Auch die Gladbeckerin Sina Mind gehört zu den Initiatoren
Eltern wollen für das "Recht auf Bildung" klagen

Dank des Einsatzes von Sina Mind stehen seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 an der Lambertischule 170 Spuckschutzwände zur Verfügung. Und nun engagiert sich die Gladbeckerin in der Gruppe "Klage für Bildung".
  • Dank des Einsatzes von Sina Mind stehen seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 an der Lambertischule 170 Spuckschutzwände zur Verfügung. Und nun engagiert sich die Gladbeckerin in der Gruppe "Klage für Bildung".
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Sie ist Mutter von drei Kindern im Schulalter und sie gehört der Gruppe "Klage für Bildung" an. Die Rede ist von Sina Mind, vielen Gladbeckern auch schon bekannt durch ihr Corona-Engagement an der Lambertischule.

"Ich bin keine Corona-Leugnerin," bekräftigt Mind immer wieder. Auch eine Verbindung zu der Aktionsgruppe "Querdenker" weist sie strikt von sich. Sehr wohl gehört sie aber zu den Eltern in Nordrhein-Westfalen, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie für die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Familien engagieren. Auf der Crowdfunding-Plattform „gofundme“ sammeln sammelt Sina Mind unter dem Stichwort „Klage für Bildung“ nun mit Gleichgesinnten Spenden zur Durchsetzung des Rechts auf Bildung in NRW. Und das mit Erfolg, denn gerade einmal 24 Stunden nach dem Start der Kampagne sind dort und über andere Kanäle dank mindestens 80 Spendern bereits mehr als 10.000 Euro zusammengekommen.

„Geplant sind eine Normenkontrolle und ein Hauptsachverfahren beim OVG NRW in Münster, in denen vorrangig das Recht der Grundschüler auf Präsenzunterricht eingeklagt wird.“, so Dr. Nicole Reese, Initiatorin des Spendenaufrufs und Juristin. „Gerade Grundschulkinder sind besonders wenig am Infektionsgeschehen beteiligt, haben nur milde Symptome bei Ansteckung, sind aber am meisten auf den realen Kontakt zu den Lehrern angewiesen angewiesen. Sie können noch nicht unbeaufsichtigt Distanzunterricht bestreiten und sind mithin diejenigen, bei denen die Unverhältnismäßigkeit der Maßnahme am deutlichsten zu Tage tritt.“

"Das Recht auf Bildung ist in Artikel 28 der Kinderrechtskonvention verankert und wird, das ist unstrittig, gerade bei den Jüngsten am besten in Präsenz verwirklicht", so Stefanie Seifert aus der Gruppe "Klage für Bildung."

Anders als viele Länder im europäischen Ausland hat NRW – den Vorschlägen der Bundesregierung folgend – seine Bildungsgarantie aufgegeben und Kinder und Eltern wieder vor enorme Herausforderungen gestellt. Insbesondere im Hinblick darauf, dass selbst die Minister Dr. Stamp und Gebauer in der Pressekonferenz vom Mittwoch, 6. Januar, deutlich gemacht haben, dass Schulen keine Hotspots sind, ist dies aus Sicht der Gruppe -"Klage für Bildung" nicht nachvollziehbar. Die neue Begründung lautet vielmehr: „Kinder und Familien müssen auch ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten“.

Nach Ansicht der Gruppe "Klage für Bildung" seien die Auswirkungen auf die Kinder aber in jeder Hinsicht enorm. Auch Ärzte und Psycholog würden darauf hinweisen, dass es eine erhebliche Zunahme von psychischen Belastungen auf Seiten der Kinder gebe und geben werde. Ganz zu schweigen von den Bildungsverlusten und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen als auch Auswirkungen auf die Bildungsbiographien der Jungen und Mädchen.

Seinem im Grundgesetz verankerten Bildungsauftrag komme der Staat daher mit den Schulschließungen und der Verlagerung des Unterrichts in den privaten Raum nicht ausreichend nach. Deshalb seien Schulschließungen beziehungsweise die Aussetzung des Präsenzunterrichts nach Auffassung der Gruppe unverhältnismäßig und willkürlich.

„Wie kann es sein, dass weiterhin Gremiensitzungen mit bis zu 250 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt sind, während Unterricht in der Klasse verboten wird", fragt sich auch Sina Mind.

Die Gruppe "Klage für Bildung" ist davon überzeugt, dass der Staat doch noch gar nicht alle möglichen Mittel ausgeschöpft habe. Aus Sicht der engagierten Eltern hätte man zum Beispiel vermehrt auf Unterricht in festen Kohorten und eine weitere Entzerrung der Anfangszeiten setzen können und müssen. Die Anmietung weiterer Räumlichkeiten und die Einstellung von Unterstützungslehrer wäre ebenso möglich gewesen, wie auch die Verbesserung von Lüftungsmöglichkeiten oder der Einsatz Schnelltests für das Lehrpersonal.

„Wir erhoffen uns mit der Klage, dass unseren Kindern, insbesondere denen im Grundschulalter und der Unterstufe, so schnell wie möglich eine Rückkehr zum täglichen Präsenzunterricht ermöglicht wird“, so Dr. Nicole Reese aus der Gruppe "Klage für Bildung" abschließend.

Der Link zum Spendenaufruf der Gruppe "Klage für Bildung" befindet sich im Internet unter https://gofund.me/05413edb

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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