Verkaufsoffener Sonntag in Hörde: „Abstimmung mit den Füßen“

Der verkaufsoffene Sonntag (2.4.) im Rahmen des „Hörder Frühling“ stand lange auf der Kippe. Die Genehmigung des Ordnungsamtes trudelte erst in der vergangenen Woche ein – wenn auch mit Einschränkungen. Rudolf Isken junior vom Organisationsteam wünscht sich jetzt, dass die Bürger ein Zeichen setzen: „Wir hoffen auf eine Abstimmung mit den Füßen, dass dieser verkaufsoffene Sonntag im Sinne eines lebendigen Ortes gewollt ist.“

„Es ist doch allen daran gelegen, dass hier Leben herrscht und viel los ist“, ist Isken überzeugt. „Am besten ist immer ein gemeinsames Miteinander, das ist gut für das Leben in Hörde.“ Entsprechend froh sind Veranstalter und Organisatoren, dass es grünes Licht für die geplante Beteiligung der Geschäftsleute im Rahmen des „Hörder Frühling“ gegeben hat.

Doch die Unsicherheit auf allen Seiten ist groß, seit Gerichte in NRW schon die eine oder andere Veranstaltung dieser Art gekippt haben. Zugrunde lag da meistens ein Einspruch von Gewerkschaften oder Kirchen. Vor allem die Gewerkschaft Verdi hat mobil gemacht gegen die Zusatzöffnung. „Da gibt es hier in Hörde aber keine Einwände“, ist Rudolf Isken junior sicher.

"Zusätzliche Magnete für die Kunden fehlen"

Ein Problem aber bleibt für den „Hörder Frühling“: Mitmachen dürfen nicht alle Geschäfte – und das ärgert die betroffenen Ladenbesitzer wie die Organisatoren des Frühlingsfestes gleichermaßen. Laut Bundesverfassungsgericht muss die Ladenöffnung am verkaufsoffenen Sonntag in engem räumlichen Bezug zu einem konkreten Marktgeschehen stehen. Übertragen für das Fest in Hörde heißt das: „Es sind nur die Kaufleute beteiligt, die eine unmittelbare Nähe zur Veranstaltung haben“, wie Gastronom Thomas Wüstefeld klar stellt. Wer sein Geschäft zum Beispiel an der Hermannstraße hat, darf von 13 bis 18 Uhr öffnen. Wer weiter entfernt im Umfeld liegt, muss die Türen geschlossen lassen. „Ich habe mir nicht viele Freunde gemacht, als ich das den Betroffenen mitgeteilt habe“, weiß Wüstefeld zu erzählen. Betroffen sind von der engen Auslegung auch einige größere Häuser wie MediaMarkt, C&A oder Woolworth. „Damit fehlen dann natürlich auch zusätzliche Magnete für die Kunden“, ärgert sich der Gastronom für die Besucher, die nur eingeschränkt shoppen dürfen.

Eine Vergrößerung des Festes selbst, um so mehr räumlich angrenzende Geschäfte und Händler mit ins verkaufsoffene Boot zu holen, ist für die Organisatoren keine Alternative. „Das wäre für uns nicht mehr finanzierbar, weil dann ganz andere Vorschriften und Sicherheitsbedingungen greifen“, erläutert Rudolf Isken junior. „Solche Kosten sind nicht zu stemmen.“ Zudem sei auch der Platz für größere Karussells und Fahrgeschäfte im Hörder Ortskern schon jetzt quasi ausgeschöpft, gibt sein Vater Rudolf Isken zu bedenken.

Alle Beteiligten hoffen jetzt auf ein klares Signal der Besucher für den verkaufsoffenen Sonntag, wie Isken junior noch einmal unterstreicht: „Wir würden uns freuen, wenn das Publikum mitzieht.“

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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