Hospizverein: "Wir schenken Zeit"

Siegfried Schirmer,  Karin Koßmann und Christel Müller-Ovelhey (r.) engagieren sich für den  Hospizverein, der seit mehr als 20 Jahren einen wichtigen Baustein im Palliativnetz Wattenscheids darstellt.
  • Siegfried Schirmer, Karin Koßmann und Christel Müller-Ovelhey (r.) engagieren sich für den Hospizverein, der seit mehr als 20 Jahren einen wichtigen Baustein im Palliativnetz Wattenscheids darstellt.
  • Foto: Sparkasse
  • hochgeladen von Holger Crell

Niemand denkt gerne über Tod und Sterben nach. Das Thema ist schwierig und tabuisiert. Um so wertvoller ist das Angebot, das über 40 ehrenamtliche Mitarbeiter des Wattenscheider Hospizvereins sterbenden Menschen und deren Angehörigen offenbaren.

„Wir schenken Zeit”, sagt Christel Müller-Ovelhey, Leiterin und Koordinatorin des Vereins. „Mit uns können Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind, über das Reden, was sie bewegt”, sagte die Koordinatorin.
„Einen Partner zurück lassen, oder gar ein unversöhntes Kind, das wiegt für einen Sterbenden oft schwer.” Bei den gut ausgebildeten Mitarbeitern des Vereins könne er sich alles vom Herzen reden, was ihn bedrückt. Das sei genau so wichtig wie die Pflege und medizinische Versorgung des Kranken.

Ehrenamtliche Sterbebegleitung

Die Ehrenamtlichen übernehmen Tages- und Nachtwachen, hören zu, erzählen, lesen vor. Sie sind einfach nur für den Patienten da. In der Sterbebegleitung initiiert die Koodinatorin Christel Müller-Ovelhey zunächst ein Erstgespräch, in dem sie herausfindet, wie der Kranke und auch sein Umfeld am besten entlastet werden kann. Danach sucht sie den passenden ehrenamtlichen Mitarbeiter für diese Menschen.
Auf Karin Koßmann kommt sie immer dann zu, wenn sie jemanden braucht, der den Patienten im positiven Sinn „antreibt”. „Ich lache gerne, erzähle gerne”, sagt die pensionierte Sparkassen-Mitarbeiter Karin Koßmann. Da sie auch gerne spiele, hätte sie auch schon Patienten gehabt, mit denen sie ganze Nachmittage geknobelt habe. Mit diesen gemeinsam verbrachten Stunden verschaffe sie den Partnern der Kranken ein wenig Freiraum, Zeit für sich. Das sei genau so wichtig wie das Wohl der Kranken selbst.
Seit 20 Jahren arbeitet der Hospizverein Wattenscheid in diesem schwierigen Feld. Sein Netzwerk ist über die Jahre gewachsen und so kann Hilfe in fast allen Bereichen organisiert werden. „Einmal brauchten wir einen polnisch sprechenden Pfarrer, einmal Hilfe bei jüdischen Riten”, berichtet Christel Müller-Ovelhey. „Natürlich haben wir auch gute Kontakte zu den Pflegediensten, Ärzten und anderen Einrichtungen im Palliativnetz.”
Die Räume des Hospizvereins sind mitten in Wattenscheid, An der Papenburg 9. Die Wege hier sind kurz und so hat schon so mancher hineingeschaut, der beim Griff zum Telefon zunächst Hemmungen gehabt hätte. „Unsere Tür steht immer offen”, sagt Siegfried Schirmer vom Vereinsvorstand. „Hier findet jeder ein offenes Ohr.”

Jubiläumsspende der Sparkasse

der Sparkasse

Dank einer Jubiläumsspende der Sparkasse Bochum über 1750 Euro konnte der Verein eine neue Büroeinrichtung und Computer erwerben.

HINTERGRUND

Der Hospizverein Wattenscheid hat rund 400 Mitglieder und bietet seine Angebote kostenlos an. Dazu gehören neben der Sterbebegleitung ein Trauercafé, Einzelgespräche und ein Trauergesprächskreis. Infos unter Tel 903413 und hospizverein-wattenscheid.de.

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