WAP beantwortet zehn Fragen zum Coronavirus
Was die Bürger aus dem Südkreis jetzt wissen müssen und wo sie sich informieren können

Der Coronavirus steht vor den Toren des EN-Kreis.
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  • Der Coronavirus steht vor den Toren des EN-Kreis.
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20 bestätigte Coronavirus-Fälle bis Freitag in NRW, 400 Menschen in Quarantäne, Hamsterkäufe, Mangel bei Mundschutzen und Desinfektionsmitteln - der Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Die WAP beantwortet mit Hilfe der Kreisverwaltung und der Helios Klinik Schwelm zehn Fragen zum Virus, den Risiken und den Vorbereitungen im EN-Kreis.

von Nina Sikora

1. Wie groß ist das Risiko, dass der Coronavirus auch in den EN-Kreis gelangt?

"Mit diesem Infektionsimport sowie mit Infektionsketten, die näher an den Ennepe-Ruhr-Kreis heran rücken, war mit Blick auf ähnliche Erkrankungen und ihre Verläufe zu rechnen. Niemand konnte und kann ausschließen, dass es weitere Fälle geben wird. Dies gilt natürlich auch für unsere Region", so Dr. Sabine Klinke-Rehbein, Amtsärztin in der Kreisverwaltung.

2. Gab es schon Verdachtsfälle im EN-Kreis?

Um dem Verbreiten des Coronavirus' entgegenzutreten, hatte der Kreis bereits Ende Januar zu Besonnenheit und Wachsamkeit geraten (die WAP berichtete). Laut der Kreisverwaltung habe es in den letzten Wochen mehrere Fälle gegeben, in denen "sehr vage Anfangsverdachtsmomente vorlagen". Keiner dieser Fälle habe sich, nach Tests, bestätigt. "Begründete Verdachtsfälle" habe es im Ennepe-Ruhr-Kreis bisher nicht gegeben. Allerdings gab es mehrere Fälle, in denen es aus Sicht des Gesundheitsamtes notwendig war, genauer hinzusehen, auf das Virus zu testen und den Krankheitsverlauf zu beobachten. "Dies sind immer Einzelfallentscheidungen im Sinne der Gesundheit aller", so die Amtsärztin.

3. Wann spricht man von einem "begründeten Verdacht"?

Maßgebend sind dabei die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). "Entweder waren die Betroffenen in einer vom RKI als Risikogebiet eingestuften Region und weisen mit Fieber, Husten, Atemnot und eventuell einer Lungenentzündung Symptome von Atemwegsinfekten auf. Oder sie hatten Kontakt zu einem definitiv an Corona-Erkrankten und weisen unspezifische Allgemeinsymptome auf", erläutert Amtsärztin Klinke-Rehbein.

4. Gab es schon Bürger aus dem EN-Kreis, die glaubten das Virus zu haben?

Zumindest für das Helios Klinikum trifft dies zu. Pressesprecherin Sandra Lorenz bestätigt: "Ja, wir haben bisher vereinzelte Anfragen." Da es jedoch keine Meldepflicht für diese "Fälle" gibt, liegen dem Gesundheitsamt keine Zahlen vor.

5. Wie sollten sich mutmaßlich Infizierte verhalten?

Die Empfehlung in diesem Fall lautet ganz klar: Personen, die sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren. Der Kreis weist darauf hin, dass sich die Betroffenen ähnlich verhalten sollten, als wenn Sie eine Grippe hätten. Sie sollten solange zu Hause zu bleiben, bis klar ist, um welche Erkrankung es sich handelt. "Dies ist nicht ungewöhnlich, schließlich gilt auch bei der Grippe, Betroffene haben nichts am Arbeitsplatz oder unter vielen Menschen zu suchen", so Klinke-Rehbein vom EN-Kreis. Ganz wichtig also: Nicht direkt zur Praxis oder in das Krankenhaus gehen, sondern vorher anrufen und dabei Hinweise auf Kontakte und Krankheitszeichen geben, damit die weitere Vorgehensweise festgelegt werden kann, so die Empfehlung der Amtsärztin und der Kreisverwaltung.
Zudem verweist der Kreis auf die Internetseiten des Robert-Koch-Instituts sowie die der Bundes- und Landesministerien, die verlässliche Informationen bieten. Die Adressen finden Sie im Infokasten rechts unten.

