Die Schützen zieht es vom Marktplatz weg, die Kirmes soll aber bleiben
Tradition erhalten

Einen Showabend wie in den vergangenen Jahren wird es beim Schützenfest in Walsum nicht mehr geben. Statt im Zelt, wird im August auf der eigenen Anlage des BSV Aldenrade-Fahrn gefeiert. Aus Kostengründen muss der Verein auf das große Zelt verzichten.
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  • Einen Showabend wie in den vergangenen Jahren wird es beim Schützenfest in Walsum nicht mehr geben. Statt im Zelt, wird im August auf der eigenen Anlage des BSV Aldenrade-Fahrn gefeiert. Aus Kostengründen muss der Verein auf das große Zelt verzichten.
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Auf eines war in Walsum immer Verlass: Jedes Jahr, am zweiten August-Wochenende fand das Schützenfest des BSV Aldenrade-Fahrn mit Kirmes in Walsum statt. Aufgeteilt auf Kometen- und Friedrich-Ebert-Platz wurde an vier Tagen gefeiert. In diesem Jahr müssen sich die Walsumer auf eine Veränderung einstellen.

Die Grünröcke des BSV Aldenrade-Fahrn 1837 werden in diesem August kein Zelt mehr auf dem Friedrich-Ebert-Platz aufstellen, damit endet eine jahrzehnte alte Tradition. Es rechnet sich einfach nicht mehr. Die Ausgaben sind weiter gestiegen, bei sinkenden Umsätzen.
Das Zelt mit allem Drum und Dran war für den Verein einfach nicht mehr bezahlbar gewesen. Der Showabend am Freitag wurde im letzten Jahr kaum angenommen, der Umzug schmerzt, nicht nur den Verein selber.
Walter Söhngen ist Schausteller in vierter Generation und sorgte immer für die Fahrgeschäfte auf der Kirmes. Er selbst ist Mitglied beim BSV und kann den Schritt nachvollziehen, auch wenn mit dem Weggang des Schützenzeltes etwas fehlen wird: „Es geht einfach eine sozial unheimlich wichtige Komponente verloren. Die Zeiten werden für die Schützenvereine schwieriger. Das ist nicht nur in Walsum so. Viele Schützenfeste werden umstrukturiert und müssen sehen, wo sie bleiben."
Der BSV richtet sein Schützenfest nun auf der eigenen Vereinsanlage an der Kurfürstenstraße 134 aus. Die Kosten waren einfach zu hoch für den rund 380 Mitglieder fassenden Verein. 20.000 Euro Verlust musste der Verein nach dem Schützenfest 2018 verbuchen, allein die Stadt verlangt für die Platznutzung 3.100 Euro. Der Druck beim Verein wurde immer größer, diese Kosten irgendwie wieder reinzuholen. Am Ende blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als auf das Zelt in Walsums zentraler Lage zu verzichten.
Walsums erster Bürger, Georg Salomon, findet den Schritt traurig, , hat aber Verständnis für den Verein: „Für die Bevölkerung ist es natürlich sehr bedauerlich aber ich kann den Schritt nachvollziehen. Zuallererst müsste man an den Erhalt des Vereins denken." Für die Walsumer Kirmesfans gibt es aber noch Hoffnung, Walter Söhngen möchte gerne an der Kirmes festhalten, auch wenn es dabei zu Abstrichen kommen könnte: „Wir wollen den Termin am zweiten Augustwochenende behalten. Ich spreche mit meinen Kollegen darüber, und wir würden es gerne weiter probieren. Vermutlich werden wir dann nur noch den Friedrich-Ebert-Platz besetzen und entweder auf das Feuerwerk am Dienstagabend verzichten oder die Kirmes um einen Tag verkürzen. Die Tendenz ist klar, wir wollen die Kirmes in Walsum behalten." Für Söhngen steht fest: „Kirmes schafft Zusammenhalt." Mit der Beibehaltung möchte der Schausteller auch eine Tür für eine Rückkehr der Schützen offen lassen. Söhngen wünscht sich jedoch, dass sich die Schützen an einem Tag auf der Kirmes versammeln und dann zum Vereinsgelände laufen. So soll zumindest ein Stück Schützenfest noch erhalten bleiben.
Die Planungen für den kommenden August gehen in die Zielgeraden. Söhngen möchte weitere Schausteller ins Boot für eine Walsumer Sommerkirmes holen, die Schützen arbeiten zurzeit an ihrem Programm für das Schützenfest. Soviel steht schonmal fest: Von Samstag bis Montag soll das Schützenfest an der Kurfürstenstraße stattfinden.

Einen Showabend wie in den vergangenen Jahren wird es beim Schützenfest in Walsum nicht mehr geben. Statt im Zelt, wird im August auf der eigenen Anlage des BSV Aldenrade-Fahrn gefeiert. Aus Kostengründen muss der Verein auf das große Zelt verzichten.
Eine Kirmes soll es im August weiterhin geben. Schausteller Walter Söhngen möchte an dieser Tradition festhalten.
Autor:

Marcel Faßbender aus Duisburg

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