Änderung der Linienführung für 104 möglich

Die Straßenbahnen sind ins Visier der Mülheimer Politiker geraten.
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  • hochgeladen von Dirk-R. Heuer

Die Veränderung der Linienführung der Tram 104 ist offenbar kein Problem. Auf Nachfrage der MW erklärte Marielle Erb, Pressestelle der Bezirksregierung Düsseldorf, dass dafür lediglich zwei Anträge nötig seien.
Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) müsste dafür einen Antrag auf Entbindung der Betriebspflicht für die vorhandene Straßenbahnlinie 104 und im Gegenzug einen Antrag für eine neue Buslinienkonzession stellen. „Rein formell hätten wir keine Möglichkeit, dies abzulehnen, wenn die Fragen der Wirtschaftlichkeit geklärt sind“, so Erb. Fördermittel müssten hierfür nicht zurückgezahlt werden.

Ganz anders sehe dies bei der Straba-Linie 110 aus. „Mülheim hat aus verschiedenen Fördertöpfen, Straßenbau, Straßenbahn und Städtebau, Mittel für den Streckenverlauf der Straba 110 erhalten. Nach heutiger Berechnung fielen bei einer Stilllegung der Linie Rückzahlungen in Höhe von rund 19 Millionen Euro an.“ Ob dies wirtschaftlich sei, könne zurzeit noch nicht gesagt werden.

Zur Linienveränderung der Tram 112 konnte die Sprecherin nichts sagen, weil Informationen seitens der Stadt noch nicht vorlägen. „Aus fachlicher Sicht haben wir Bedenken, einen Rückbau zu befürworten, weil damit das gesamte System gefährdet werden würde.“

In der vergangenen Woche hatte eine Mehrheit aus SPD, CDU und FDP während der Ratssitzung zahlreiche Prüfaufträge an die Verwaltung gegeben. Die soll bis Ende des Jahres einen Nahverkehrsplan aufstellen. Ziel ist, durch Umstrukturierung im Personennahverkehr ab 2019 rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr einzusparen. Insbesondere die Straßenbahnlinien 104, 110 und 112 stehen im Spar-Visier der Mehrheits-Politiker.

Laut Beschluss soll die Linienführung der 104 geändert werden und die Straba künftig nur noch bis zur Wertgasse fahren. Dank des Segens der Bezirksregierung dürfte nun die von der Politik geforderte Stilllegung des Straba-Abschnittes zwischen Hauptfriedhof und Flughafen stattfinden. Künftig werden dann wohl Busse die Strecke bedienen.

Gefordert und beschlossen wurde auch das Aus der Straba 110. Angesichts der Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von 19 Millionen Euro ist es ein Rechenexempel, ob dies mit den geforderten Einsparungen in Übereinstimmung gebracht werden kann.

Auch die Linienführung der Straba 112 soll geändert werden.

Die Ratsfraktionen von SPD und CDU gehen davon aus, "dass die Einmalaufwendungen zur Umstellung des ÖPNV von der Straßenbahn auf Busverkehr in einem angemessenen Verhältnis zur Ersparnis der laufenden Betriebskosten stehen. Dies bedeutet, dass die Einmalaufwendungen sich mittelfristig über Einsparungen `zurückverdienen´ lassen", heißt es in der Begründung.

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