„Film ab!“ bei den jugend:szenen in Brackel

Paul und Gretel Hagt (vorne) lassen sich in der Jugendfreizeitsstätte Wickede von Jugendlichen den selbstgedrehten Film „jugend:szenen brackel“ zeigen.                         Foto: Schmitz | Foto: Schmitz
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  • Paul und Gretel Hagt (vorne) lassen sich in der Jugendfreizeitsstätte Wickede von Jugendlichen den selbstgedrehten Film „jugend:szenen brackel“ zeigen. Foto: Schmitz
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Acht Jugendliche, zehn Senioren, ein Projekt: Der Film „jugend:szenen brackel“ ist im Kasten. Jetzt hatte er Premiere im Kultur- und Bildungszentrum Balou in Brackel und in der Jugendfreizeitstätte in Wickede.

„Ein Plädoyer für ein Miteinander der Generationen“ nennt Nadine Wetzel, Leiterin der Jugendkunstschule im Balou, das Ziel des Films. „Jeder hat seine eigenen Ideen eingebracht“, erzählt Annika Behrend (14), die sowohl vor als auch hinter der Kamera agierte. „Am meisten Spaß hatte ich bei den Spielszenen“, beschreibt sie. So spielt sie zum Beispiel eine Jugendliche, die von den Handykenntnisse ihrer Oma überrascht wird.
Neben den Jugendlichen wirkten bei der Realisation des Films auch Senioren mit. Der Kontakt zu ihnen wurde über die AWO-Begegnungsstätte in Wickede hergestellt. Von dem Projekt waren sie begeistert und haben gerne mitgewirkt. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Generationen war kein Problem. „Wir hatten keine Berührungsängste“, versichert Gretel Hagt, Vorsitzende der AWO Wickede. Sie und ihr Mann Paul Hagt finden den Film sehr gut. „Er sollte von mehr Leuten gesehen werden. Er könnte für mehr Verständnis sorgen.“
Bei den Interviews hatte Annika den Eindruck, dass die heutige Jugend von einigen Senioren für respektlos gehalten wird. „Das stimmt aber nur zum Teil“, sagt sie. Im Film meint auch eine ältere Dame, dass man Jugendliche nicht über einen Kamm scheren dürfe. Die Interviews waren nicht immer ganz einfach, wie Annika weiter erzählt: „Einmal hatten wir eine alte Dame gebeten, etwas über ihre Jugend zu erzählen. Stattdessen hat sie uns erklärt, dass jetzt alles viel teuer ist.“
Einige Szenen spielen ironisch mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. So sieht man erst eine Szene, in der Jugendliche ein paar Senioren anpöbeln. In einer zweiten Version von „Eine Geschichte aus Dortmund Wild Ost“ sind es dann die Alten, die die Jugendlichen „abziehen“. Großen Raum nimmt eine Geschichte über „Die Eule“ ein. Die junge Lisa reist mit Hilfe einer Fee durch die Zeit, um zu verhindern dass ihr Opa durch Prügel so schwer verletzt wird, das er später hinkt.
Kooperiert wurde mit dem Fachbereich Kinder- und Jugendförderung des Jugendamtes, wie Jörg Bitter mitteilt. Gefördert wurde der Film von der Aktion Mensch und zum größten Teil vom Fonds Sozio­kultur.
Mit dem Film nehmen das Balou und die Jugendlichen am Bundeswettbewerb „Video der Generationen“ teil, der mit 1.000 Euro dotiert ist. Einsendeschluss dafür ist der 15. Januar 2012.
Mit selbstgemachten Requisiten wurden viele der Szenen verwirklicht. „Wir haben auch einen kleinen Theaterfundus, der ist aber noch ausbaufähig“, meint Nadine Wetzel. Einige Zeichnungen im Film wurden von der Künstlerin Bärbel Thier-Jaspert angefertigt, die im depot, Immermannstraße 29, ein Atelier hat.
Drehorte waren vor allem Brackel und Wickede. Bei den Interviewszenen kann der Zuschauer den jeweiligen Hellweg erkennen. Für die Innendrehs wurden das Balou und die Jugendfreizeitstätte in Wickede genutzt.

Einige Exemplare des Films sind in der Jugendkunstschule im Balou, Oberdorfstraße 23, zu bekommen. Infos dazu gibt es bei Nadine Wetzel (Tel. 201866).

Paul und Gretel Hagt (vorne) lassen sich in der Jugendfreizeitsstätte Wickede von Jugendlichen den selbstgedrehten Film „jugend:szenen brackel“ zeigen.                         Foto: Schmitz | Foto: Schmitz
Nadine Wetzel, Leiterin der Jugendkunstschule im Balou (l.), und Annika Behrend präsentieren die DVDs.
Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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