In der Bezirksvertretung IX wurde eifrig über den Ausbau der Kinderbetreuung diskutiert
Für die jüngsten Mitbürger

Zunächst muss die aufgegebene Flüchtlingsunterkunft entkernt und dann abgerissen werden. Die Kosten werden 250.000 Euro betragen. 
Foto: Henschke
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  • Zunächst muss die aufgegebene Flüchtlingsunterkunft entkernt und dann abgerissen werden. Die Kosten werden 250.000 Euro betragen.
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Die Unterbringung und Betreuung der jüngsten Mitbürger nahm bei der Sitzung der Bezirksvertretung einen breiten Raum ein. Neueste Zahlen und Pläne wurden vorgestellt.

Im Oktober letzten Jahres hatte der Rat der Stadt Essen zum Unwillen weiter Teile der Bezirksvertretung IX den Bau einer viergruppigen Kindertagesstätte im Werdener Löwental beschlossen. Fast vier Monate später wurde das Projekt der zuständigen BV vorgestellt und Daniel Behmenburg fasste zusammen: „Irgendwann muss man einsehen, wenn die Schlacht verloren ist.“ Hans Joachim von Hesler sah das ähnlich: „Der Rat hat schon beschlossen. Die Entscheidungen sind im Wesentlichen gefallen.“ Hanslothar Kranz zeigte sich erfreut: „Endlich nimmt die Kita Form an.“ Er sei in Werden viel beschimpft worden für seine Haltung pro Kita im Löwental: „Da braucht man ein breites Kreuz.“

Eine Kita in L-Form

Projektleiterin Miriam Schulte-Bahrenberg konnte schon erste Ausblicke geben, wie die Kita Löwental zukünftig ausschauen wird. Mit einer hellen Klinkerfassade, einem Gründach, Fußbodenheizung und Wärmepumpe. Für insgesamt drei Millionen Euro soll sich das Gebäude in L-Form dem Grundstück anpassen und so maximalen Platz lassen für ein großes Außengelände. Hier entstehen auf drei Ebenen verschiedene Zonen für die unterschiedlichen Altersklassen. Innen finden die vier Gruppen viel Platz, hohe Räume und zusätzliche Oberlichter. Bespielbare Flure, eine Frischkochküche und viel Platz zum Abstellen von Kinderwagen. Ein großer Mehrzweckraum bietet Platz zum Toben und viele Spiel- und Sportgeräte. Entgegen der ursprünglichen Planung sollen es nun doch vier Gruppen sein, das sei nun mal deutlich wirtschaftlicher. Träger wird das Diakoniewerk Essen sein und Plätze für 20 U3-Kinder und 50 Ü3-Kinder anbieten. Die Nähe zur Ruhr brachte Daniel Behmenburg ins Spiel: „Besteht für die Kinder die Möglichkeit, zum Ruhrufer zu gehen? Könnte es da eventuell auch Kooperationen mit den benachbarten Wassersportvereinen geben?“ Das sei im Rahmen der Aufsichtspflicht zu entscheiden, lautete die sybillinische Antwort, die Gregor Arnold von der Immobilienwirtschaft gab. Zunächst muss aber das Gelände freigeräumt werden. Zurzeit wird die aufgegebene Flüchtlingsunterkunft entkernt, hinter dem Haus türmen sich heraus gerissene Gipskartonplatten und Dämm-Mineralwolle in KMF-Säcken. Die Abbruchkosten wurden in Höhe von 250.000 Euro kalkuliert.

Verkehrssituation kritisch

Stephan Sülzer legte den Finger in die Wunde: „Wir hätten uns ein Gesamtkonzept gewünscht fürs Löwental. Die Kita ist schön, aber wie wollen Sie morgens und mittags die Verkehre abfangen? Da sehe ich Probleme.“ Michael Bonmann sah die vier eingeplanten Parkplätze als zu wenig an, zumal er in der neuen Stellplatzsatzung der Stadt Essen gefunden habe, dass Kitas 1,5 Stellplätze pro Gruppe nachweisen müssten. Schulte-Bahrenberg erläuterte, laut Satzung könne die Anzahl der Stellplätze bei einer Vorfahrt für den Bring-und Abholverkehr angepasst werden: „Wir brauchen Kiss & Ride-Parkplätze und eine Umfahrung, damit die Autos nicht rückwärts aus einer Sackgasse setzen müssen.“ Ulla Lötzer fand durchaus, dass eine viergruppige Einrichtung angesichts der Situation eine gute Entscheidung sei: „Aber die Verkehrssituation ist problematisch.“ Gregor Arnold deutete an, dass werde schon gehen, aber die Entscheidungshoheit liege beim Amt für Straßen und Verkehr. Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk betonte, dass man hier nicht Kleinklein denken dürfe: „Die Verkehrssituation im Löwental betrifft Sportler, Anlieger und Firmen. Alles andere als eine verkehrstechnische Gesamtplanung würde ich nicht verstehen.“

Zusätzliche Plätze in Heidhausen

Jugendamtsleiter Ulrich Engelen stellte die Kita-Planungen der nächsten Jahre vor. So sei man auf dem Wege, die Ziele zu erfüllen: „Hundert Prozent bei Ü3 und 40 Prozent bei U3.“ Doch besonders in Kettwig gebe es große Probleme, geeignete Flächen zu finden. Aktuell sei die Versorgungslage schwierig in Kettwig und die Zahl der Plätze bleibe dort konstant. In Heidhausen dagegen sehe es positiv aus. So wird die Kita an der Barkhovenallee zusätzlich 26 Plätze schaffen. Anna Leipprand war in der Liste über eine neue Gruppe an der Heidhauser Straße 131 gestolpert. Ob damit die schon so eifrig diskutierte Kita mit Waldanbindung auf dem Gelände des ehemaligen Fußballplatzes im Volkswald gemeint sei? Nein, es ist die Adresse des Tennisclubs am Volkswald. Die „ZOK - Zukunfts Orientierte Kinderbetreuung gGmbH“ hat bereits zwei Kitas in Duisburg und eine in Mülheim und möchte nun in Heidhausen eine Gruppe mit 20 Kindern eröffnen. Hier solle das Verständnis der Kinder für einen rücksichtsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur und Umwelt gestärkt werden.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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