec. in der Bundesrepublik verloren geht. Verlust durch Straßenbau und Industrie und Gewerbe- sowie Wohnbebauung.

Dadurch nahm die Landwirtschaftsfläche in Nordrhein-Westfalen um 633 km² ab.Dies ist eine Größenordnung, die in etwa der Gesamtfläche der Städte Bonn, Köln und Leverkusen entspricht (625 km²).

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche mit 16 742 km² knapp die Hälfte (49,1 Prozent) der gesamten Landesfläche (34 092 km²) ein.

Mit 10,6 Millionen m2 in 10 Jahren hat die Stadt Dortmund einen Spitzenplatz in der Verluststatistik inne.
Zum Vergleich wurde in ganz NRW 3,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche vernichtet.
Im Kreis Unna waren es dagegen nur 3 Prozent,
aber Dortmund verlor in den 10 Jahren sage und schreibe 10,7 Prozent seiner gesamten Landwirtschaftsflächen.

Ein Zustand, den die Landwirte nicht mehr bereit sind, hinzu nehmen.

In einem großen Planwagen ( und somit gut vor der Witterung geschützt, nahmen mehrere Vertreter des Westfälisch- Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) daher eindeutig Stellung gegen die zunehmende Flächenvernichtung.

Der anwesende Geschäftsführer Herr Bücher begrüßte alle Teilnehmer und Herr Wortmann als neuer Sprecher des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr - Lippe hielt vor der anwesenden Presse ein ebenso deutliches wie beeindruckendes Kurzreferat zum Thema.

Nachfolgend ein Zitat aus der Presseerklärung:
"Der anhaltend starke Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen durch die Ausweisung von Gewerbe- und Baugebieten oder den Straßenbau ist für die Landwirtschaft zu einem ernsten Problem geworden.
Viele Beobachter fragen sich, wie künftig auf einer schrumpfenden Fläche gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt, erneuerbare Energien erzeugt und dem Umweltschutz verstärkt Rechnung getragen werden soll.
Auch in Dortmund soll wiederum wertvolles Ackerland unwiederbringlich durch den Ausbau der L663n (OW3A) versiegelt werden."

Neben dem unsinnigen Ausbau der OWIIIa sind in Dortmund noch viele weitere Flächenvernichtungen schon in Umgesetzt oder in Planung.

Um im Stadtgebiet Brackel zu bleiben sind das:

- Ansiedlung von T€Di mtten im Brackeler Stadtgebiet.

- Ansiedlung von REWE mitten in der ehemaligen Frischluftschneise in Brackel.

- Genehmigung von 23 ha Gewerbegebiet am Buddenacker in Brackel

- Genehmigung von 7,5 ha Gewerbegebiet am Hohenbuschei in Brackel

- Genehmigung des Baugebietes Asseln West ( Kahle Hege ) ( 5 )

- Forderung nach weiteren Wohngebieten im Norden und Westen von Asseln und Wickede:
---- Wohnbebauung Wickede West ( 2 )
---- Wohnbebauung Bienenstr. ( 3 )
---- Wohnbebauung Ostenschleifweg ( 4 )
( Alle 4 in der Nähe der OWIIIa oder der stark belasteten Aplerbecker Straße.)

Wenn das alles wie geplant realisiert wird, sind in naher Zukunft allein in Dortmund wieder mehrere hundert ha zum größten Teil sehr wertvollen Ackerlandes verschwunden. Dies ist um so bedauerlicher, weil ja gerade auch in Dortmund mehrere 100 ha bisher ungenutzer ehemaliger Industrieflächen als Brachen zur Verfügung stehen. Auch wäre es nach Meinung der Landwirte viel sinnvoller, Wohnungsbau in den vielfältigen Baulücken als auf der grünen Wiese zu betreiben.

Auch nach Aussage von Herrn Schmiemann, frisch gewählter Vorsitzender des Ortsverbandes Dortmund- Hellweg aus Brackel, ist dadurch Landwirtschaft an einigen Stellen nicht mehr wirtschaftlich machbar.

Die ebenfalls anwesenden Vertreter der Nuturschutzverbände und der zwei Bürgerinitiativen, die sich gegen die OWIIIa zur Wehr setzen, unterstützten in ihren Beiträgen den Widerstand der Landwirte gegen den zunehmenden Flächenfraß. Norbert Roggenbach von der BISuF :
Diese traße braucht keiner, diese traße will keiner"

Auch die anwesenden Gegner der OWIIIa aus den Parteien, DIE LINKE, Bündnis90 / Die Grünen und der örtlichen Piraten sprachen sich gegen die OWIIIa aus.

Zahlreiche Bewohner aus Asseln und Wickede kamen vorbei und diskutierten ebenfalls ausführlich den Unsinn der OWIIIa.

Autor:

Wilhelm Auffahrt aus Dortmund-Ost

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