Christian Stadlhofer gibt den Vampir-Bändiger in Oberhausen
Tanz der Vampire: Musical mit Suchtpotenzial

Jetzt nach der Premiere geht die Arbeit für Christian Stadlhofer nahtlos weiter: Es müssen die Zweitbesetzungen einstudiert werden, außerdem hat er immer ein Auge darauf, dass die Qualität der Show gleichbleibend hoch ist. Foto: Winkler/Stage
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  • Jetzt nach der Premiere geht die Arbeit für Christian Stadlhofer nahtlos weiter: Es müssen die Zweitbesetzungen einstudiert werden, außerdem hat er immer ein Auge darauf, dass die Qualität der Show gleichbleibend hoch ist. Foto: Winkler/Stage
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Jetzt tanzen sie wieder, die Vampire im Metronom Theater am Centro in Oberhausen. Dass sie es auch alle am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt machen, dafür sorgt ein Gelsenkirchener: Christian Stadlhofer ist der künstlerische Leiter beim "Tanz der Vampire".

Am 19. September war die Derniere von "Bat out of Hell", am 10. Oktober die Premiere von "Tanz der Vampire" - ganz schön schnell. "Es ist tatsächlich eine sehr kurze Aufbau- und Probenzeit für uns, aber da ungefähr die Hälfte des Ensembles die Show schon mal gespielt hat, ist es zu schaffen", ist Christian Stadlhofer sicher. "Richtig stressig war es für Kostüm und Maske, die haben wirklich reingeklotzt, um alles fertig zu bekommen."

Von Jim Steinman zu Jim Steinman

Musikalisch ist die Umstellung nicht so groß, wieder - wie bei "Bat out of Hell" - heißt der Komponist Jim Steinman. "Ja, es gibt sogar zwei, drei Songs, die gleich sind", schmunzelt der sympathische Theatermensch. "Die "unstillbare Gier" haben wir dann jetzt oft gehört. Aber die Musik von Jim Steinman wird nie langweilig, sie hat irgendwie Suchtpotenzial und nervt nicht." Und er muss es wissen, schließlich war er drei Jahre lang selbst Teil der "Tanz der Vampire"-Produktion, hat rund 500 Mal den Professor Abronsius gegeben. "Mir war selbst nicht klar, an was ich mich alles erinnere", ist er überrascht. "Aber durch die Musik, den Text und die ganze Umgebung kommt viel mehr zurück, als ich je gedacht hätte." Und das sei natürlich hilfreich bei der Arbeit mit den Kollegen, die jetzt auf der Bühne stehen. "Wissenslücken habe ich nur in dem Teil des Stücks, wenn der Professor schlafend auf der Bühne liegt." Ist denn ein Einspringen als Professor schon eingeplant? "Nein, ich habe keine Kostüme", grinst er und erzählt, dass er nach seinem Ausstieg aus der Show 2011 jahrelang keine Stockschirme benutzen konnte. "Ich habe immer sofort die Professor-Haltung eingenommen und die ist wirklich nicht gut für den Rücken. Deshalb habe ich eine Zeitlang auf Knirpse zurückgegriffen."

Die Krolock-Frage

Für Musical-Fans ist der Tanz der Vampire ganz oft mit einem bestimmten Darsteller, der den Graf von Krolock spielt, verbunden. Gibt es sie, die Krolock-Frage? "Ich kann schon verstehen, dass man sozusagen einen Lieblings-Krolock hat. Trotz der immensen Maske und der durch die Vorgaben der Regie sehr ähnlichen Körpersprache macht die Stimme den Hauptunterschied. Und das ist Geschmackssache." Filippo Strocchi, der die Partie in Oberhausen singt, sei eher der rockige Krolock. "Dass der Lizenzgeber da immer wieder neue Wege geht, das finde ich sehr spannend. Und es muss ja auch einen Grund dafür geben, dass die Show seit 22 Jahren beinahe ohne Unterbrechung gespielt wird."
Christian Stadlhofer ist zugereister Gelsenkirchener, stammt aus der österreichischen Steiermark und ist ganz glücklich im Ruhrgebiet. "Die Berge vermisse ich, diesen Blick von oben - deshalb habe ich hier auch schon alle Halden erklettert, um ein bisschen dieses Erlebnis zu haben", verrät er. Was er gar nicht vermisst? "Wenn die Menschen im Ruhrgebiet etwas sagen, dann meinen sie es auch so. Das ist in Österreich manchmal ein bisschen anders..." Er lebt in Erle, geht dort mit dem Hund Gassi, und wird natürlich oft angesprochen. Gibt es Menschen, die den "Tanz der Vampire" noch nicht gesehen haben? "Die gibt es durchaus", weiß er. "Ganz viele erzählen mir, dass sie gehört haben, dass es toll sein soll und sie dieses Mal unbedingt hingehen möchten." Zuletzt gastierten die Blutsauger vor knapp zehn Jahren im Metronom Theater. "Da kommt eine neue Generation, wer es selbst gesehen und für gut befunden hat, der bringt jetzt seine Kinder mit", ist der 39-Jährige sicher. "Das ist es, was die Show ausmacht: Sie holt einfach jeden ab. Viele mögen die manchmal klamaukigen Witze, andere lieben die Tanzszenen, viele verfallen natürlich dem Grafen von Krolock oder schwärmen für Sarah. Es ist für alle etwas dabei."

Die Story:
Auf der Suche nach Vampiren kommt der kauzige Forscher Professor Abronsius mitten in Transsilvanien dem Ziel seiner Reise gefährlich nahe. Sein junger Assistent Alfred verliebt sich in die Wirtstochter Sarah – doch auch der düstere Graf von Krolock will die Schöne besitzen und lockt sie zum Mitternachtsball auf sein Schloss... Humorvoll erzählt entfaltet sich in diesem Musical-Klassiker eine schaurig-schöne Geschichte, die für wohlige Schauer über den Rücken sorgt.

Jetzt nach der Premiere geht die Arbeit für Christian Stadlhofer nahtlos weiter: Es müssen die Zweitbesetzungen einstudiert werden, außerdem hat er immer ein Auge darauf, dass die Qualität der Show gleichbleibend hoch ist. Foto: Winkler/Stage
Filippo Strocchi schlüpft in Oberhausen in die Rolle des Grafen von Krolock. Foto: Stage
Autor:

Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen

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