Abschied von der Kohle: "Glückauf Zukunft" im Kreis Recklinghausen

Im Schiffshebewerk in Waltrop wird auf dem historischen Schleppkahn Ostara die Ausstellung "Löschen und Laden" gezeigt.
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  • Im Schiffshebewerk in Waltrop wird auf dem historischen Schleppkahn Ostara die Ausstellung "Löschen und Laden" gezeigt.
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Update 22. März 2018: Das Straßentheater-Projekt  "Haus der Kohle" kann nicht realisiert werden, teilen die Ruhrfestspiele mit. Das Straßentheaters Teatr KTO wollte vom 24. bis 26. Mai 2018 im Rahmen der Ruhrfestspiele auf dem Rathausplatz in Recklinghausen seine Weltpremiere feiern. Auf Grund der unerwarteten Komplexität ließ sich das Projekt nicht verwirklichen.Kundinnen und Kunden, die sich für die kostenlose Open Air-Produktion „Haus aus Kohle“ angemeldet haben, werden über den Ausfall der Veranstaltung informiert.



Der kürzlich gelaufene WDR-TV-Zweiteiler "Der lange Abschied von der Kohle" hat viele Zuschauer bewegt. Jetzt startet ein üppiges Veranstaltungsprogramm in NRW, das bis Ende des Jahres viel "Action" und Sehenswertes bietet. "Glückauf Zukunft!" macht auch im Kreis Station, genauer: in Recklinghausen, Herten, Marl und Waltrop.

Fotos, Postkarten und Filmausschnitte zeigt die Ausstellung "Laden und Löschen" im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk in Waltrop, zu sehen vom 25. März bis 28. Oktober auf dem historischen Schleppkahn Ostara. Hier können Besucher verfolgen, wie Kohle und andere Güter in den Häfen zwischen Dortmund und Duisburg in den vergangenen 100 Jahren geladen und gelöscht wurden - von der Sackkarre über den Wippkran bis zur Containerbrücke.
Die Ruhrfestspiele Recklinghausen werden in der Zeit vom 1. Mai bis zum 16. Juni auch den Bergbau und das Ende der Kohleförderung künstlerisch thematisieren. Das passt: "Kunst für Kohle - Kohle für Kunst" hieß kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, als Bergleute aus Recklinghausen der Zeche König Ludwig 4/5 es Theatermachern in Hamburg durch ihre Arbeit erst ermöglichten, überhaupt zu spielen in einer Zeit, als Hunger und Kälte herrschten. Die Bergleute schmuggelten für sie an den Besatzern Kohle vorbei. Aus Dankbarkeit kamen die Künstler nach Recklinghausen und spielten erstmals im Sommer 1947 in Recklinghausen. So entstand das größte und älteste deutsche Theaterfestival, die Ruhrfestspiele Recklinghausen.
In der kommenden Saison, die letzte unter der Leitung von Dr, Frank Hoffmann, werden die Ruhrfestspiele im Rahmen von "Glückauf Zukunft" ein britisches Tanztheater präsentieren. Die Gary Clarke Company erzählt in der Produktion "COAL" von dem berühmten Streik der englischen Bergleute 1984/85 und ihres Kampfs gegen die Politik der Regierung von Margaret Thatcher. 
Vorstellungen: Kleines Theater im Ruhrfestspielhaus, 8. und 9. Mai, 20 Uhr, 10. Mai, 18 Uhr. Karten-Infos: 02361 9218-0.

Tanz-Spektakel, Ausstellungen, Lehrbergwerk-Eröffnung

Mit dem dunkelsten Kapitel des belgischen Bergbaus setzt sich "La Catastròfa" auseinander. Bei der Tragödie von Marcinelle verloren vor allem italienische Bergleute ihr Leben. Bei dem Oratorium wirken die Sängerin Etta Scollound der deutsche Schauspieler Joachim Król mit. Król, Bergmannssohn aus Herne, ist eine geniale Besetzung.
Vorstellungen: Großes Haus, Ruhrfestspielhaus, 10. Juni, jeweils um 15 und um 20 Uhr. Karten-Infos: 02361 9218-0.
Außerdem installiert bei den Ruhrfestspielen auf dem Rathausplatz ein großes Straßentheater-Spektakel unter freiem Himmel das "Haus der Kohle" , Weltpremiere des Teatr KTO aus Krakau im Auftrag der Ruhrfestspiele. Vorstellungen: 24., 25., 26. Mai, jeweils um 21.30 Uhr.
Zudem wird vom 6. Mai bis zum 16. September die multimediale Sonderausstellung der Zwillingsbrüder Gerd und Uwe Tobias in der Recklinghäuser Kunsthalle am Hauptbahnhof zu sehen sein.
Unter dem Oberbegriff "Kunst und Kohle" sind zahlreiche weitere, sehr unterschiedliche Sonderausstellungen im Ruhrgebiet zu erleben. "The Battle of Coal" gehört dazu. So lautet der Titel der Sonderausstellung im Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl, die vom 6. Mai bis zum 16. September zu sehen sein wird. Der Eintritt ist frei.
Die Eröffnung des Lehrbergwerk Westerholt am 9. September als drittes Besucherbergwerk des LWL-Industriemuseums gehört ebenfalls zu den Höhepunkten des großen Programms von "Glückauf Zukunft".

Hintergrund:

2018 ist endgültig Schicht im Schacht mit der Schließung der beiden letzten Steinkohlenbergwerke Deutschlands, Prosper Haniel in Bottrop und Ibbenbüren. Auch unsere Region wurde nachhaltig durch die Steinkohle geprägt. Wiederaufbau, Wachstum und steigender Wohlstand wären ohne die harte Arbeit der Bergleute nicht möglich gewesen.

Die Macher:

"Glückauf Zukunft!" wird von der RAG-Stiftung, RAG und Evonik gemeinsam mit dem Sozialpartner IG BCE veranstaltet.
Die RAG-Stiftung stellt für ihre Projekte insgesamt rund 30 Millionen Euro zur Verfügung.
Das ganze Programm unter: www.glueckauf-zukunft.de

Autor:

Kerstin Halstenbach aus Marl

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