Bildung- und Teilhabe
"Für Familien kann es eng werden:" Zu lange Antrags-Bearbeitungszeit

350 Euro soll die Klassenfahrt der älteren Tochter (13) kosten. Das ist viel Geld für die Castrop-Rauxeler Familie. Sie kann die Finanzierung alleine nicht stemmen. Im September hat die Mutter (41) bei der Stadtverwaltung (Bereich "Bildung und Teilhabe") einen Antrag auf Unterstützung eingereicht. "Man hat mir gesagt, dass es vom Einreichen des Antrags bis zur Genehmigung vier Monate dauert und dafür personelle Gründe angeführt", so die Castrop-Rauxelerin. Das Geld für die Klassenfahrt muss bis Januar überwiesen werden.

Seit 2011 gibt es das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Es soll Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II oder XII, Wohngeld oder Kindergeldzuschlag beziehen, zusätzlich unterstützen. Für junge Menschen (die noch keine 25 Jahre alt sind, eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten) gibt es zusätzlich zum Regelbedarf sogenannte "Bedarfe für Bildung und Teilhabe". Das sind beispielsweise Ausflüge und Klassenfahrten für Schüler und Kindergartenkinder, Schulbedarf oder Schülerbeförderungskosten.
2012 hat die Familie aus Castrop-Rauxel das erste Mal Leistungen beantragt. Und auch heute ist sie auf diese Unterstützung angewiesen. Neben dem "Klassenfahrt-Antrag" stehen noch weitere aus.

Antrag im Juli eingereicht
"Einen Antrag, bei dem es um den Beitrag für den Schwimmverein geht, habe ich Ende Juli eingereicht", erklärt die Castrop-Rauxelerin. "Ich habe Verständnis dafür, dass es aufgrund der Personalsituation länger dauert. Die Mitarbeiter kommen mit den zu bearbeitenden Anträgen nicht hinterher. Aber vier Monate Bearbeitungszeit sind einfach zu viel."

Für Familien, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen seien, könne es dank der langen Wartezeit eng werden, gibt sie zu bedenken. "Ich würde mir wünschen, dass in dem entsprechenden Bereich mehr Leute eingestellt werden."

Sind vier Monate Bearbeitungszeit die Regel oder eine Ausnahme? Und falls Erstgenanntes zutrifft: Gibt es konkrete Pläne, Abhilfe zu schaffen? Dies wollten wir von der Stadtverwaltung wissen. Eine Antwort stand bis Redaktionsschluss aus.

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