Warnstreik lähmt viele Duisburger - ver.di sagt: "Wir wehren uns!"

Kein Zugang zur U-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof. Am Dienstag bleiben alle Busse und Bahnen in den Depots. Foto: Hannes Kirchner
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Alle Räder stehen still, wenn die Gewerkschaft ver.di es will: Daher bleiben am Dienstag (von Dienstbeginn 3 Uhr bis Mittwochmorgen, 3 Uhr) alle Busse und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft in den Betriebshöfen. Grund: der erste Warnstreik in der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst.

Die Kundencenter der DVG bleiben geschlossen. Auch die Stadtwerke werden bestreikt. Streikende der Sparkasse Duisburg sind zu einem zentralen Warnstreiktag in Recklinghausen aufgerufen. Kleinere Ausstände gibt es zudem in der Stadtverwaltung. „Ziel der Warnstreiks ist es, einen größeren Ausstand – sprich einen unbefristeten Streik – zu verhindern“, erklärt ver.di-Bezirksgeschäftsführer Thomas Keuer. Für diese Woche soll es das aber erst einmal gewesen sein.

Das soll erst einmal gewesen sein!

Ohne Auto gibt's am Dienstag für viele Duisburger kein Fortkommen. „Wir können den Ärger der Bürger verstehen“, erklärt ver.di-Bezirksgeschäftsführer Thomas Keuer. Doch beklagen sollten sich Verärgerte bei der Arbeitgeberseite, die nicht ernsthaft verhandeln wolle.

ver.di fordert für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen Entgelterhöhungen um 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent, eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. „Maßlos hat Innenminister de Maizière unsere Forderung genannt“, ärgert sich Keuer. Den ver.di-Boss Niederrhein fuchst umso mehr, dass die Bundesregierung andererseits keine Probleme damit hat, die Diäten der Bundestagsabgeordneten deutlich zu erhöhen. „Wir haben keine andere Möglichkeit, als uns mit Warnstreiks zu wehren.“

Wie aber sollen klamme Kommunen die höheren Personalkosten stemmen? „Städte wie Duisburg sollten vom Bund das nötige Kleingeld erhalten, um ihre Beschäftigten vernünftig bezahlen zu können.“

Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag, 20. und 21. März, in Potsdam fortgesetzt.

Autor:

Sabine Justen aus Duisburg

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