IHK zur Konjunktur im Neanderland
Abschwächung, aber keine Krise

Der stellvertretende IHK-Geschäftsführer Gerd Diestler (links) und der Velberter IHK-Zweigstellenleiter Marcus Stimler sehen eine Abschwächung der derzeitigen Konjunktur, aber sie sprechen nicht von einer Krise.
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  • Der stellvertretende IHK-Geschäftsführer Gerd Diestler (links) und der Velberter IHK-Zweigstellenleiter Marcus Stimler sehen eine Abschwächung der derzeitigen Konjunktur, aber sie sprechen nicht von einer Krise.
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Wie erwartet, hat sich die Konjunktur im Kreis Mettmann im Jahresverlauf deutlich eingetrübt.

Insgesamt beurteilen die Unternehmen ihre jeweilige Geschäftslage mit saldiert plus 24 Prozentpunkten aber noch als gut und damit sogar leicht besser als im langjährigen Durchschnitt. „Von einer Konjunkturkrise kann deshalb im Herbst 2019 keine Rede sein“, fasst IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage bei rund 180 Unternehmen mit etwa 19.000 Beschäftigten im Kreis Mettmann zusammen.
„Gleichwohl steht die regionale Konjunktur im Herbst 2019 an einem Scheideweg. Denn bislang hat sie sich nur abgekühlt, allerdings auf das niedrigste Niveau seit sechs Jahren“, analysiert Diestler. Und das, obwohl alle großen Branchen, insbesondere die konsumnahen und auf Inlandskunden ausgerichteten, ihre Lage noch als positiv einschätzen. Zurückhaltender äußern sich die Betriebe der verarbeitenden Industrie (Saldo nur plus sechs Punkte). Dies gilt vor allem für die im Kreis besonders stark vertretenen Vorleistungsgüterproduzenten – im Wesentlichen also Zulieferer für andere industrielle Kunden – unter denen die negativen Stimmen leicht überwiegen (Saldo: minus vier Punkte).

Insgesamt zeigt sich konjunkturell ein geteiltes Bild: In der Region und im Inland gut – im Ausland eingetrübt. Ursachen dafür sind einerseits die vielfältigen außenwirtschaftlichen Risiken (neue Handelsbeschränkungen, Wachstumskrise in China, Brexit), andererseits im Inland ein stabiler Arbeitsmarkt, niedrige Zinsen und steigende Einkommen. Für das kommende Jahr befürchtet die Wirtschaft im Neanderland, dass es den Binnenkräften immer weniger gelingen könnte, die außenwirtschaftlichen Beeinträchtigungen zu kompensieren. In der Summe erwartet nur noch jeder sechste Betrieb, dass es mit den Geschäften aufwärts geht. Jeder Dritte geht jedoch von einem rückläufigen Geschäft aus. Nur die Bauwirtschaft und der Einzelhandel erwarten für das Jahr 2020 eine Fortsetzung ihrer bisherigen Performance.

Da die Auslastung von Maschinen und Ausrüstungen in der Industrie bereits zurückgegangen ist, beabsichtigen per Saldo immer mehr Betriebe, im kommenden Jahr weniger als bisher zu investieren. Und auch bei den Beschäftigungsplänen überwiegen erstmals seit langem wieder die Abbaupläne. Weiterhin expansiv ausgerichtet sind dagegen die Bauwirtschaft, mit Abstrichen auch der Einzelhandel sowie einzelne Bereiche der Dienstleistungswirtschaft.
„Viele Zeichen deuten darauf hin, dass sich die Konjunktur im kommenden Jahr weiter abkühlen wird. Über Tempo und Ausmaß eines weiteren Abschwungs werden letztendlich die inländischen Rahmenbedingungen entscheiden, also: bleiben Arbeitsmarkt und Konsum nicht nur im Kreis Mettmann, sondern deutschlandweit stabil?“, so Diestler abschließend.

Der stellvertretende IHK-Geschäftsführer Gerd Diestler (links) und der Velberter IHK-Zweigstellenleiter Marcus Stimler sehen eine Abschwächung der derzeitigen Konjunktur, aber sie sprechen nicht von einer Krise.
Die Grafik zeigt das IHK-Konjunkturklima in den verschiedenen Branchen im Kreis Mettmann.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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