Besser: "Carrée am Tunnelende" nennen

Ralf Michalowsky, Landessprecher der LINKEN. NRW und seit mehr als 15 Jahren Gegner des Autobahnausbaus in Gladbeck
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Am 11.11. fand eine Pressekonferenz zum "Carrée am roten Turm" statt. Volksbank und Stadtspitze wollen dort jetzt schnell bauen.

Es ist zum Haareraufen! Mit PR-Gewalt soll jetzt das sogenannte "Carrée am Roten Turm" vermarktet werden. Dabei wird klar, dass sich die Macher dieses "Sahneteilchens" entweder nicht sachkundig gemacht haben oder bewußt Investoren ins Unglück reißen.

In der Tat könnte das ehemalige Schlachthofgebiet zu einer attraktiven Wohnlage in Stadtnähe werden - wenn es da nicht einen Haken geben würde. Und der heißt A52 - Aus- und Abfahrt - Tunnelende - Tunnelanfang.

Dass man sich um des lieben Mammons wegen über die Fakten hinwegsetzt, wird mit einer Äußerung von Herrn Purrnhagen am Ende des Artikels deutlich: "Auch die nahe B 224 störe nicht, sagt Purrnhagen: „Den Verkehr hört man dort nicht“. Und wenn A 52 und Tunnel gebaut würden, sei das „umso besser“."

Dazu einige Fakten: einhundert Meter vom Baugebiet entfernt endet, bzw. soll der Tunnel beginnen. Alle Fachleute wissen, dass an der Stelle die größte Lärmbelästigung entsteht. Die im Tunnel anfallenden Abgase vom Tunnelanfang an der Phönixstrasse bis zum Roten Turm werden durch den Luftdruck der fahrenden Autos aus dem Tunnel gepresst. (Filter wird es nicht geben, ebensowenig Luftaustritte auf den 1,5 km)
100 Meter vom Baugebiet entfernt entstehen zwei Holländische Rampen als Aus- und Auffahrt auf die A52. Ein städtisches Gutachten spricht von 15.000 Fahrzeugen, die dort täglich auf- und abfahren werden. Da die A52 dort in Troglage geführt wird müssen die abfahrenden LKW und PKW ordentlich Gas geben um über die ansteigende Rampe auf die Landstrasse zu kommen. Dort wartet ein Kreuzungsverkehr auf die Ankommenden, evtl. mit Stop auf der Rampe. Sie fahren dann auf dem Tunnel weiter auf dem innerstädtischen Zubringer (vom Bürgermeister verschämt "Stadtallee" genannt), kreuzen die Horsterstrasse und biegen in die Schützenstrasse ab.

Wenn Herr Purrnhagen das alles mit "umso besser" beschreibt, dann erfüllt das evtl. den Straftatbestand eines langfristig geplanten vorsätzlichen Betrugs.

Die Politik in Gladbeck ist aufgefordert, die Menschen nicht in ein finanzielles Desaster zu bugsieren. Ich kenne selbst Leute, die dort wohnen wollen, denen aber überhaupt nicht bewußt ist, dass ihr erhoffter ruhiger Lebensabend an der Stelle nicht zu realisieren ist.

Autor:

Ralf Michalowsky aus Gladbeck

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