Stadt steht im engsten Austausch mit Gesundheitsamt, Medizinern und der Feuerwehr
Coronavirus: Essen ist vorbereitet

Die Angst vor dem Coronavirus wächst, Schutzmasken werden mancherorts knapp. | Foto: lokalkompass.de/pixabay
  • Die Angst vor dem Coronavirus wächst, Schutzmasken werden mancherorts knapp.
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Das Coronavirus breitet sich weiter in NRW aus, die Zahl der Infizierten steigt. Auch viele Essener sind verunsichert und fragen sich, ob die Ruhrmetropole für den "Fall der Fälle" vorbereitet ist. Der Stadtspiegel hat die Frage weitergegeben und bei der Stadt, dem Uni-Klinikum und dem Apothekerverband nachgefragt. Ist Essen auf das Coronavirus vorbereitet?

Die Angst, selbst am Coronavirus zu erkranken, wächst. Die Bevölkerung ist verunsichert. Was wäre wenn? Ist Essen vorbereitet? Dazu die Stellungnahme der Stadt: "Wir stehen im allerengsten Austausch mit dem Gesundheitsamt, aber auch der Feuerwehr, dem Universitätsklinikum und den Ärzten vor Ort. Essen ist bestens auf einen möglichen Notfall vorbereitet! Die verantwortlichen Institutionen können und werden bei Bedarf schnellstmöglich reagieren. Wenn bei uns ein bestätigter Coronafall auftreten sollte, dann treten sofort Notfall- bzw. Pandemiepläne in Kraft", unterstreicht Jasmin Trilling vom Presseamt der Stadt.

Schnell-Tests für Patienten

Auch die Essener Uniklinik ist längst auf den Ernstfall vorbereit und hat seit gut zwei Wochen Schnell-Tests für Coronavirus-Patienten parat. "Wir verfügen über eine große Isolationsstation mit 35 Betten, die wir bei Bedarf auch noch erweitern können. Glücklicherweise haben wir zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keinen infizierten Patienten in Essen", sagt Prof. Dr. med. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie. "Unser hochqualifiziertes Personal steht in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, das in Sachen Coronavirus ebenfalls exzellent aufgestellt ist. Nach wie vor empfehle ich jedem eine Grippeschutzimpfung. Das ist immer noch der wirksamste Schutz."

Masken schützen nur 20 Minuten

Wie so oft, versuchen aber auch einige Scharlatane aus der Angst der Menschen Kapital zu schlagen, indem sie beispielsweise über das Internet völlig überteuerte Schutzmasken verkaufen. "Eine Maske kostet etwa 10 bis 15 Euro, und die Nachfrage in den Apotheken ist unvermindert groß", sagt Rolf-Günter Westaus, Sprecher der Essener Apotheker. Er weist daraufhin, dass die Masken jedoch nur bedingt Schutz bieten: "Man schützt weniger sich selbst als vielmehr die Menschen in der Umgebung, wenn man selber hustet. Außerdem endet die Schutzfunktion aufgrund der feuchten Atemluft schon nach etwa 20 Minuten."

Zum Hintergrund: Erste Coronaviren wurden bereits Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren wie Vögel und Säugetiere.
Coronaviren lösen verschiedene Krankheiten aus - von einer "gewöhnlichen Erkältung" bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Gewöhnliche Coronaviren verursachen meistens milde Erkältungssymptome mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Das neue Coronavirus scheint mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patientinnen und Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

Gute Handhygiene und "Husten-Etikette"

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen auch, schützen Husten- und Nies-Etikette (in die Armbeuge und nicht in die Hand), gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Bürgertelefone

Bei allen weiteren Fragen rund um das Thema Infektionskrankheiten steht wie gewohnt das Gesundheitsamt der Stadt Essen zur Verfügung. Das Bürgertelefon ist unter der Rufnummer 0201 123-8888 montags bis freitags und auch am Wochenende von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger rund um das Thema Coronavirus informieren.

Darüber hinaus hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Nummer 0211/8554774 geschaltet. Die Angst vor dem Coronavirus wächst, Schutzmasken werden mancherorts knapp.

Autor:

Markus Tillmann aus Essen-Kettwig

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