Gesundheitliche Versorgungsplanung
Jessica Steinvoort berät in der Planung der letzten Lebensphase

Jessica Steinvoort nimmt sich für ihre Gespräche viel Zeit, um auf alle Fragen eingehen zu können. Foto: Christian Breuer/Bistum Münster
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  • hochgeladen von Carolin Plachetka

Wichtige Entscheidungen treffen, bevor es zu spät ist. Damit zum Lebensende die eigenen Wünsche berücksichtigt werden und Angehörige oder Ärzte nicht mutmaßen müssen, ab wann jemand keine Behandlung mehr möchte. Oder wer als Vormund die Verantwortung übernimmt, ob eine Krankensalbung gewünscht ist oder wie die Beerdigung ablaufen soll. Wer mit Jessica Steinvoort einen Termin vereinbart, will genau solche Fragen klären und die Antworten schriftlich festhalten.

Xanten/Kalkar/Goch. Seit Beginn des Jahres ist die 39-jährige Emmericherin Beraterin für die „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“, wie es im Paragraphen 132 des Sozialgesetzbuches (SGB V) heißt. Nach einer Weiterbildung ist die frühere Pflegerin nun in der Lage, mit Senior*Innen über die Themen zu sprechen, die sie vielleicht schon lange verdrängt haben. Jessica Steinvoort ist in mehreren Senioreneinrichtungen unter dem Dach des Katholischen Alten- und Pflegehilfenetzwerkes Niederrhein (KAN) tätig und hat bei ihren Gesprächen die Erfahrung gemacht: „Wenn ich die Menschen in unseren Einrichtungen anspreche, dann gibt es nur sehr selten Ablehnung, viele wollen über ihre Wünsche für die letzte Lebensphase reden.“
Während das erste Gespräch noch unter vier Augen geführt wird, kommen zu weiteren Terminen fast immer Angehörige mit dazu, berichtet die Beraterin. Sie müssen ebenso für die Wünsche der Senioren sensibilisiert werden wie Pflegekräfte und Mediziner. „Alles, was wir schriftlich festhalten, wird auch vom Hausarzt unterschrieben“, betont sie. Ändern sich die Wünsche in den folgenden Jahren, werden die Aufzeichnungen angeglichen. „Die Planung der letzten Lebensphase bleibt ein Prozess, der immer den jeweiligen Wünschen angepasst wird“, erklärt Jessica Steinvoort.
Sie hat erfahren, wie unterschiedlich Angehörige bei solchen Gesprächen reagieren können, „aber für mich geht es immer um den Wunsch des Betroffenen“, unterstreicht sie. Dazu gehört auch die Bitte um seelsorgliche Begleitung, vor und in der Sterbephase. „Diese Begleitung ist vielen Menschen sehr wichtig“, sagt Jessica Steinvoort. Und die Planungen gehen manches Mal über den Tod hinaus – in ihren Beratungen kann auch festgelegt werden, wie eine Beerdigung ablaufen soll, also zum Beispiel welche Lieder gespielt werden und in welcher Kirche der Trauergottesdienst abgehalten werden soll. „Für mich“, sagt sie, „ist diese Beratung eine Herzensangelegenheit.“
Jessica Steinvoort ist für fünf Einrichtungen des KAN zuständig: die Seniorenheime St. Marien in Grieth, St. Helena in Wissel, das St.-Elisabeth-Haus in Xanten sowie in Kalkar das Marienstift und das Seniorenzentrum St. Nikolaus. Neben der Emmericherin wurden weitere Beraterinnen und Berater ausgebildet, die sich um die Senioren in den anderen Einrichtungen der Trägergesellschaft kümmern.

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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