Volksinitiative Artenschutz startet: BUND und NABU sammeln in Dortmund Unterschriften
Eine Stimme für die Natur

Insekten zu helfen, ist nicht schwer: Bienenfreundliche Pflanzen locken auch Wildbienen und Hummeln an. Naturschützer sammeln jetzt in Dortmund Unterschriften für die landesweite Volksinitiative Artenschutz.
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  • Insekten zu helfen, ist nicht schwer: Bienenfreundliche Pflanzen locken auch Wildbienen und Hummeln an. Naturschützer sammeln jetzt in Dortmund Unterschriften für die landesweite Volksinitiative Artenschutz.
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Wann ist Ihnen zuletzt ein Fuchs oder Admiral über den Weg geflogen, ein Maikäfer, oder eine Mosaikjungfer? Schon länger her?

Viele Insekten sind massenhaft bedroht, und das merkt man nicht nur, wenn nach längerer Autofahrt die Windschutzscheibe nicht von toten Insekten verklebt ist. Experten vermelden bei Insektenarten eine Rückgang von rund 80 Prozent, etwa 45 Prozent der Arten in NRW sind mittlerweile gefährdet. Speziell in Dortmund gibt es beispielsweise nur noch eine einzige Brutstelle für Kiebitze, und die kleinen Bestände der Feldlerche sind akut bedroht.

Aktion der Umweltverbände

Eine gemeinsame Aktion von NRW-Umweltverbänden ( BUND, NABU und LNU) will nun die Insekten retten und den Artenschwund stoppen. Auf Dortmunder Ebene sind der BUND und der NABU beteiligt. Eigentlich hätte die Volksinitiative Artenvielfalt NRW schon im Januar starten sollen, coronabedingt ging es nun im Juli 2020 los. Damit sich der NRW-Landtag mit dem Thema befassen muss, werden nun erst einmal Unterschriften für eine Volksinitiative gesammelt. Sie muss mindestens 66.000 Unterschriften erreichen. Doch die Volksinitiative ist nur der Auftakt. Mit Blick auf die nächste Landtagswahl haben die Umweltverbände bereits ein Volksbegehren im Auge. Dazu müssten dann 560.000 Unterschriften gesammelt werden.

Ziel: mehr Naturschutz landesweit

Ziel der Volksinitiative ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den Nordrhein-westfälischen Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen, so der Dortmunder Koordinator Klaus-Dieter Lemm. Die NABU-Landesvorsitzende Dr. Heike Naderer dazu: „Konkret fordern wird einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbundes und die Ausweisung eines Nationalparks Senne. Der ökologische Landbau muss deutlich ausgeweitet und die Gewässer und Auen wirksamer geschützt werden.“

Konkrete Ideen für Dortmund

Auch für Dortmund hätten die Naturschützer konkrete Ideen zu Umsetzung; „Die OW IIIA sollte nicht weiter ausgebaut wird und mehr Wälder, etwa ein Fünftel des Bestandes, aus der Forstbewirtschaftung heraus genommen werden“, meint Philipp Kotthoff vom BUND in Dortmund. Und Klaus-Dieter Lemm ergänzt: „Schottergärten sollte es nicht mehr geben, und auch die Straßenbeleuchtung kann insektenfreundlicher gestaltet werden. Damit wäre schon viel gewonnen.“

Oft fehle Detailwissen

„Wir sind nicht nur ein paar Leute in NRW, wir sind richtig viele“, erklärt Heike Naderer. NABU hat rund 100.000 Mitglieder in NRW, der BUND 36.000. Diese Manpower wollen die Umweltverbände im Wahlkampf zur Kommunalwahl gezielt einsetzen: „Wir wollen, dass die Menschen ihre Stimme für die Natur abgeben“, so Lemm. Deshalb wird jetzt vor der Wahl gezielt gesammelt, auch weil die Naturschützer erfahren haben, dass die Dortmunder Politiker in Sachen Naturschutz nicht besonders dialogfreudig ist. „Es ist schwer, mit den Lokalpolitikern dazu ins Gespräch zu kommen“, merkt Lemm an. Oftmals fehle es auch an Detailwissen oder an der Bereitschaft, sich dieses anzueignen.

300 Pflanzenarten im AGARD-Graten

Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, sich biologische Kenntnisse anzueignen: Im AGARD-Haus im Westfalenpark sowie im Insektengarten des NABU in der Kleingartenanlage Dortmund-Nord, Eberstr. 46, Garten Nr. 85 gibt es Infos für einen insektenfreundlichen Garten. Hier gibt es auf kleinstem Raum rund 300 verschiedene Pflanzenarten, fast zweihundert Insektenarten tummeln sich hier über das Jahr verteilt. Der Garten ist für interessierte Besucher sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Hier, im AGARD-Haus und in verschiedenen Bioläden im Stadtgebiet liegen auch die Unterschriftenlisten aus.

Wer mitsammeln möchte, kann sich die Unterschriftsbögen (unbedingt doppelseitig!) auf www.artenvielfalt-nrw-de herunterladen. Weitere Infos gibt es auch unter nabu-dortmund,de und bund-dortmund.de.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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