Nordverlegung der Emscher-Mündung: Start des letzten Bauabschnitts
Wenn Rhein und Emscher sich (wieder) treffen

Alt und neu – der künftige Emscher-Verlauf innerhalb der neuen Mündungsaue ist schon deutlich erkennbar. Foto: © Andreas Fritsche/EGLV
  • Alt und neu – der künftige Emscher-Verlauf innerhalb der neuen Mündungsaue ist schon deutlich erkennbar. Foto: © Andreas Fritsche/EGLV
  • hochgeladen von Anastasia Borstnik

Anfang der Woche begann die Emschergenossenschaft mit dem letzten Bauabschnitt zur Nordverlegung der Emscher-Mündung. Hierbei wird unter anderem der neue Flusslauf fertiggestellt und die umliegenden Auenflächen weiter ausgestaltet. Auch die Öffnung des Rheindeichs erfolgt in diesem letzten Teilabschnitt – voraussichtlich im Spätsommer 2022.

Im letzten Bauabschnitt wird in den kommenden Monaten die geplante Auenfläche weiter ausgehoben sowie der Flussverlauf abschließend verlegt und in diese eingebettet. Auch der neue Mündungsbereich am Rhein wird fertiggestellt und die letzten Sohlgleiten eingebaut. Diese bestehen aus einem treppenstufenähnlichen Bauwerk, das den Höhenunterschied zwischen Emscher und Rhein ausgleicht und Fischen somit einen einfachen und sicheren Übergang zwischen den beiden Flüssen ermöglicht.

Zum Hintergrund

Nördlich der Dinslakener Siedlung „Am Stapp“ fließt die Emscher seit Jahren gradlinig und eingedeicht über ein Absturzbauwerk in den Rhein. Diese Lösung schafft wasserwirtschaftliche Sicherheit, bildet jedoch auch eine bis zu sechs Meter hohe ökologische Barriere zwischen Rhein und Emscher. Um die Vorgaben und Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, muss die Emscher unter vielfältigen, restriktiven Randbedingungen um knapp 500 Meter in Richtung Voerder Stadtgebiet verlegt sowie abschnittsweise und stufenweise ökologisch verbessert werden. An der Emscher-Mündung soll der neu zu schaffende, großflächige Auenbereich mit seiner Strukturvielfalt für gewässertypische Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Bestandteil der Neuen Emscher bilden. Mit der Planung soll eine attraktive und ökologisch wirksame Verflechtung der Flüsse Emscher und Rhein sowie darüber hinaus auch der beiden Natur- und Erholungsräume Rheinaue Walsum im Süden und Wohnungswald im Norden erreicht werden.
Für die neue Emscher-Mündung wurde im August 2008 bei der Bezirksregierung Düsseldorf ein Antrag auf Planfeststellung eingereicht und dieser im August 2009 erörtert. Am 18. September 2013 erfolgte schließlich die Übergabe des Planfeststellungsbeschlusses durch die Bezirksregierung an die Emschergenossenschaft. Nach Erhalt des Planfeststellungsbescheides begann die Emschergenossenschaft umgehend mit den ersten Vorbereitungen, sodass der Umbau der Mündung in 2014 starten konnte.

Die Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,5 Milliarden Euro investiert werden.

Autor:

Lokalkompass Dinslaken-Voerde-Hünxe aus Dinslaken

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