FOC: "Applaus für soviel Bürgernähe!"

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Schon lange war Helmut Mattern nicht mehr so entspannt. Denn während die Stadt dem Bau des Factory Outlet Centers offiziell nun wieder reelle Chancen einräumt, ist der Sprecher der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz sicher: Das wird ein Satz mit x. Den spärlichen Informationsfluss seitens der Verwaltung kommentiert er lakonisch: „Applaus für soviel Bürgernähe!“

„Aufgrund der vorliegenden Nachweise sieht die Verwaltung den Ratsauftrag vom 9. Dezember 2013 als erfüllt an und geht davon aus, dass das Projekt FOC mit dem Projektentwickler Douvil fortgesetzt wird“, verlautbarte die Stadt am vergangenen Montag (wir berichteten) nach der Sitzung der Begleitkommission. „Das FOC wird hier niemals gebaut“, hält Helmut Mattern, Sprecher der BI Zinkhüttenplatz, dagegen.

Mattern ist sicher: „Wenn CDU-Ratsherr Enzweiler als glühender FOC-Befürworter nicht wäre, wäre das Projekt schon längst vom Tisch. Ich glaube, die Stadt zieht das Bebauungsplanverfahren jetzt einfach nur noch durch, um keine Verträge zu verletzen, die Schadenersatzforderungen im siebenstelligen Bereich nach sich ziehen könnten. Aber daran glauben tun die doch selbst nicht mehr.“

Wer solle beispielsweise den von Enzweiler wegen der Nähe zu den Grillo-Werken vorgeschlagenen Umbau der ehemaligen Rhein-Ruhr-Halle zum Schutzraum finanzieren, wer die Verbreiterung der A59-Ausfahrt Marxloh? Und vor allem, wann? „Wenn man bedenkt, dass eigentlich schon das Weihnachtsgeschäft hier in den ersten Ladenlokalen hätte stattfinden sollen, nun aber frühestens und wenn alles glatt läuft mit Baubeginn im zweiten Halbjahr 2015 gerechnet wird, sind wir sehr optimistisch.“

Bezeichnend sei ja, dass in Sachen FOC künftig nur noch im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzungen verhandelt werde, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Bürgernähe – dass ich nicht lache“, sagt Mattern, der sich jetzt mit der BI in einem offenen Brief an den Stadtrat gewandt hat. Darin heißt es unter anderem:

„Alle Parteien haben verschiedene Wahlprogramme erarbeitet, haben doch Prinzipien und Leitlinien.Wie kann man als Fraktion der Grünen ein solches Projekt befürworten, bei dem die Umweltbelastung durch den Verkehr für den Duisburger Norden vehement erhöht würde? Was ist mit der Feinstaubbelastung oder den CO²-Abgasen und einer Katastrophe im Störfall? Wie kann die SPD dafür stimmen? Was ist an einem solchen Projekt ‚sozial‘? Und an die CDU gerichtet: Was ist bei dem Umgang mit uns Mietern bitteschön christlich?“

Dennoch sei die Stimmung unter den Bewohnern der Siedlung Zinkhüttenplatz momentan noch zweigeteilt. „Für die alten Mieter ist es schlimm, jetzt wieder in der Zeitung lesen zu müssen, dass dieser Konsumtempel kommt und die Häuser auf jeden Fall abgerissen werden. Die haben immer noch eine Heidenangst, ihre Heimat zu verlieren. Die jungen Mieter lachen sich über dieses Pfeifen im Walde nur noch kaputt.“

Diesem Pfeifen möchte die BI auch künftig mit Trommeln begegnen: Die nächsten Lärm-Demos sind bereits geplant, so etwa vor der nächsten Ratssitzung am 17. Februar – unterstützt von einer Samba-Kombo. Und auch dem Neujahrsempfang im Hamborner Abteikeller wollen die Zinkhüttensiedler einen Besuch abstatten. Mattern gibt sich kämpferisch: „Die nächsten Kommunalwahlen kommen bestimmt!“

Autor:

Claudia Brück aus Düsseldorf

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