Spektakulärer BVB-Erfolg, Bayern-Krise und Korkut-Entlassung

Paco Alcacer von Borussia Dortmund hat Bundesliga-Geschichte geschrieben. Ganz nebenbei verhalf er dem BVB zu einem irren Heimsieg über den FC Augsburg.
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  • Foto: Stephan Schütze
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Stürmer Paco Alcacer hat Borussia Dortmund zu einem furiosen Heimsieg und sich selbst in die Geschichtsbücher geschossen. Während der FC Bayern eine deutliche Heimniederlage einstecken musste, krönte der FC Schalke 04 eine perfekte Woche. Der VfB Stuttgart nimmt hingegen den ersten Trainer-Wechsel der Bundesliga-Saison vor.

Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg hat großes Potential zum besten Spiel der Saison. Nach 90 Minuten gewann der BVB eine spektakuläre Partie mit 4:3 (0:1), die nicht nur mit sieben Toren die Zuschauer bestens unterhielt, sondern auch zahlreiche weitere Geschichten bereit hielt.

Ob es Augsburgs Stürmer Alfred Finnbogason ist, Dortmunds Stürmer Paco Alcaer, Mannschaftskollege Mario Götze oder das Bruder-Duell der Götzes. Über BVB gegen den FCA vom 6. Oktober 2018 wird noch lange gesprochen werden.

Alfred Finnbogason trifft erneut für den FC Augsburg

Wochenlang war Finnbogason verletzt, ehe er vor einer Woche für den FC Augsburg sein Comeback feierte. Erstmals seit seiner WM-Teilnahme mit Island stand der Stürmer wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Für viele überraschend sogar sofort in der Startelf.

Sein Arbeitsnachweis beim 4:1-Erfolg über den SC Freiburg: drei Tore! Eine Woche später stand der 29-Jährige wieder in der Startelf. In Dortmund traf Finnbogason nach 22 Minuten erneut. Eine zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung für stark und frech aufspielende „Fuggerstädter“. Bei den BVB-Anhängern kamen böse Erinnerungen auf. Schließlich spielten die Dortmunder und Augsburger in den vergangenen vier Duellen dreimal 1:1 unentschieden.

Dass es dieses Mal nicht dazu kam, lag an Paco Alcacer - und Mario Götze. Ausgerechnet Götze. Warum? Zum ersten Mal (!) überhaupt stand Götze in dieser Bundesliga-Saison auf dem Platz, als er nach 77 Minuten eingewechselt wurde. Übrigens 13 Minuten nach seinem Bruder Felix auf der Gegenseite, der noch vor zwei Wochen beim 1:1 beim FC Bayern das FCA-Tor erzielt hatte.

Götze war es, der nach einem klugen Laufweg und guten Abschluss das zwischenzeitliche 3:2 erzielte. Zuvor hatte Alcacer, der nach 59 Minuten eingewechselt worden war, zweimal ausgeglichen hatte. Weil der FC Augsburg in der 87. Minute durch Michael Gregoritsch aber auch nochmal traf, sah alles nach einem Remis aus. Bis zur 96. Minute. Bis Alcacer kam, sah und traf. Per Freistoß.

Der Stürmer wurde erst zum dritten Mal in dieser Bundesliga-Saison eingesetzt und traf nun schon sechsmal. Das gelang bis zum vergangenen Samstag nur ein gewisser Gert Dörfel für den Hamburger SV in der neugegründeten Bundesliga 1963. Für seine sechs Tore brauchte Alcacer insgesamt nur 81 Minuten. Der spanische Nationalspieler trifft also alle 14 Minuten! Der schöne Nebeneffekt: Borussia Dortmund bleibt mit 17 Punkten nach acht Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze. Drei Zähler vor den punktgleichen Leipzigern, Mönchengladbachern, Bremern und Berlinern.

Bayern München nur noch auf Platz sechs

Bayern München ist mit „nur“ 13 Zählern auf Platz sechs abgerutscht. Der Deutsche Rekordmeister ist derzeit völlig von der Rolle und verlor überraschend deutlich mit 0:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach. Es war nach dem 1:1 gegen Augsburg, dem 0:2 in Berlin und dem 1:1 gegen Ajax Amsterdam das vierte Pflichtspiel in Folge ohne eigenen Sieg.

David Alaba vergrößert das Lazarett vom FC Bayern

Noch viel schlimmer: Gegen die Gladbacher verletzte sich mit David Alaba nach Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Rafinha bereits der vierte Spieler in einem sowieso schon dünnen Kader - und kreatives Spiel, geschweige denn viele Torchancen waren abermals Mangelware. Die kritischen Stimmen gegen Trainer Niko Kovac werden lauter, der während der anstehenden Länderspiele nun auch nur eine Hand voll Profis zum Arbeiten vor Ort haben wird.

Schalke 04 feierte dritten Sieg in sieben Tagen

Mit diesem Problem ist Kovac aber nicht alleine. Seinem Trainer-Kollege Domenico Tedesco geht es ähnlich. Der sieht mit gemischten Gefühlen auf die kommenden zwei Wochen. Zum einen kommt die Pause nach sieben Spiele in 21 Tagen genau zum richtigen Zeitpunkt, weil einige Akteure eine Pause brauchen. Zum anderen hat der S04 derzeit einen Lauf. Nach dem 1:0-Sieg gegen Mainz, dem 1:0-Sieg bei Lokomotive Moskau folgte nun ein 2:0-Sieg (0:0) in Düsseldorf. Drei Siege in sieben Tagen und jedes Mal ohne Gegentreffer.

S04 klettert auf Platz 15

Der katastrophale Bundesliga-Start ist zwar nicht vergessen und die „Knappen“ stehen noch immer nur auf Platz 15. Doch die Königsblauen, die nun nur noch drei Punkte von Platz acht entfernt sind, scheinen sich auf dem richtigen Weg zu befinden. Wenngleich insbesondere die ersten 45 Minuten bei der Fortuna mehr Kampf als technische Feinheiten, geschweige denn Kombinationsfußball, zu bieten hatte. Weil der S04 zu Beginn der zweiten Halbzeit aber binnen sechs Minuten zwei Tore schoss und der Aufsteiger offensiv einfach zu harmlos oder ungenau ist, war er unter dem Strich chancenlos.

Chancenlos auf Besserung ist Tayfun Korkut. Der Trainer wurde beim VfB Stuttgart einen Tag nach der 1:3-Niederlage beim Tabellenletzten Hannover 96, das bis dato noch nicht einmal in sieben Spielen gewonnen hatte, freigestellt. Laut dem „kicker“ ist der ehemalige Schalke-Trainer Markus Weinzierl Favorit auf die Nachfolge Korkuts.

Wie sich der Nachfolger von Ilija Gruew beim MSV Duisburg, Torsten Lieberknecht, bei seinem Debüt schlägt, wird der Montagabend zeigen. Dann sind die „Zebras“ beim Tabellenführer 1. FC Köln zu Gast.

Der VfL Bochum hingegen spielte schon am Freitag - erfolgreich. Nach zwei Niederlagen in Folge gewann der VfL gegen Arminia Bielefeld 1:0 (1:0). Durch den vierten Saisonsieg halten die Bochumer als Tabellensiebter und drei Punkten Rückstand auf Platz drei den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.

Paco Alcacer von Borussia Dortmund hat Bundesliga-Geschichte geschrieben. Ganz nebenbei verhalf er dem BVB zu einem irren Heimsieg über den FC Augsburg.
Der FCA um Torschütze Philipp Max (r.) war nah dran, in Dortmund gegen den BVB mindestens einen Punkt mitzunehmen.

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