Blütezeit der hoch allergenen Beifußambrosie beginnt

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium warnt vor dem Kontakt mit der nordamerikanischen Pflanze „Beifuß-Ambrosie“. | Foto: LANUV
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Das nordrhein-westfälische Umweltministerium warnt vor dem Kontakt mit der nordamerikanischen Pflanze „Beifuß-Ambrosie“ und fordert die Bürger auf, Pflanzenfunde den zuständigen Behörden zu melden.

Bereits wenige Pollenkörner der Beifuß-Ambrosie in der Atemluft können eine Sensibilisierung (Vorstufe einer Allergie) bewirken und bei Allergikern Heuschnupfen und schwere Asthmasymptome auslösen. Es sind auch Personen betroffen, die vorher keinerlei allergische Heuschnupfenerkrankungen hatten.

Durch direkten Kontakt mit dem Blütenstand oder anderen pflanzenbestandteilen können gelegentlich auch Hautreaktionen auftreten. Problematisch ist neben dem hohen allergenen Potential der Pollen auch die späte Blütezeit der Pflanze: Der Pollenflug der Ambrosie beginnt erst im August. Damit kann sich die Leidenszeit für Pollenallergiker von der Baumblüte im Frühjahr über die Blütezeit vieler Gräser im Sommer bis in den Spätherbst hinein verlängern.

Die Beifuß-Ambrosie ist eine nordamerikanische Pflanze, die im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt wurde. Über rund einhundert Jahre blieb die Pflanze unbeständig, konnte sich aufgrund des hiesigen Klimas offensichtlich nicht selbstständig vermehren und ausbreiten. Mittlerweile sind Einfuhr und Handel ambrosiahaltiger Futtermittel EU-weit weitgehend verboten. Mit ihren stark eingeschnittenen Blättern ähnelt sie der heimischen Beifußpflanze. Die Samen sind bis zu 40 Jahre überlebens- und keimfähig und werden in großer Menge produziert. Begünstigt durch mehrere warme Sommer breitet sich die wärmeliebende Pflanze seit etwa dem Jahr 2000 auch in NRW weiter aus.

In Nordrhein-Westfalen wurden Beifuß-Ambrosien bisher überwiegend als Einzelpflanzen oder Kleinstbestände nachgewiesen. Die nachgewiesenen Vorkommen liegen vor allem im besiedelten Raum, in Gärten und Grünanlagen und lassen sich zumeist auf ausgestreutes Vogelfutter zurückführen. Daneben existieren wenige größere Vorkommen, die sich über Jahre aus sich selbst heraus vermehrt haben und Ausbreitungs-tendenzen zeigen. Sie liegen in der Rheinischen Bucht, am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen.
Bisher nimmt die Besiedlung durch Ambrosia-Pflanzen in NRW zwar nur allmählich zu. Ist aber ein bestimmter Verbreitungsgrad überschritten, muss man davon ausgehen, dass sich die Pflanze dauerhaft ange-siedelt hat und nicht mehr entfernt werden kann.

Noch besteht die Chance, die Beifußambrosie in NRW wirksam zu bekämpfen und eine Massenverbreitung mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen für viele Menschen zu verhindern.

Das Umweltministerium NRW bittet deshalb, Funde von Ambrosiapflanzen zu melden und hierfür den am Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) eingerichteten Meldeweg zu nutzen.

Weitere Informationen und Hinweise zur Pflanze und deren Erkennung

Zum Erkennen der Pflanze ist im Internetauftritt des LANUV umfangreiches Material zu finden.

Hier steht auch ein Meldeformular bereit (dort ausfüllen und nach Möglichkeit ein Foto beifügen). Das LANUV gibt die Meldungen an die betroffenen Kommunen weiter, die gegebenenfalls Bekämpfungsmaßnahmen einleiten. Einzelpflanzen in Gärten und auf Privatgrundstücken können vor Blühbeginn mit der Wurzel ausgerissen und in geschlossener Plastiktüte im Restmüll entsorgt werden. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Kontaktallergie kommen (Handschuhe).

Autor:

Lokalkompass Dorsten aus Dorsten

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