Und ewig röhren die Laubbläser

Mein geliebtes Werden - mit Ruhe und Frieden ist es vorbei.
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Neulich wurde ich von einem ohrenbetäubenden Lärm geweckt und ich wusste: der Herbst ist da. Denn mit den leise von den Bäumen fallenden Blättern streifen nun auch wieder die lärmenden Laubbläser der Stadtreinigung durch die Straßen. Ich zog mir die Decke über den Kopf und dachte: Alle reden von Umweltschutz und Klimakatastrophe und die Stadt Essen geht mit gutem Beispiel voran ...

Doch der Lärm ist nicht alles, was an dieser neumodischen Reinigungsmethode stören kann. Das erfuhr ich, als ich später auf den Bürgersteig trat. Mein Nachbar stand weinend vor seinem Auto. Morgentau lag auf dem Lack. Und darauf klebten grobe, feine und feinste Schmutzpartikel - einfach überall. Schluchzend erzählte mir der gestandene Mann, dass er das ganze Wochenende darauf verwendet hatte, sein Auto zu putzen und zu polieren. Die Laubpuster hatten seine mühevolle Arbeit spielend in nur einer einzigen Minute zunichte gemacht.

Er wendete sich an die Stadtreinigung und bat um Schadensregulierung. Die sei bis heute nicht erfolgt. Inzwischen sei der Vorfall dem Rechtsamt der Stadt Essen übergeben worden. Als er nachfragte und sich beschweren wollte, habe man ihn schroff abgewiesen. Liebe Stadt Essen, so gehst Du mit Deinen braven Bürgern um?

Es sollten sich mehr Leute beschweren und im Internet auf Missstände wie die Laubbläser aufmerksam machen. Verdeckte Häuserwände, Fahrräder, Autos und fliehende Fußgänger - Bürger Essens und der anderen Ruhrgebietsstädte wehrt Euch! Gegen Lärm und Gestank und alles andere, was Euch missfällt. Früher hat man Laub mit Besen und Rechen beseitigt. Das war leise, verpestete nicht die Luft mit Gestank und Lärm und obendrein trug es noch zur gesunden Körperertüchtigung bei.

Apropos Körperertüchtigung: Morgen früh werde ich mir den Wecker stellen und Schwimmen gehen. Dann kann ich zwar nicht wie gewohnt ausschlafen - dafür schone ich aber aktiv meine Nerven. Denn ich rege mich nicht auf, dass ich von den röhrenden Laubbläsern aus meiner wohlverdienten Ruhe gerissen werde (wofür ich obendrein im Rahmen der Hausnebenkosten noch bezahle). Ich muss keinen Laubbläsern ausweichen, wenn ich das Haus verlassen. Ich werde nicht mit erzürnten Mitmenschen konfrontiert, die kopfschüttelnd vor ihren völlig staubverdeckten Autos stehen. Ich ziehe im Wasser meine Bahnen, genieße die Ruhe und tue obendrein noch etwas für meine Gesundheit.

Hochachtungsvoll,
Karl Klar

Autor:

Karl Klar aus Essen-Ruhr

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