Anlieger werden am Donnerstag, 5. Dezember, 17 Uhr, auf der Kläranlage informiert / Baubeginn: Januar 2020
Stadtwerke Wesel: Großinvestition in das Regenüberlaufbecken

Regenüberlaufbecken Kläranlage Wesel.
  • Regenüberlaufbecken Kläranlage Wesel.
  • Foto: Zur Verfügung gestellt von der Stadtwerke Wesel.
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Stadtwerke Wesel wappnen das Kanalnetz gegen Regenereignisse. 2020 steht die Sanierung des Regenüberlaufbeckens vor der Kläranlage an. Unter anderem werden bis zu 120 Pfahlanker das Überlaufbecken bei Rhein-Hochwasser festhalten.

Wesels Kläranlage am Rhein ist kein schöner, aber ein wichtiger Ort. Hier fließen die Schmutz- und Regenwasserströme aus den Ortsteilen zusammen. Hier wird das Wasser gesäubert und dann geklärt in den Rhein entlassen.
Die Stadtwerke Wesel betreiben die Beckenlandschaft, in die Spaziergänger und Radler Einsicht von der Fischertorstraße her haben, sie sind Wasserversorger und -entsorger gleichermaßen und erreichen mit ausgeklügelten Klärstufen die Minimierung der Belastung. Nicht spektakulär, aber in Zeiten immer neuer Anforderungen eine bedeutende Aufgabe. Deshalb steht jetzt eine mehrere Millionen-Euro-Großinvestition in das Regenüberlaufbecken mit seinen vier Kammern an. „Ein neuer, ganzheitlicher Ansatz für die Sanierung ist geplant.“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Hegmann.

Bei einem Besuch in der Kläranlage mit Technik-Chef Henning Wagner, Ingenieur Ulf Heinrich und Klärwerksleiter Jens Kiel zeigt sich das ganze Ausmaß des Vorhabens. Wenn man an den vier Überlaufbecken - Länge 35 bis 50 Meter, Breite je 14 Meter, Tiefe 3,55 Meter – steht, ist man über die Dimension erstaunt. Natürlich herrscht nicht der Duft der großen weiten Welt, schließlich fließen die schmutzigen Gewässer aus den großen Hauptsammlern Nord und Ost hier in den zentralen Punkt am Ende des Weseler Kanalsystems.

Hauptaufgabe des Beckens

„Hauptaufgabe des Beckens ist es, Wasser im Regenfall zwischen zu speichern, um die Kläranlage zu entlasten. Zufließende Wassermengen können dann der Reinigung sukzessive zugeführt werden, zum Beispiel ist das bei intensiven Regenereignissen enorm wichtig.“, erklärt Ulf Heinrich. Der zufließende Ringsammler ist übrigens ein Stück Weseler Geschichte, er stammt von 1885.
8.500 Kubikmeter lassen sich in den vier 1978 gebauten Becken speichern. Sie füllen sich bei Bedarf Stück für Stück, möglich machen den sortierten Zulauf starre Wehre, diese sorgen dafür, dass das Wasser in die nächste Kammer fließt.

Verschleißerscheinungen

Das System funktioniert, aber nach jahrzehntelangem Betrieb zeigen sich Verschleißerscheinungen – Risse im Beton, platzende Fugendichtungen, untaugliche Strahlreiniger im Becken. Das ist nicht neu, schon 2012 wurde Sanierungsbedarf ermittelt. Aber dann kam der Aspekt der häufigeren Starkregenereignisse hinzu, 2016 entschieden die Stadtwerke Wesel, die Maßnahme neu zu betrachten und erweiterten sie.

Wenn der Regen prasselt, will man nun die direkte Lage am Rhein nutzen, indem optimiert in den Fluss eingeleitet und so das städtische Kanalnetz entlastet wird. „Wir wollen diese Chance zusätzlich nutzen durch den Einbau von absenkbaren, steuerbaren Wehrschwellen.“, sagt Henning Wagner. Das rechnet sich, weil teure Rückhaltemaßnahmen im Kanalnetz insbesondere in der Innenstadt reduziert werden können. Anschaulich macht das eine Zahl: Zusätzlich können zukünftig 3200 Liter Niederschlagswasser je Sekunde direkt in den Rhein strömen.

Pfahlanker für mehr Standfestigkeit

Die Sanierung soll gleichzeitig dazu genutzt werden, das Aufschwimmen der Becken bei Rhein-Hochwasser zu verhindern. Bisher wird das durch mehr Gewicht mittels Flutung der Becken gewährleistet. Künftig werden Pfahlanker das Überlaufbecken standfest halten. Die anstehende Betonsanierung wird deshalb kombiniert mit dem Setzen von 80 bis 120 solcher Pfähle, die über die gesamte Beckensohle verteilt und 20 Meter in die Tiefe getrieben werden.

"Anwohner dürfen sich freuen."

Anwohner dürfen sich freuen. Zwar gibt es die Belastung einer zweieinhalbjährigen Bauzeit, aber die Gerüche werden deutlich verringert. Dafür sorgen zum Beispiel auch neue Spülkippen, mit denen sich abgelagerter Schlamm leichter aus dem Becken holen lässt.

Infos in Kürze:

- Anlieger werden am 5. Dezember, 17 Uhr, auf der Kläranlage informiert.

- Die Maßnahme:
  Betonsanierung und Auftriebssicherung des Beckens
  Einbau von Wehrschwellen
  Schmutzwasserpumpwerk
  neue maschinelle Bauteile und Zufahrt zum Becken.

- Lärmschutzwände zur Wohnbebauung minimieren die Belastung.

- Baubeginn ist Januar 2020
- Ende der Ausführung ist Ende 2022

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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