Strom fließt im Helmholtz-Gymnasium

Technisch ist der 18-jährige Alexander fit genug. Didaktisch hilft Physik- und Techniklehrer Waldemar Nowak noch aus. Fotos: hub
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Grundschulen das MINT-Profil näherbringen

Es glühen Drähte, Schaltungen werden über Tische verlegt und Photovoltaik wird erfassbar, wenn alles anschaulich mit Baustrahler und Radiomusik erklärt wird. Unter Anleitung 16- bis 18-jähriger Technikfans erforschen Viertklässler die Welt der Naturwissenschaften. Das Helmholtz-Gymnasium hatte geladen.

Zwischen den Tischen schreiten Waldemar Nowak und Marcel Szünstein hin und her. Doch Hilfe benötigen die Gymnasiasten von ihren beiden Techniklehrern eigentlich nicht. "Technisch sind unsere Schüler sowieso fit", sagt Szünstein, der zudem Informatik und Chemie unterrichtet. "Vorbereitet haben wir sie im Vorfeld lediglich hinsichtlich der Sprache, damit sie nicht Fachwörter verwenden, die die Grundschüler nicht verstehen."
Die Helmholtz-Schüler der Stufen Q1 und Q2 ziehen ihr Wissen aus Technik-Leistungskursen – damit ist das Rüttenscheider Helmholtz Gymnasium eins von fünf Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, die diesen Leistungskurs überhaupt anbieten. "Uns ist wichtig, dass die Schüler schon in jungen Jahren Erfahrungen im Feld der Technik sammeln können", meint Waldemar Nowak. "Das ist für die Berufswahl sehr hilfreich." Wie hilfreich, zeigt die Statistik: Über 90 Prozent der Schüler, die in der Rosastraße einen Technik-LK besucht haben, studieren hinterher Ingenieurwissenschaften. Und sind sich damit sicher, denn "wir haben unter unseren ehemaligen Technikschülern keine Studienabbrecher", freut sich Nowak.
Dass sich Oberstufenschüler für Strom, Licht- und Nanotechnik begeistern können, leuchtet ein. Aber Grundschüler? "Als Mitglied im MintEC-Netzwerk sehen wir es als unsere Pflicht an, die Schüler so früh wie möglich an MINT-Fächer heranzuführen", sagt Nowak. "Dabei geht's auch darum, Vorurteile gegenüber den Fächern abzubauen, beispielsweise, dass Technik nur für Jungs interessant sei."
Den Schülern gefällt's. Spielerisch nähern sie sich an elf Forschungsstationen dem Thema Elektrik. Frieda geht in dem Moment ein Lichtlein auf. Die Theodor-Heuss-Schülerin klemmt Kabel an die Anschlussfahnen der Flachbatterie – Strom fließt, die Funktionsweise des Stromkreislaufs ist verstanden.
Vier Tage lang verwandeln sich die Technikräume des Helmholtz-Gymnasiums in Forscherlabore. Fünf Grundschulen schicken ihre vierten Klassen dieses Jahr zum Lernen nach Rüttenscheid. Neben einem Forscherdiplom nimmt der ein oder andere vielleicht einen neuen Berufswunsch mit nach Hause.

Führend unter den Technik-Schulen

Das Schulfach Technik wurde übrigens in den 1970er-Jahren in der Rosastraße gegründet. In den letzten Jahren hat sich das Helmholtz Gymnasium als führend in der Schülertechnik erwiesen. Wie sehr die Schüler selbst für Technik brennen, zeigen nicht zuletzt die gewonnenen Preise, die bei zahlreichen naturwissenschaftlichen Technikwettbewerben eingeheimst wurden. Erst letztes Jahr konnte sich das Helmholtz-Gymnasium gegen 120 Schulen beim innogy 3malE-Wettbewerb durchsetzen. "Solche Wettbewerbe gewinnt man nicht allein durch technisches Können", ist sich Nowak sicher. "Wichtig sind gute Ideen. Und die entwickelt man eben nur mit Begeisterung."

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Stromkreislauf? Kein Problem mit der Flachbatterie!

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