Wohnerfahrung mit Freunden

Jesuitenpater Lutz Müller führte die Besucher am Begegnungstag durch das neu gestaltete Abuna-Frans-Haus.
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  • Jesuitenpater Lutz Müller führte die Besucher am Begegnungstag durch das neu gestaltete Abuna-Frans-Haus.
  • hochgeladen von Kathrin Hinterschwepfinger

Jesuiten laden zum Begegnungstag in Frohnhausen


„Ich sehe keine Muslime oder Christen, ich sehe nur Menschen.“ - Diese Aussage stammt von dem niederländischen Jesuiten Frans van der Lugt. Und eben unter diesem Motto veranstalteten die Freunde der Gesellschaft Jesu e.V. einen Begegnungstag in Frohnhausen.


Sie nennen es ein Experiment der Willkommensgemeinschaft. Gemeint ist in diesem Zusammenhang eine WG der besonderen Art: Seit nunmehr einem halben Jahr leben Pater Lutz Müller SJ und Pater Ludger Hillebrand mit acht Flüchtlingen unter einem Dach. Das Dach ist in diesem Fall das Abuna-Frans-Haus in Frohnhausen. Die neuen Mitbewohner sind anerkannte Asylbewerber, die von reinen Hilfeempfängern zu aktiven Gliedern der Gemeinschaft und somit auch der Gesellschaft werden sollen. Schon beim Einrichten haben die jungen Männer kräftig mit angepackt und maßgeblich dazu beigetragen ein neues und sehr ansehnliches Heim für alle Beteiligten zu schaffen.

Friedlicher Dialog zwischen Kulturen

An jenem Begegnungstag nun wurden über die ersten Erlebnisse des Zusammenlabens berichtet. Auch gab es Informationen aus erster Hand zu einem weiteren Flüchtlingsprojekt, an dem die Jesuiten in München beteiligt sind.
Begonnen wurde der Begegnungstag gemütlich mit einer Tasse Kaffee und einer Begrüßung durch Pater Lutz Müller SJ. Pater Ludger Hillebrand SJ informierte im Anschluss über die Asylbewerberberatung und das Abuna-Frans-Haus als Antwort auf die Zeichen der Zeit, bevor danach das Frans-van-der-Lugt-Projekt durch Dieter Müller SJ aus München vorgestellt wurde.

Teppiche gehören ins Zimmer – oder doch in den Flur?

Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand eine Besichtigung des Abuna-Frans-Hauses an, bei dem Lutz Müller das gesamte Konzept und die Idee dahinter nochmals erklärte.
„Die Männer, die hier leben kommen aus Syrien, dem Kongo oder dem Libanon“, so Müller. „Jeder von ihnen bewohnt ein Einzelzimmer, zusätzlich gibt es eine gemeinsame Küche und ein Wohnzimmer.“ Finanziert wurde die Einrichtung, mit Ausnahme der hochwertigen Küche, über Spenden der Bevölkerung.
„Wir haben einen großen Aufruf gestartet, der auf fruchtbaren Boden getroffen ist. Viele Menschen haben uns Möbel wie Betten, Tische oder Schränke gespendet, die wir dann mit vereinten Kräften mit einem Sprinter eingesammelt und abgeholt haben. Sogar Musikinstrumente wie Gitarren und ein Klavier waren dabei.“ Im Keller hat die Hilfsbereitschaft sogar zu einem kleinen Sportraum gereicht: Eine Tischtennisplatte, ein Boxsack und ein Kicker-Kasten sollen für gemeinsame Aktivitäten sorgen.

Keine religiösen Differenzen

„Und um es nochmals ganz deutlich zu betonen: Probleme wegen den verschiedenen Religionen haben wir in unserer Wohngemeinschaft nicht und auch religiöse Grundsatzfragen sind ausgeblieben. Es ist zudem sehr wichtig, dass jeder Bewohner sein eigenes Zimmer hat. Denn die Tür zumachen und Privatsphäre zu haben ist enorm wichtig“, so Müller. Ein weiteres kleines Juwel ist der Garten bzw. die Terrasse. Vorher war dort eine große Mauer, die eingerissen wurde. Nun kann man sich auch ins Grüne setzen.
„Das Projekt hat ein offenes Ende. Wir wünschen uns aber, dass es noch eine lange Laufzeit hat und dass wir Strukturen aufbauen können, die man unseren Nachfolgern übergeben kann“, erklärt Müller weiter.
Den Abschluss des Tages bildete dann ein Vortrag des Fundamentaltheologen Pater Hans Waldenfels SJ über die Risiken und Chancen im interreligiösen Dialog, bevor die Eucharistiefeier in der Kirche St. Elisabeth den Begegnungstag beendete.

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