Ruhrpreis geht an Musiker und Autor

Die beiden neuen Preisträger Aris Alexander Blettenberg (Förderpreis)und Jörg Juretzka (Ruhrpreis)mit Friedel Lemke, Vorsitzender des Kulturausschusses, Martin Weck Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, die den Preis sponsert, und Kulturdezernent Ulrich Ernst (von links).Walter Schernstein
  • Die beiden neuen Preisträger Aris Alexander Blettenberg (Förderpreis)und Jörg Juretzka (Ruhrpreis)mit Friedel Lemke, Vorsitzender des Kulturausschusses, Martin Weck Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, die den Preis sponsert, und Kulturdezernent Ulrich Ernst (von links).Walter Schernstein
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Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Ruhrpreisträger 2012. Der eine liest Bachkantaten, der andere steht auf Punkrock. Der eine spielt Klavier und komponiert, der andere schreibt Bücher.

Der 1955 in Mülheim geborene Jörg Juretzka nimmt die öffentliche Bekanntgabe des Ruhrpreises mit dem ihm eigenen Witz entgegen.
„Ich stand am Herd und kochte Nudeln, als der Kulturdezernent mich mit dem Anruf überraschte, dass ich die Auszeichnung erhalte.“ Das erzählt der Autor während der offiziellen Bekanntgabe der Ruhrpreisträger in den Räumen des Kulturdezernenten. „Während des Gesprächs achtete ich weiter auf die Nudeln. Sie gerieten al dente, weil der Dezernent sehr präzise spricht.“ Er freue sich, den mit 3000 Euro dotierten Preis zu erhalten und „werde ihn freudig entgegennehmen.“

Derzeit arbeite er an drei Büchern, unter anderem an einer Parodie der Soap „Verbotene Liebe“. Das Ansehen der 40-minütige Sendung sei für ihn „das tägliche Grauen. Es zeigt meine masochistischen Züge und birgt zugleich ein gewisses Suchtpotential“, erzählt er schmunzelnd.

Und Juretzka weiß, wovon er spricht, schließlich arbeitete er eine Zeitlang als Autor für die ProSieben Serie „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Weil er dort aber nicht mehr die Kontrolle über die Charaktere hatte, beendete der gelernte Tischler und Zimmermann die Arbeit mit dem Sender.

„Die Ideen zu meinen Büchern springen mich bei Spaziergängen mit den Hunden im Wald an - manchmal beneide ich mich selbst darum“, plaudert er ironisch weiter. Das Konzept sehe zunächst immer total einfach aus, „aber dann fangen die Schwierigkeiten an, weil die Charaktere sich plötzlich in die Arbeit einmischen.“

Ganz anders reagiert der 17-jährige Aris Alexander Blettenberg, der den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis zum Ruhrpreis erhält. „Als der Anruf kam, war ich gerade aus der Schule gekommen, müde und perplex, dass ich ausgezeichnet werde.“ Denn 14 Tage zuvor hatte er mit einem Duopartner bei „Jugend musiziert“ den ersten Preis erhalten.

Im Gegensatz zu Juretzka, der gern Punkrock hört, liest Blettenberg „gern Bachsonaten und alles, was in der Schule nötig ist.“ Moderne Musik ist für ihn oft Trend und Mode, bei der man auch etwas lernen kann. „Auf einem Punkrockkonzert bin ich noch nie gewesen“, sagt er auf Nachfrage. Vielmehr sammelte er Erfahrungen bei diversen Praktika und Auftritten. Er war beim Radio-Sinfonieorchester des Stuttgart des SWR, nahm Dirigierunterricht bei Denise Ham, vom Royal Academy of Music London, lernte in der Meisterklasse von Tal &Groethuysen und traf auf Bruno Weil von der Hochschule für Musik in München. Er trat zusammen mit Mitgliedern der Duisburger Philharmonie, der c am Rhein und der Philharmonie Essen auf.

Seinen Stil hofft er durch die Beschäftigung mit den verschiedensten Epochen zu finden. Es ist die klassische Musik, die ihn fasziniert. Rund 250 Werke hat er bereits komponiert und ist inzwischen Student bei Professor Andreas Groethuysen.

Seine Partnerin, die israelische Pianistin Yaara Tal, und er zählen als Duo Tal & Groethuysen zu den international bekanntesten Klavierduos der Gegenwart. Blettenberg, der griechische Wurzeln hat, ist begeistert von der Zusammenarbeit mit den beiden Großen ihrer Zunft. Er freue sich auf die weitere Lernerfahrungen mit dem Duo.

Der Ruhrpreis wird seit 1962 als Auszeichnung an Künstler und Wissenschaftler vergeben, die in Mülheim wohnen. Seit 1995 sponsert die Sparkasse die beiden Preise, derzeit mit 5500 Euro.

Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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