Bereits 1971 schloss die letzte Zeche
Mit dem Bergbau begann der Aufstieg Gladbecks: Kurzer Rausch dank Grubengold

Ruhrgebietspanorama: Blick auf die Zeche Zweckel um 1943. Foto: Archiv Braczko
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Mit dem Bergbau begann der Aufstieg Gladbecks - Bereits 1971 schloss die letzte Zeche Bis in die 1870er Jahre hinein war Gladbeck ein kleines westfälisches Dorf. Das änderte sich schlagartig, als der Ruhrbergbau nach Norden kam.

von Oliver Borgwardt

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt die Kohleförderung im Ruhrgebiet dank neuer Methoden und der zunehmenden Vernetzung durch die Eisenbahn einen kräftigen Anschub. Der Hunger nach Steinkohle war in dieser Zeit gewaltig: Sie befeuerte die Öfen, in denen Eisen geschmolzen und zu Stahl verarbeitet wurde. Dieser war das Grundmaterial für Eisenbahnen und Dampfmaschinen, die wiederum mit Kohlefeuern in Gang gehalten wurden. Die Maschinen sorgten in immer größeren Fabriken für eine nie zuvor erreichte Produktivität bei der Herstellung neuer Waren, die auf den Gleisen in Windeseile zu fernen Märkten transportiert werden konnten – kurz gesagt, ohne Kohle würde auch die wie eine Maschine brummende Wirtschaft zum Erliegen kommen.

Neue Pumpen ließen die Bergleute tiefer schürfen

Dank neuer Pumpentechnik konnte man ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch das in die Schächte eindringende Grubenwasser bewältigen, das bisher den Zugriff auf tief liegende Kohlevorkommen verhindert hatte. Nun konnten die Bergleute immer tiefer in die Erde vordringen, und der Bergbau rückte nun schnell aus dem Ruhrtal nach Norden.

Die erste Zeche auf Gladbecker Gebiet wurde 1873 abgeteuft: Nur knapp 750 Meter von der Lambertikirche entfernt enstand die Zeche "Riekchen", die später zur Zeche "Graf Moltke 1/2" umgenannt wurde. Nun ging es rasant voran: 1897 folgte im Gladbecker Norden die spätere Zeche Möller, 1900 und 1903 entstanden in Brauck "Graf Moltke 3/4" und "Mathias-Stinnes 3/4", und 1908 kam die Zeche "Potsdam" in Zweckel dazu.

Mit dem Bergbau kamen auch die Arbeiter, und die Bevölkerungszahlen explodierten. 1915 hatte Gladbeck bereits über 52.000 Einwohner. In den 1920er Jahren sorgte der Bergbau für einen kurzen wirtschaftlichen Boom, der sich aber nicht wiederholen sollte. Zwischen 1963 und 1971 wurden alle fünf Zechen wieder geschlossen.

Autor:

Oliver Borgwardt aus Gladbeck

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