Im Schloss wurde öffentlich über Bebauungsplan für Kesselstraße diskutiert
Bürger wehren sich gegen Einbezug der Grünfläche

Sabrina Thiele, Henning Schmidt, Eva Fendel, Kai Humberg und Andreas Müller antworteten auf die Fragen der Bürger.
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  • Foto: Doris Brändlein
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 Ihre Meinung war ausdrücklich gefragt. Und die brachten die Borbecker in dieser Woche bei der öffentlichen Diskussion zum Bebauungsplan Nr. 02/19 Kesselstraße/Bocholder Straße im Residenzsaal des Schlosses Borbeck deutlich auf den Punkt.

„Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Gärtnerei soll die geplante 3-zügige Grundschule gebaut werden, der Rest soll Grünfläche bleiben – das wünschen wir uns“, machte ein Zuhörer deutlich. Dass dieser Wunsch in die Realität umgesetzt wird, darf jedoch bezweifelt werden – hat die Stadt Essen doch ganz andere Vorstellungen von einer sinnvollen Nutzung des Geländes.

Bebauung ist okay - nur nicht auf der Grünfäche

Der vorgesehene Standort des neu geplanten Wohnquartiers zwischen Kessel- und Bocholder Straße (wir berichteten) ist als potentielle Wohnbaufläche in dem Konzept Bedarfsgerechte Flächenentwicklung der Stadt Essen enthalten, wie Stadtplaner Henning Schmidt erläuterte. Dagegen wäre auch von Seiten der Anwohner nichts einzuwenden, wenn nicht auch öffentliche städtische Grünflächen für die Bebauung mitgenutzt werden würden.
„Für uns sind das keine Brachflächen, sondern ein Naherholungsgebiet“, betont Anwohnerin Gudrun Reise. Immerhin geht es um 4.700 Quadratmeter öffentliche Grünflächen, die laut dem städtebaulichen Entwurf bebaut werden sollen.

Wie weit ist Stadt dem Investor entgegen gekommen?

Die Frage von Ratsherr Friedhelm Klix: „Sind Sie dem Investor entgegengekommen, indem Sie für sein Bauvorhaben städtische Flächen verkaufen?“ beantwortet Eva Fendel, Leiterin der Bauleitplanung Süd/West/Ost der Stadt Essen. „Wir als Stadt Essen haben natürlich ein Interesse daran, unsere städtischen Flächen zu vermarkten.“ Sie führte aus, dass Essen seit 2014 einen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen hat und im Moment 595.000 Einwohner zählt. „Bis 2030 haben wir einen Bedarf von 5.000 bis 8.000 neuen Wohnungen.“

Schon jetzt klagen Anwohner über jede Menge Lärm

Ein Anwohner des Hauses Bocholder Straße 114 beklagte sich über den Lärm, dem er jetzt schon ausgesetzt ist. „Durch den Umbau des Kreuzungspunktes Otto-Brenner-Straße/Bocholder Straße geht die Straße direkt an meinem Schlafzimmer vorbei. Bei dem dann noch zunehmenden Verkehr ist die Lärmbelästigung noch höher und das ist gesundheitsschädlich“, gibt er zu bedenken. Auch darauf weiß Fendel die Antwort: „Der vierarmige Knoten muss an diese Stelle, das sind die Anforderungen der Straßenplaner. Bei den Gutachten, die im Bebauungsplanverfahren für alle Bereiche erstellt werden, wird geprüft, ob Anspruch auf einen Schallschutz besteht.“

Vor Jahren konnten Bürger das kleine Tal retten

Vor Jahren haben es die Anwohner geschafft, die geplante Anbindung der Otto-Brenner-Straße an die Kesselstraße, die durch das kleine Tal führen sollte, zu verhindern. Mit aktuell 900 Unterschriften hat die „BürgerAktion Bochold“ für die Erhaltung der Grünfläche schlagkräftige Argumente in der Hand.

Text: Doris Brändlein

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