Lebendige Adventkalender in vielen Stadtteilen - Gern angenommene Auszeit mit Gesang, Ruhe und Besinnung

Auch bei Regen lassen sich die Teilnehmer nicht vom fröhlichen Singen abhalten. Fotos: privat
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  • Auch bei Regen lassen sich die Teilnehmer nicht vom fröhlichen Singen abhalten. Fotos: privat
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Die „Lebendigen Adventskalender“ haben in Duisburg eine zum Teil recht lange Tradition. In Huckingen beispielsweise begeht er in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aber auch in Ruhrort und Neumühl sowie in weiteren Stadtteilen im Norden, Süden und Westen Duisburgs sind sie aus der Adventzeit nicht mehr wegzudenken.

Besinnliches Beisammensein, Weihnachtsgedichte und nette Gespräche: Schon seit 19 Jahren treffen sich Bürger im Advent bei festlich geschmückten Fenstern in Huckingen und Wanheim, um sich kennenzulernen und gemeinsam zu singen und zu schwatzen. In Huckingen feiert man jetzt zwei Jahrzehnte „Lebendiger Adventkalender“. Auch in diesem Jahr schmücken viele Teilnehmer ihre heimischen Fenster und freuen sich über Besuch vor der Haustür. Schon so lange trifft man sich dort vor den Fenstern und Haustüren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen

Die Eröffnung des diesjährigen Adventskalenders ist am Freitag, 1. Dezember, im Gemeindezentrum Angerhauser Straße 91. Alle Interessierten sind eingeladen, abends ab 18 Uhr Geschichten oder Gedichte zu hören und Lieder zu singen. Die Veranstalter wollen den ökumenischen Charakter dieses Projekts stärken, und sie bieten einen Rückblick auf die vergangen zwei Jahrzehnte an. Das Ziel des Huckinger Adventskalenders ist gleichgeblieben. Man bereitet sich auf Weihnachten vor und lernt jeden Abend eine neue Seite von Huckingen kennen.

Zum Ende des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010, bei dem Ruhrort als Hafen der Kulturhauptstadt eine nicht unwesentliche Rolle spielte, bildete sich im Hafenstadtteil der Kreativkreis Ruhrort mit regelmäßigen Treffs im Café Kaldi. Als erste Maßnahme wurde in Zusammenarbeit mit dem Ruhrorter Bürgerverein der „Lebendige Adventskalender“ durchgeführt. Vom 1. bis 24. Dezember öffnete sich jeden Tag Punkt 18 Uhr irgendwo in Ruhrort eine Türe oder ein Fenster und die Menschen konnten Lieder, Gedichte, eine Theaterszene oder eine Performance erleben. Charity-Partner war der Verein „Immersatt“, zu dessen Gunsten täglich gesammelt wurde. Und diese Tradition hat sich fortgesetzt.

Seit 2009 gibt in Neumühl, den lebendigen Adventskalender, organisiert mit viel Herzblut von ehrenamtlichen Gemeindegliedern der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu. Die Idee zu diesem Adventkalender der besonderen Art hatte Anita Nitz. Sie war damals längerer Zeit krank und sah im Fernsehen einen Bericht über einen lebendigen Adventskalender in Norddeutschland. Sie dachte sich: Was die Norddeutschen können, das bekommen wir doch auch hin.

In Neumühl sind auch Geschäfte und Betriebe dabei

An jedem Adventsabend gestaltet eine Familie oder eine Einrichtung – ja, sogar Geschäfte und Betriebe sind dabei – ein Fenster, versehen mit der jeweiligen Adventskalenderzahl des Tages. Mal ist nur die Zahl am Fenster, mal ist das ganze Fenster adventlich dekoriert. „Die Vorgespräche zum Kalender finden bereits im Spätsommer statt und im Oktober oder spätestens November geht es dann an die Terminvergabe“, so Barbara Hackert vom Projekt LebensWert im Gespräch mit unserer Redaktion.

So unterschiedlich wie die Gestaltung der Fenster, so unterschiedlich ist die jeweilige Gruppe, die an den einzelnen Abenden zusammentrifft, erzählt sie weiter Sie hat das Ganze mal als den größten vorweihnachtlichen „Flashmob“ Neumühls bezeichnet. Es gibt einige Neumühler, die jedes Adventsfenster besuchen, aber auch solche, die nur bestimmte oder auch nur ein ganz bestimmtes besuchen. Je nach Witterung und Wetterlage nehmen zehn bis 50 Personen daran teil.

Aufs Neue auf die Geburt von Jesus freuen

An jedem Abend gleich ist, dass man zwischen 19 und 19.30 Uhr zusammen kommt, gemeinsam Lieder singt und Getränke, Schmalzstullen und Gebäck gereicht wird. Es kann aber auch sein, dass noch Gedichte vorgetragen oder Geschichten vorgelesen werden. Je nach Lust und Laune dauert die Zusammenkunft 30 Minuten oder eine ganze Stunde. Es wird an den Abenden der eigentliche Sinn des Advents aufgegriffen, zur Ruhe und Besinnung kommen können, um sich wieder aufs Neue auf die Geburt von Jesus zu freuen. Also dem Leben und dem Alltag eine Erneuerung zu verpassen. Für viele Teilnehmer ist es eine gewollte und gern angenommene Auszeit im Stress der Vorweihnachtszeit, die ganz bewusst an- und wahrgenommen wird.

Die Fenster werden von den unterschiedlichsten Gruppen gestaltet. Von Geschäften, Privatleuten, Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften, Bestatter, der KJG bis hin zum Kindergarten. Also ein bunter Querschnitt von jung bis alt durch den Stadtteil. Und auch geographisch und strukturell wird Neumühl dabei abgebildet.

Unser Tipp

Einfach mal in die Aushänge der jeweiligen Kirchengemeinden in den Stadtteilen schauen, auf die entsprechenden Internetseiten gehen, den Wochen-Anzeiger lesen oder einen Blick in die Tageszeitungen werfen. Da gibt’s bestimmt entsprechende Informationen über die zahlreichen Lebendigen Adventskalender in unserer Stadt.

Auch bei Regen lassen sich die Teilnehmer nicht vom fröhlichen Singen abhalten. Fotos: privat
Geschmückte Fenster machen stets einige Tage zuvor deutlich, wann wo der Lebendige Adventskalender stattfindet.
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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