Dem Lehrer fest ins Auge geschaut - Schule wie vor 100 Jahren

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“Jetzt stellen wir uns erst einmal so auf, wie die Kinder es vor 100 Jahren getan hätten. Immer zwei und zwei, die Kleinen vorne, die Großen hinten.”
So beginnt Felix Schmitz vom Freundeskreis lebendige Grafschaft stets den Unterricht wie vor 100 Jahren. Später, im historischen Klassenraum, liest er den Kindern erst einmal ein paar Regeln vor, die aus dieser Zeit stammen.

“Alle Schüler sitzen anständig, gerade, mit dem Rücken angelehnt in Reihen hintereinander.
- Jedes Kind legt seine Hände geschlossen auf die Schultafel.
- Die Füße werden parallel nebeneinander auf den Boden gestellt.
- Sämtliche Kinder schauen dem Lehrer fest ins Auge.
- Sprechen, Plaudern, Lachen, Flüstern Hinundherrücken, heimliches Lesen, neugieriges Umhergaffen dürfen nicht vorkommen.
- Das Melden geschieht bescheiden mit dem Finger der rechten Hand. Dabei wird der Ellenbogen des rechten Armes in die linke Hand gestützt.
- Beim Antworten hat sich das Kind rasch zu erheben, gerade zu stehen und in vollständigen Sätzen zu sprechen.”
(Quelle: Carl Kehr, Die Praxis der Volksschule, Gotha 1880, 9. Auflage)

Felix Schmitz, früher selber im Schuldienst tätig, spiel die Rolle des strengen Herrn Lehrers hervorragend. Den heutigen Kindern bleibt bei diesen Enthüllungen die Spucke weg und manche können es gar nicht glauben. Im Unterricht dürfen die Kinder mit dem Griffel auf die Tafel schreiben, dürfen auch Federhalter und Tintenfass benutzen und lernen Tornister, Tafelläppchen und Tafelschwamm und auch den Rohrstock kennen. Der Lehrer erzählt, dass früher die Hände und Fingernägel auf Sauberkeit überprüft wurden und dass er sich davon überzeugte, dass jedes Kind ein sauberes, gebügeltes Taschentuch bei sich trug. Wenn Eltern aus irgend einem Grund in die Schule bestellt wurden, hätten diese es niemals gewagt, der Aufforderung des Lehrers nicht nach zu kommen.
Schnell ist die Zeit verstrichen, die für den Unterricht wie vor 100 Jahren eingeplant ist. Die Unterrichtsstunde wird immer mit einer gymnastischen Übung beendet, die der Lehrer vormacht und vorspricht: "Turnen ist die beste Medizin, über alle Sorgen hilft es hin, stärkt die Muskeln, reißt die Glieder aus, treibt die bösen Grillen all hinaus.” Dabei gibt es viel Spaß und Gelächter. Nun dürfen die Kinder sich noch das Heimatmuseum anschauen und erkennen manchmal die ausgestellten Sachen nicht, die früher ganz anders aussahen wie heute, wie zum Beispiel die Schlittschuhe. Im Schnitt kommen 2x pro Woche Zweit- bis Viertklässler ins Lehrerhaus aus der näheren und weiteren Umgebung. Diese Veranstaltung ist sehr beliebt und macht allen Beteiligten großen Spaß und viel Freude.

Autor:

Ingrid Lenders aus Duisburg

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