Der Kommentar
Im Abriss-Wahn

Um dieses historische Bruchsteinhaus geht's. Die Lösung der Stadt: Abriss.
  • Um dieses historische Bruchsteinhaus geht's. Die Lösung der Stadt: Abriss.
  • Foto: Foto: Schattberg
  • hochgeladen von Frank Blum

Die Stadt Essen hat wahrlich oft kein glückliches Händchen, wenn es um die eigenen Immobilien geht. Jeder private Besitzer bekäme das große Heulen, wenn er sehen würde, wie seine Häuser verfallen, verrotten, sich selbst überlassen werden.

Denn es werden Werte vernichtet. Im Fall der städtischen Immobilien zahlt die Zeche die Allgemeinheit, der Steuerzahler.
Allein die Liste der Pleiten, Pech und Pannen im Essener Westen ist ellenlang:
In der ehemaligen Hauptschule Bärendelle wurde erst damit begonnen, aufwändig zu sanieren, um dann die Bauarbeiten wieder lange ruhen zu lassen. Schließlich wurde das ganze Objekt, das seit 1994 unter Denkmalschutz steht, in private Hände gegeben. Wohnungen und ein Soziokulturelles Zentrum sollen entstehen. Bis Ende 2019. Die Stadt selbst hat's nicht gebacken bekommen, diese Aufgabe in Eigenregie zu stemmen.
Beispiel Schwimmbäder: Erst wurde im Größenwahn das Freibad Essen-West und danach noch ein Spaßbad Oase errichtet, um dann festzustellen: Für zwei Bäder ist der Bedarf zu groß. Also alles wieder auf Null. Das Freibad Essen-West wurde dem Erdboden gleich gemacht, gefolgt von der Oase. Zuvor waren aber noch satte Summen investiert worden, um die Oase um ein Außenbecken, einen Sauna-Bereich und eine top-moderne Ozon-Anlage zu bereichern. Alles für die Tonne. Das Ende vom Lied ist das Sportbad Thurmfeld, das entweder wegen Reparatur geschlossen ist oder weil Ferien sind oder Wochenende oder Feiertag. Gefühlt eigentlich immer.
Und jetzt das: Eine einsames Bruchsteinhaus, einst Treffpunkt der Naturfreunde, ist für den Abriss vorgesehen. Statt es zu einem schmucken Highlight in der Natur zu verwandeln und dort eine kreative Nutzung zu ermöglichen, fällt den Machern der Stadt nichts besseres ein als - mal wieder - die Abrissbirne zu schwingen.
Mal schauen, ob sich Arndt Sauer mit seinen - wirklich guten - Ideen durchsetzen kann und dort ein Haus für die Jugend entstehen kann. Oder ob der Amtsschimmel erneut kräftig wiehert und vom Schreibtisch aus der Abriss in Gang gesetzt wird.
Lieber Oberbürgermeister Thomas Kufen, stoppen Sie den Abriss-Wahn im Essener Westen! Zumindest diesmal.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte des historischen Bruchsteinhauses im Grünen.

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