Kinder gehen für bessere Betreuung auf die Straße

"Schluss mit lustig, wir sind Zukunft!" Kinder aus dem Offenen Ganztag demonstrierten für bessere Rahmenbedingungen.
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Sie waren viele, und sie waren laut: Schülerinnen und Schüler des Offenen Ganztagsangebots im Stadtbezirk Scharnhorst haben jetzt für bessere Rahmenbedingungen in den OGS-Grundschulen Kautsky, Westholz, Siegfried-Drupp, Buschei, Brukterer, Kirchderne, Dietrich-Bonhoeffer, Eichwald, Roncalli und Paul-Dohrmann demonstriert. In einem Sternmarsch waren sie von ihren Schulen aus zum EKS in Scharnhorst gezogen. Mit Rasseln, Pfeifen,Transparenten und Sprechchören machten die Kids ihrem Unmut Luft.

"Gute OGS darf keine Glückssache sein!" Unter diesem Motto fordert die Kampagne der freien Wohlfahrtspflege NRW die Politik auf, die Bildungschancen der Kinder durch die verbindliche Festlegung von Standards im Offenen Ganztag zu verbessern. Bisher sind noch gar keine Standards für die Nachmittags-Betreuung von Schulkindern in den Grundschulen festgelegt.

Auch die Finanzierung der Angebote ist nicht gesichert: "Wir brauchen einen höheren Etat und eine einheitliche Förderung in NRW", erklärt Kai Bolz. Er ist Koordinator der OGS an der Westholz-Grundschule. "Der bisherige Etat ist zu rund einem Drittel unterfinanziert. Der Etat ist zwar um drei Prozent angehoben worden, doch allein die Personalkosten sind um 12 Prozent gestiegen."

Eine verlässliche gesetzliche Regelung muss her, fordern die Aktiven, genauso wie ein zusätzliches Ausbauprogramm. Schon jetzt haben fast alle Schulen Platzprobleme, wie Karin Lauber, Koordinatorin an der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule in Derne, erläutert: "Wir haben zwei Räume für die Betreuung und einen Speiseraum. Hundert Kinder werden derzeit dort über Mittag betreut, für 70 wurde die OGS aber nur ausgelegt. Wir müssen mit den Kindern in Schulräume ausweichen, anders geht es nicht. In anderen Schulen ist das genauso."

Dabei sind noch nicht einmal alle Kinder, die die OGS bräuchten, berücksichtigt: 18 Kinder stehen an der Schule auf der Warteliste, für sie gibt es derzeit gar keinen Platz in der OGS. "Wir wollen uns nicht nur für einen pädagogisch wertvollen Ganztag stark machen, ergänzt Kai Bolz. "Auch die Öffnungszeiten müssen flexibler werden, damit sie sich mit der Berufstätigkeit der Eltern in Einklang bringen lassen."

Unterstützer der Kampagne konnten sich direkt vor Ort in eine Unterschriftenliste eintragen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, gibt es am 12. Juli zum Abschluss der Kampagne eine große Demo vor dem Landtag in Düsseldorf.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-Nord aus Dortmund-Nord

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