"Viele Grüße auch an die Frau Gemahlin": BürgerReporter erhält Drohbrief von selbsternannten "Patrioten"

Mit Drohungen versuchen Extremisten, andere Meinungen zu unterdrücken.
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  • Mit Drohungen versuchen Extremisten, andere Meinungen zu unterdrücken.
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Ein BürgerReporter aus dem Rheinland, der aus Rücksicht auf seine Familie lieber anonym bleiben möchte, ist vor wenigen Tagen Adressat eines Drohbriefes geworden. Er solle, so die Täter, "am besten ganz verschwinden", ansonsten müsse er mit Konsequenzen rechnen.

Der Wortlaut des Drohbriefes legt den Schluss nahe, dass persönliche Differenzen mit dem BürgerReporter keine Rolle spielen. Das Ziel, das die Täter mit dem Schreiben verfolgen, ist eindeutig ein politisches. Auch lassen sie keinen Zweifel daran, welchem politischen Lager sie zuzuordnen sind: "Es gefällt uns gar nicht, wenn du im Internet gegen Patrioten Stimmung machst und uns auch noch diskreditierst. Wenn wir noch einmal bei Lokalkompass derartige Angriffe lesen, dann musst du mit Konsequenzen rechnen. Es wäre dir angeraten, wenn du am besten ganz verschwindest !!!"

Bedrohter BürgerReporter: "Jetzt erst recht!"

Im Telefonat mit der Lokalkompass-Redaktion zeigt sich der BürgerReporter kämpferisch. Klein beigeben? Das komme gar nicht in Frage. Also jetzt erst recht! Die ersten Nächte nach Erhalt des Briefes habe er schlecht geschlafen, gibt er zu. Das dürfte vor allem an der unverhohlenen Drohung liegen, die der letzte Satz des maschinell erstellten Schreibens enthält: "Viele Grüße auch an die Frau Gemahlin!" Er selbst glaube zwar nicht, dass er sich in Gefahr befinde, so der Niederrheiner. Um seine Familie zu schützen, aber auch wegen seiner verschiedenen Ehrenämter, zieht er die Anonymität vor. Den Tätern und allen anderen Leserinnen und Lesern des Lokalkompass' möchte er zurufen:

"Diesen anonymen Demokratieverweigerern, die nur im Verborgenen den starken Mann spielen können, muss ein für alle Mal das unfaire Handwerkszeug abgenommen werden. Ihnen muss sehr deutlich gemacht werden, dass sie mit einem derartigen Schreiben nicht nur Grenzen der politischen Meinungsäußerung verletzen. Nein – sie machen sich wegen Nötigung und mehr strafbar."

Der Drohbrief, den der BürgerReporter über den regulären Postweg bekam, liegt sowohl der örtlichen Polizei als auch dem Staatsschutz vor, die Ermittlungen dauern an. Erfahrungen zeigten, so ein Polizeibeamter, dass solche Drohungen und die Täter nicht selten aus dem Kreis der entsprechenden Community stammen. Eine Verbindung der Täter zum Lokalkompass sei also durchaus möglich.

Haltung der Redaktion: "Den ewig Gestrigen die Stirn bieten"

Redaktionsleiter Thomas Knackert, verantwortlich für lokalkompass.de, positioniert sich klar: "Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein sehr hohes Gut! Mutig sein, Missstände aufdecken und mahnend den Finger in die Wunde legen - dies ist die Aufgabe unserer Journalisten. Gerade in unserer Nachrichten-Community lokalkompass.de sind es auch immer wieder BürgerReporter, so wie in diesem Fall, die den ewig Gestrigen die Stirn bieten. Wir stehen hinter all' diesen Engagierten, die diese Community nutzen, um zur Meinungsbildung beizutragen und den sich hinter dem Wort "Patrioten" versteckenden Rechten einen Kontrapunkt zu setzen! Wie arm an Geist und Intelligenz müssen diese, sich hinter der Anonymität versteckenden Heckenschützen sein, um Menschen allein wegen Ihrer Meinungsäußerungen zu bedrohen. Wir stehen fest an der Seite unserer BürgerReporter. Und dem Schreiber der anonymen Zeilen möchte ich zurufen: Machen Sie doch erst einmal den Hauptschulabschluss nach!"

Mit Drohungen versuchen Extremisten, andere Meinungen zu unterdrücken.
Diesen Drohbrief erhielt ein BürgerReporter aus dem Rheinland per Post. Seine Antwort: "Jetzt erst recht!"

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