Heute soll AWO-Geschäftsführer Oliver Kern zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2020 nominiert werden
Kern-Kompetenz gegen Kufen

Oliver Kern Foto: Mölleken

Auf einem Parteitag am heutigen Samstag in der Aula des Burggymnasiums will die SPD Essen AWO-Geschäftsführer Oliver Kern zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2020 nominieren. Mit welchen Erwartungen geht er ins „Rennen“?

Es gibt bis jetzt in der SPD keine Gegenkandidatur. Will sich sonst niemand die Aufgabe antun, gegen Amtsinhaber Thomas Kufen, angeblich ja einer der drei beliebtesten OB Deutschlands, anzutreten?
Oliver Kern: Wenn man sich sicher ist, eine überzeugende Antwort gefunden zu haben, dann ist es doch nur konsequent, bei seiner Haltung zu bleiben. Der Unterbezirksvorstand der SPD hat vor rund sieben Monaten darüber beraten, wer am schlüssigsten und glaubwürdigsten die richtigen, also sozialdemokratischen Lösungen für die Probleme unserer Stadt vertreten kann. Das Gremium machte überzeugend klar, dass man mich für den besten Kandidaten hält. Die Gunst und das Vertrauen der Wähler zu gewinnen, ist immer eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Dieser Aufgabe muss sich aber auch der Mitbewerber der CDU stellen. Bei aller vor Jahren festgestellten Beliebtheit zählen bei mündigen Wählern doch vor allen Dingen die bisherigen Leistungsbilanzen und die Konzepte für die Zukunft. Was das anbetrifft, haben die SPD und ich viel zu bieten. Da können wir sicher mit Optimismus in den Wahlkampf gehen.

Das wird ja vor Nominierungen immer gefragt: Mit welchem prozentualen Wahlergebnis wären Sie zufrieden?
Es geht da weniger um Prozentzahlen, als um ein starkes Signal des Aufbruchs. Schon bevor mich der Unterbezirksvorstand einstimmig als Kandidaten für die Wahl zum wohl schönsten und anspruchsvollsten Amt dieser Stadt vorschlug, habe ich viele Kontakte zu den Ortsvereinen und zu den SPD-Mitgliedern in dieser Stadt gepflegt. Das habe ich in letzter Zeit noch intensiviert. Dabei spürte ich immer viel Sympathie für mich als Person und für meine Antworten auf die ungelösten Fragen in unserer Stadt. Das waren offene und ehrliche Gespräche, in denen ich sehr viel Bestätigung und Rückendeckung erhalten habe. In vielen Punkten wurden dabei schon gemeinsame Positionen entwickelt. Vor diesem Hintergrund glaube ich fest daran, dass wir mit einem deutlichen Votum für meine Kandidatur gemeinsam in den Wahlkampf ziehen werden.

"Es geht ein Riss durch
die Stadt, der Nord und
Süd spaltet. Das werde
ich nicht hinnehmen."

Was wären denn z.B. drei Kern-Punkte, an denen Sie festmachen, dass Sie der bessere OB für Essen wären?
Es ist erst einmal das Grundprinzip, das mich vom Mitbewerber unterscheidet. Das Arbeitsmotto „Sagen, was ist. Anpacken, was angepackt werden muss.“ durchzieht mein bisheriges Berufsleben und hat mich trotz schlechter Startchancen dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Nicht nur schöne Reden zu halten, sondern aktiv und ganz pragmatisch die Zukunft zu gestalten, das muss auch für einen OB gelten. Das täte auch unserer Stadt jetzt einmal gut. Ganz konkret bin ich ganz sicher, dass die Bereiche Bildung, Wohnen und sozialer Frieden bei mir als OB in besseren Händen sind. Als Geschäftsführer der Essener Arbeiterwohlfahrt ist es für mich leider zum Alltag geworden, mit den Essener Defiziten in diesen Bereichen umzugehen. Als Praktiker bin ich überzeugt, dass wir die besseren Lösungen haben. Wie kann es z.B sein, dass seit Jahren ein Defizit von annähernd 3000 Plätzen im Kita-Betreuungsbereich hingenommen wird und erst vor kurzem öffentlichkeitswirksam ein Gipfel zu diesem Thema abgehalten wurde? Wenn ich OB werde, ist der Bereich Bildung von vornherein Chefsache. Die AWO betreibt 23 Kitas in unserer Stadt, ich weiß, wie man Betreuungsplätze schafft. Dasselbe Problem der Mangelverwaltung gibt es auch im Schulbereich.
Beim Wohnen sehe ich auch erhebliche Defizite. Solange man nicht alle einer Stadt zugänglichen Möglichkeiten ausschöpft, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wird sich das Problem weiter zuspitzen. Wer bei der Bebauung städtischer Flächen keine klare Quote für öffentlich geförderte Wohnungen durchsetzt, trägt nicht zur Lösung bei. Die mangelnde Förderung der Bildung und der Wohnmöglichkeiten wirkt sich besonders im Essener Norden aus. Es geht ein Riss durch die Stadt, der Nord und Süd spaltet. Das werde ich nicht hinnehmen. Wo es weniger Chancen gibt, muss mehr gefördert werden. Da muss Ungleiches so lange ungleich gefördert werden, bis überall in der Stadt gleiche Chancen herrschen und der soziale Frieden nicht weiter in Gefahr gerät.

Autor:

Detlef Leweux aus Essen-Steele

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