Klimawandel führt zu Wetter-Extremen
Warum Schneeberge und Dürre-Sommer zusammenhängen

Wer in diesen Tagen auf das Thermometer schaut, wird nicht selten zweistellige Minusgrade entdecken. Busse und Bahnen stehen still und Verkehrsunfälle auf spiegelglatten Straßen sind keine Seltenheit – Was die Politik vermieden hat, schafft das Wetter nun mit einer Art Kälte-Lockdown.
Wäre es an dieser Stelle nicht naheliegend, darin ein Gegenargument für den Klimawandel zu sehen und das schon angesprochene Thermometer mit seinen, für unsere Verhältnisse, ungewohnt tiefen Temperaturen als Beweis gegen jeden globalen Temperaturanstieg anzuführen?

Das weltweite Wetter verändert sich durch den Klimawandel auf überraschende Weise: Es wird nicht einfach nur wärmer, sondern zwischendurch auch mal deutlich kälter. Meteorologen begründen die aktuelle Ausnahmesituation mit einer seit Januar anhaltenden Störung des arktischen Tiefdruckwirbels. Genau dieser Polarwirbel hält die eisige arktische Kaltluft normalerweise über dem Nordpol fest, wo sie sich gegen den Uhrzeigersinn im Kreis dreht. Hin und wieder kann es passieren, dass sich dieser Polarwirbel abschwächt und durch verschiedene Luftströmungen auf angrenzende Landmassen wandert, dort wird es dann ungewöhnlich kalt und schneereich, während sich die Arktis drastisch erwärmt. Genau so ein Phänomen spielt sich auch gerade ab und wir erleben in unseren Breiten eine ungewöhnliche Kälte.

Aber was hat das mit dem Klimawandel zu tun?

Von 1979 bis 2018 ausgewertete Wetterdaten haben im Rahmen einer kürzlich veröffentlichten Studie ergeben, dass Wetterlagen mit schwachem Polarwirbel immer länger anhalten, dagegen werden solche mit stabilem Polarwirbel, die kalte Luftmassen über dem Nordpol halten, immer seltener. Eine Folgestudie belegte als eine der möglichen Ursachen dieser Entwicklung den Eisschwund in der Arktis.

Dabei zeigen Wissenschaftler immer deutlicher, wie sehr die extremen Wetterlagen in den jeweiligen Jahreszeiten miteinander in Verbindung stehen: Von 1980 bis heute hat sich die Arktis bereits dreimal stärker aufgeheizt als die Erde insgesamt und genau diese Erwärmung führt laut einer aktuellen Studie der Columbia University in New York dazu, dass sich das Wettergeschehen weltweit verlangsamt. Damit meinen die Experten, dass es in den letzten Jahren oftmals Hochdruckgebiete gab, die sich kaum vom Fleck bewegten und deshalb zu der anhaltenden Hitze und Trockenheit mit Zehntausenden Hitzetoten, massiven Ernteausfällen und verheerenden Bränden führten. Dabei verwandelt die lange zeitliche Dauer dieser Wetterlagen einige schöne heiße Sommertage in eine für Menschen, Tiere und Natur folgenreiche Hitzewelle und Dürre.

Autor:

Sebastian Everding aus Dortmund-Süd

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