6. Worauf sollte man achten, um sich möglichst nicht anzustecken?

"Das Coronavirus wird durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen, also etwa durch Niesen oder Husten, wie es beispielsweise auch bei einer typischen Influenza der Fall ist. Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, die Nutzung von Einweg-Taschentüchern beim Husten, Niesen und Naseputzen und das Meiden von großen Menschenmengen helfen, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das gilt für das Coronavirus ebenso wie für eine Erkältung", so Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein.

7. Was passiert, wenn es im EN-Kreis wirklich zu einem bestätigten Coronavirus-Fall kommt?

Ob und wann diese sein wird, sei derzeit nicht absehbar, so die Kreisverwaltung. Die Empfehlungen im Ernstfall seien aber klar definiert: Die Betroffenen würden sich je nach schwere der Infektion und Gesundheitszustand in häuslicher Quarantäne oder auf einer Isolierstation im Krankenhaus aufhalten. Aufgabe des Gesundheitsamtes sei es dann, Kontaktpersonen zu ermitteln. Bis zum Ablauf der Inkubationszeit sollten diese ihre Wohnungen nicht verlassen und den Empfang von Besuch auf das Notwendige beschränken.

8. Wie viele Patienten aus dem EN-Kreis könnten im Corona-Notfall isoliert oder fachgerecht versorgt werden?

Das Helios Klinikum in Schwelm beantwortete der WAP die Frage wie folgt: "Die Kapazitäten sind durch die saisonale Influenza und auch zusätzlich durch Patienten mit Norovirus-Erkrankungen gut ausgelastet. Die bislang zu erwartenden Einzelfälle können jedoch durch interne Verlegung problemlos versorgt werden." Vom Kreis bzw. Gesundheitsamt gab es bis Redaktionsschluss keine Antwort auf diese Frage.

9. Hat man schon Maßnahmen wegen des Coronavirus' getroffen und wenn, welche?

Die aktuellen Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen waren für die Kreisverwaltung Anlass, den Krisenstab in Alarmbereitschaft zu versetzen. "Auf diese Weise sind wir schneller handlungsfähig, falls tatsächlich der erste Coronafall im Ennepe-Ruhr-Kreis auftreten sollte", so Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung und Leiter des Krisenstabes. Für Freitag hat der Kreis zudem Vertreter der Ordnungsämter der neun Städte zu einer Besprechung ins Kreishaus eingeladen. "Neben Informationen rund um die aktuelle Lage wollen wir dann auch die Zusammenarbeit abstimmen", nennt Schäfer die Gründe für das Treffen.
Und auch das Helios Klinikum hat sich vorbereitet: "Auf Grund der neuen Erkenntnisse in Deutschland und aktuell auch in NRW, haben wir einen Krisenstab gebildet und werden die Entwicklungen jeden Tag neu bewerten."

10. Wie würde man im Krankenhaus mit einem Coronavirusfall umgehen?

Die Helios Kliniken folgen bei der Diagnostik und Behandlung, wie auch der Kreis und andere Krankenhäuser, den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI), die wiederum auf aktuellen Mitteilungen der WHO basieren. "Dafür stellt uns das Gesundheitsamt ein regelmäßiges Update zu den Handlungsempfehlungen und erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung", so Sandra Lorenz. Sollte es tatsächlich zu einem begründeten Verdachtsfall kommen, stünde man in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und werde auf eine schnelle Sicherung des Befunds hinarbeiten. Das Krankenhauspersonal sei ebenfalls gut vorbereitet: "Dieses Vorgehen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen sind beim Personal bei durch Tröpfchen übertragene Viruserkrankungen etabliert." Neben "Basis-Hygienemaßnahmen" würden umgehend alle weiteren zu treffenden Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Hier kann man sich informieren:

Auf ihren Internetseiten liefern das Robert-Koch-Institut sowie Bundes- und Landesministerien allgemeine Angaben und Verhaltenshinweise im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zudem werden dort die Informationen über die Lage sowie die Risikogebiete ständig aktualisiert:

Autor:

Nina Sikora aus wap

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