Grossereignis Millionensubvention
Kirchentag: Veranstalter und Stadtspitze täuschten Ratsmitglieder

Die Gruppe Das 11. Gebot forderte beim Kirchentag, dass religiöse Gesellschaften ihren Kirchentag selbst bezahlen sollen.
  • Die Gruppe Das 11. Gebot forderte beim Kirchentag, dass religiöse Gesellschaften ihren Kirchentag selbst bezahlen sollen.
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Die Fraktion Die Linke und Piraten fühlt sich von den Kirchentagsveranstaltern und der Stadtspitze getäuscht. Im Jahre 2015 stimmte der Rat der Stadt Dortmund mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und FDP – gegen die Stimmen von Linken und Piraten – für einen städtischen Kirchentagszuschuss von 2,7 Millionen Euro und Sachleistungen in sechsstelligerHöhe. Zu den Sachleistungen zählt auch das unentgeltliche Überlassen von Schulklassen für die Unterbringung von Kirchentagsbesuchern des 37. Evangelischen Kirchentags, der im Juni 2019 in Dortmund stattgefunden hat.

„Die Kirchentagsveranstalter wollten die Millionensubventionen und die Stadtspitze das Großereignis. Beide Seiten hatten es nicht für nötig gehalten, die Ratsmitglieder über alle relevanten Fakten zu informieren. Es wurde behauptet, dass die Kirchentagszuschüsse sich auch durch Umsatzzuwächse des Innenstadt-Einzelhandels für die Stadt rechnen würden. Aus der Lokalpresse erfuhren die Ratsmitglieder, dass die Hauptverkehrsschlagader des City-Einzelhandels, der Ost- und Schwanenwall, für den Kirchentag eine Woche gesperrt wird.“ (Hinweisschilder: Sperrung vom 15. bis 23. Juni). „Das bedeutet definitiv massive Umsatzeinbrüche für den Einzelhandel", argumentiert Utz Kowalewski, der Fraktionsvorsitzende von Linken und Piraten.

Des Weiteren sei man auch erstaunt, dass die Kirchentagsveranstalter für Übernachtungen mit bis zu 15 fremden Personen in den kostenlos überlassenen Schulklassen 27 Euro von den Kirchentagsbesuchern fordern. Dabei muss man Isomatte, Schlafsack, Handtücher und Geschirr selber mitbringen und erhält nur ein einfaches Frühstück, das im Preis inklusive ist, wie auf der Kirchentagsseite nachzulesen ist. Auch darüber sei man bei der damaligen Ratsabstimmung nicht informiert worden. Man sei von einer kostenlosen Unterbringung ausgegangen. Und offenbar kämen ohnehin nur Inhaber einer Dauer-Eintrittskarte für den Kirchentag (regulärer Preis: 108 Euro) in den Genuss einer solchen Übernachtung, ergänzt Utz Kowalewski.

„Wir stellen den guten Willen der Kirchentagsbesucher nicht in Frage. Aber wir stellen in einer Stadt, in der jedes dritte Kind von Sozialleistungen leben muss, einen Kirchentagszuschuss von 2,7 Millionen Euro in Frage. Die Evangelische Kirche wäre durchaus in der Lage, ihren Kirchentag selbst zu bezahlen. Der Millionenzuschuss wäre in Sozial- und Infrastrukturprojekten besser angelegt", erklärt Kowalewski.

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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